Eckpunkte: Abba - Vaterunser

P. Christof Wolf, der Geistliche Beirat der GKP, schreibt über das allen Christen gemeinsame Gebet, das Vaterunser:

Journalistinnen und Journalisten sind in der Regel ein reiselustiges Volk. Wer etwa in Rom zu tun hat, trifft auf dem Petersplatz im Vorbeigehen garantiert einen Berufskollegen. Wenn man dann dort einen Gottesdienst auf Italienisch besucht, obwohl man der Sprache nicht mächtig ist, weiß man als guter Katholik sofort, wo man in der Messe gerade ist. Das Vaterunser kann man sogar im Stillen in seiner Muttersprache mitbeten, ohne aus dem Rhythmus der Gemeinde zu fallen. Faszinierend, ist doch diese Art von gemeinschaftlicher religiöser Erfahrung etwas Besonderes und in gewisser Weise genau der Ursprung des Vaterunsers. Im Lukas-evangelium bitten die Jünger Jesus: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!“ (Lk 11,1) Nicht dass die Jünger keine Ahnung gehabt hätten, wie sie beten sollten. Vielmehr wollten sie wie die mit ihnen wetteifernden Jünger Johannes’ des Täufers ein Gebet haben, das identitätsstiftend für ihre Gruppe sein würde. Und das ist es in der Tat nicht nur für sie, sondern für die ganze Christenheit geworden. Weiterlesen »

"Wie schnell können Sie hier sein?"

Marc Lenzke ist Unternehmensberater für Krisenkommunikation aus Mainz und ehrenamtlicher Pressesprecher des Kartellverbands katholischer deutscher Studentenvereine. Er muss meist komplexe Probleme unter Zeitdruck lösen und immer wieder neue Strategien entwickeln. Das ist sein Abenteuer im Beruf.

Gerade schlüpfe ich in meine Sportklamotten, da klingelt das Handy. Kunde dran: „Herr Lenzke, wir haben gerade den Hinweis von der Kripo bekommen – ja, den Kollegen haben sie eben festgenommen. Wie schnell können Sie hier sein?“ – uff, eigentlich habe ich einen freien Tag und möchte jetzt joggen. Aber wir haben mit dem Anruf gerechnet; der Koffer steht gepackt, unser Team ist vorbereitet. „Ich rufe Sie in fünf Minuten zurück!“, sage ich und suche hastig eine Verbindung in den Süden Deutschlands. Eine halbe Stunde später sitzen wir zu dritt im Zug. Von unterwegs klären wir die Details mit der Staatsanwaltschaft ab: Wann genau wurde der Kollege festgenommen? Haben Sie ihn zu Hause angetroffen? Wie genau lautet der Vorwurf? Werden Sie selbst aktiv kommunizieren? – dann passen wir den Text für die Mitarbeiterversammlung an und leiten ihn an den Kunden weiter. Beim Kunden angekommen richten wir unseren Krisenstab ein und schicken eine Pressemitteilung an den Medienverteiler. Keine zehn Minuten später kommen die ersten Nachfragen. Los geht’s! Weiterlesen »

Nachruf auf Günter Beaugrand

Am 21. November ist im Alter von 90 Jahren in Hamm Günter Beaugrand gestorben. Geboren in Düsseldorf, prägten ihn die Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs: Als 14-Jähriger wurde er als Flakhelfer abkommandiert, anschließend zur Aushebung von Panzergräben an den „Westwall“ am Niederrhein geschickt. Als 17-jähriger kam Beaugrand in englische Kriegsgefangenschaft. Weiterlesen »

Jugendarmut wird zu wenig wahrgenommen

Silke Starke-Uekermann ärgert sich, dass die Medien zu wenig über die Armutsgefährdung der Jugendlichen berichten.

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

Darüber, dass Jugendarmut keine Rolle spielt und Journalisten und Journalistinnen eine „falsche Brille tragen“. War doch das Thema „Armut“ in letzter Zeit wieder häufiger Gegenstand medialer Berichterstattung, so wurde der am stärksten betroffenen Generation in Deutschland kaum Beachtung geschenkt. Die Armutsgefährdungsquote der 18 – 24-Jährigen betrug im Jahr 2017 26%. Das ist unter allen Altersgruppen die höchste Gefährdungsquote. Doch worüber wird geschrieben, gesprochen und gesendet? Kinderarmut und Altersarmut! Weiterlesen »

Eckpunkte: Kinderfragen?

P. Christof Wolf SJ, der Geistliche Beirat der GKP, setzt sich aus Anlass des Welttags der Philosophie (15. November) mit dem Gottesbeweis auseinander.

Bitte nehmen Sie ein leeres Blatt Papier, falten Sie es und schreiben Sie auf die erste Seite ihren Namen. Dann drehen Sie das Blatt um und schreiben auf die letzte Seite zuerst Ihr Geburtsjahr. Zu diesem rechnen Sie 80 Jahre hinzu. Männer subtrahieren vom Ergebnis 2 Jahre, Frauen addieren 2 Jahre. Wer ein starker Raucher ist, zieht noch einmal 10 Jahre ab. Schreiben Sie nun diese Zahl rechts neben Ihr Geburtsjahr. Herzlichen Glückwunsch! Sie halten jetzt das Buch Ihres Lebens in den Händen. – Alle Menschen, die dieses kleine philosophische Experiment machen, sehen sich auf einmal mit der Endlichkeit ihrer Lebenszeit konfrontiert. Man kann in kulturübergreifenden Studien zeigen, dass nach dieser Übung jede Diskussion sehr viel mehr Tiefgang und Ernsthaftigkeit hat. Und: Sogar Menschen, die von sich selber sagen, sie seien religiös nicht sehr „musikalisch“, es in der Kindheit und Jugend jedoch einst waren, entdecken in sich auf einmal eine Hoffnung, die über dieses irdische Leben hinausreicht. Glauben Sie es nicht? Probieren Sie es aus! Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Folgenreicher Satz

Joachim Jauer, Absolvent des Canisius-Kollegs in Berlin, begann seine journalistische Laufbahn bei RIAS Berlin, wo er nach dem Mauerbau ein an die Hörer in der DDR gerichtetes Morgenmagazin konzipierte. 1965 wechselte er zum ZDF, für das er 1967 als erster westdeutscher Korrespondent einen Fernsehbericht aus der DDR sendete. Von 1978 bis 1982 leitete er das Büro des ZDF in Ost-Berlin. 1982 bis 1984 und 1990 bis 1995 war er Leiter der Sendung „Kennzeichen D“ beim ZDF Berlin, 1984 bis 1987 ZDF-Korrespondent in Bonn, 1987 bis 1990 in Südost-Europa und 1995 bis 1999 Leiter des Studios Wien und Südost-Europa-Korrespondent. Von 1999 bis 2002 leitete er das ZDF-Landesstudio Berlin.

Es waren zwei Daten, die mein Journalistenleben auf Dauer geprägt haben. Der 16. Oktober 1978 war ein Montag. An diesem Tag erhielt ich die Nachricht, nach neun Monaten Wartezeit sei meine Akkreditierung als ZDF-Korrespondent in der DDR von Ost-Berlin genehmigt. Dass am gleichen Abend die Nachrichten die Wahl eines Polen zum Papst vermeldeten, wurde zunächst deshalb als Besonderheit gewertet, weil es zum ersten Mal seit Jahrhunderten kein Italiener war. Die wirkliche Sensation folgte am Sonntag darauf. Bei seiner Einführung in das Papstamt rief der Pole Karol Wojtyla, der Jahrzehnte Priester und Bischof in einer kommunistischen Diktatur war, den Katholiken weltweit zu: Weiterlesen »

GKP gratuliert Michaela Pilters

Bergisch Gladbach – Die  GKP gratuliert ihrer langjährigen Vorsitzenden Michaela Pilters zur Ehrung mit dem päpstlichen Gregoriusorden für ihre Verdienste um die katholische Kirche. "Wir freuen uns über diese hoch verdiente Auszeichnung", sagte Pilters' Nachfolger im Amt des GKP-Vorsitzenden, Joachim Frank. "Als Leiterin der Redaktion Kirche und Leben (katholisch) im ZDF hat Michaela Pilters ungezählten Menschen katholisches Leben und christliche Glaubensinhalte näher gebracht. Mit der Verbindung aus Fachkompetenz, journalistischer Professionalität und kritischer Loyalität zu ihrer Kirche hat Michaela Pilters Maßstäbe für alle Kolleginnen und Kollegen gesetzt, die als Katholiken über die Kirche berichten."

Frank würdigte auch Pilters' herausragendes ehrenamtliches Engagement. "In 37 Jahren Vorstandstätigkeit und besonders in den elf Jahren ihres Vorsitzes war Michaela Pilters Gesicht und Stimme der GKP. Sie hat den Verband als ein starkes Netz und wichtige Stimme in der katholischen Publizistik positioniert und geprägt. Besonders jungen Kolleginnen und Kollegen war und ist sie Ratgeberin, Mentorin und Vorbild." Frank erinnerte überdies daran, dass Pilters seit mehr als 30 Jahren das Gemeindeleben ihrer Heimatpfarrei aktiv mitgestaltet. 

Mit dem Gregoriusorden ehren die Päpste besonders verdiente Laien. Seit 1993 können ihn auch Frauen erhalten. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf wird Pilters den Orden an diesem Samstag (03.11.) im Rahmen eines Gottesdienstes in Pilters' Pfarrkirche St. Stephan in Mainz-Marienborn überreichen.  Weiterlesen »

Eckpunkte: In persona Christi agere

Gedanken zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vom Geistlichen Beirat der GKP,
P. Christof Wolf SJ

Nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der Kirche mahnen nun viele eine grundlegende Reform der Kirche an. Aber Strukturen zu verändern ist ein sehr mühsamer und langwieriger Prozess, der normalerweise mit großen Widerständen einhergeht. Schließlich werden nicht nur die Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche neu geordnet, sondern vor allem auch lieb gewordene, bequem etablierte Machtstrukturen umgekrempelt. Und wer Macht hat, gibt sie ungern ab. In der Kirche heißt das Klerikalismus, den Papst Franziskus als Gestus der Unberührbarkeit, der Erhabenheit und damit der Abwertung anderer beschreibt. Schaut man auf Jesus und seine Botschaft, ist diese Haltung ein echter Skandal. Aber auch zur Zeit Jesu ging es nicht ohne Lernprozess. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Lebensgefahr

Michaela Koller ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen in Frankfurt. Sie schreibt hier über ihr berufliches Abenteuer als Journalistin in Pakistan.

Spätestens seit der Einladung zum Interview an alle Teilnehmenden der  GKP-Jahrestagung in Passau im vorigen Jahr wissen viele GKP-Mitglieder: Mein Beruf ist es, mittels Öffentlichkeitsarbeit (bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen) in vielen Ländern den Spielraum zu erweitern, den wir katholische Journalisten hierzulande als selbstverständlich erleben oder nutzen: für die Verbreitung der Botschaft des Evangeliums und der Kirche. In Nordkorea etwa ist das Christentum nahezu ausgelöscht, im Irak erlitten die Christen einen historisch einmaligen Aderlass, in China hat gerade die härteste Zeit der Kontrolle seit der Kulturrevolution begonnen. Weiterlesen »

Ohne kritische Öffentlichkeit keine Aufarbeitung des Missbrauchs

Bergisch Gladbach – Die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) betont den Stellenwert kritischer Öffentlichkeit und die aufklärerische Funktion von Medien bei der Aufarbeitung des Missbrauchs in der katholischen Kirche. "Nur mit rückhaltloser Offenheit und Transparenz wird es der katholischen Kirche gelingen, sexualisierte Gewalt in ihren Reihen mit Ursachen und Hintergründen aufzuarbeiten und Vertrauen zurückzugewinnen", betont der Vorsitzende der GKP, Joachim Frank, anlässlich der Vorstellung der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie). "Die Bischöfe sind schlecht beraten, wenn sie auf ihre Deutungshoheit pochen und den Informationsfluss kontrollieren wollen", so Frank weiter. "Zu lange war kirchliche Kommunikation davon geprägt, Probleme zu verschweigen." Die Kirche sei die Organisation, aus der die Täter kommen und in der sie agieren konnten. Als solcher stehe es ihr nicht zu, zu entscheiden, was wann für die Öffentlichkeit von Interesse sei. Weiterlesen »

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