Abenteuer im Beruf: Die Altarschelle

Judith Rupp ist Pressesprecherin im Bistum Trier und leitet den Bereich „Kommunikation und Medien“. In der GKP ist sie seit 2014 dank des hartnäckigen Werbens ihres früheren Chefs Dr. Stephan Kronenburg. Das Bistum Trier ist seit 60 Jahre mit Bolivien in einer Partnerschaft verbunden.

Wissen Sie, was „Altarschelle“ auf Spanisch heißt? Ich wusste es nicht, zumindest nicht bis zum März 2015. Da hatte ich nämlich eine im Gepäck, auf dem Flug nach Bolivien. Natürlich wurde ich nach der Ankunft in Santa Cruz vom Zoll rausgebeten. Was das denn sei, was da golden schimmernd zwischen meinen T-Shirts lag, wollte der Zollbeamte wissen. Mit dem Ausdruck „campanilla del altar“ konnte er nichts anfangen, und so musste ich mit meinen drei Brocken Spanisch erklären, wozu das Teil gut sein soll und dass ich es für „Padre Leo“ als Geschenk aus seinem Heimatbistum mitbringe. Ob den Beamten mein Gestammel überzeugt hat oder ob er dachte, dass ich wohl kaum Schaden mit einer Glocke anrichten würde – er ließ mich mitsamt der Schelle einreisen. Weiterlesen »

Buchtipp: "Ich lass mir den Mund nicht verbieten!"

Michael Haller Walter Hoemberg Ich lass mir den Mund nicht verbieten Reclam VerlagMit Blick auf den Journalismus heute erscheinen sie als Sternstunden: In 60 Schlüsselereignissen und Porträts zeigt der von den beiden Kommunikationswissenschaftlern Michael Haller und Walter Hömberg herausgegebene Sammelband, dass Meinungs- und Pressefreiheit einst erst erstritten werden mussten. Die lesenswerten Beiträge unter anderem über Daniel Defoe, Marion Gräfin Dönhoff, Heinrich Heine, Günter Gaus, Nikolaus Groß, Egon Erwin Kisch, Maria Leitner, Alexander Puschkin, Joseph Pulitzer und Joseph Roth illustrieren die Entwicklung des Journalismus von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Vor 20 Jahren sind einige der Buchbeiträge schon in der Medienzeitschrift „Message“ erschienen. Nun verweisen sie erneut auf journalistische Wegbereiter, deren Publizistik die Demokratisierung der westlichen Gesellschaften förderte und stärkte. (rub) Weiterlesen »

Ärger über Corona-Berichterstattung

In der Rubrik "Zu meinem Ärger" im Juni-Heft der GKP-Informationen schreibt Barbara Wiegard, Pressesprecherin im Berliner Büro von MISEREOR:

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

Auch wenn in Krisenzeiten die Tendenz zur nationalen oder gar regionalen Verengung der Nachrichten vielleicht verständlich ist, bin ich mittlerweile genervt von zahllosen Berichten über sinkende COVID-Fallzahlen in Würselen und Hygienekonzepte in Sachsen. Es wird häufiger über Demonstrationen von 50 Verschwörungstheoretikern in Berlin berichtet, als über die Bewältigung der Pandemie in anderen europäischen Ländern, natürlich mit Ausnahme der Corona-Hotspots, wie Italien. Vielmehr würde mich interessieren, wie es den Menschen in den osteuropäischen Ländern, wie Polen, Ungarn oder Litauen geht oder wie es Griechenland und Portugal erfolgreich geschafft haben, trotz des notwendigen Schuldenabbaus in den vergangenen Jahren die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dass in Europa die Grenzen zur Pandemie-Eindämmung geschlossen werden musste, war schmerzhaft, wenn auch wichtig. Die Medien hätten aber durch einen breiteren Fokus vermocht, die Nähe zu den europäischen Nachbarn gerade in dieser Zeit wieder herzustellen. Weiterlesen »

Leibspeise

P. Christof Wolf SJ, der geistliche Beirat der GKP, erklärt im Juni-Heft der GKP-Informationen die Bedeutung des Fronleichnamsfestes:

Heute hat jede Firma, jede Institution ein Corporate Design, das der Webseite, dem Instagram-Account, allen Social-Media-Auftritten ihr Gesicht gibt, so dass die Identität der Marke überall unverkennbar präsent ist. In gewisser Weise gab es das immer schon. Frühere Generationen haben zum Beispiel viel Wert auf Wappen oder Denkmäler gelegt. Die Sehnsucht nach Identitätsstiftendem ist ein urmenschliches Verlangen, den eigenen Werten und Beziehungen Ausdruck zu verleihen. Weiterlesen »

Im Todestrakt

Harald Biskup, ehemaliger Chefreporter beim Kölner Stadt-Anzeiger, für den er weiterhin unregelmäßig schreibt,berichtet im Juni-Heft der GKP-Informationen über eine abenteuerliche Begegnung mit einem zum Tod Verurteilten:

Lange konnte ich die sechs Ziffern auswendig, wie eine vertraute Telefonnummer. 999 027 – die Häftlingsnummer von John Avalos Alba, inhaftiert in Ellis Unit One, einem Hochsicherheitsgefängnis im endlosen texanischen Weideland, 20 Kilometer von Huntsville entfernt. „Stadt des Todes“ hat man Huntsville genannt, denn nirgendwo sonst in den USA macht der Staat so häufig von dem sich selbst gegebenen Recht auf Töten Gebrauch.
Als ich John Alba kurz vor Ostern 1998 nach mehreren Gesuchen und einer Genehmigung der Justizbehörden von Texas besuchen darf, sitzt er schon seit mehr als sechs Jahren im Todestrakt von Ellis. Er war schuldig befunden worden, seine Frau, mexikanisch-stämmig wie er, in einem Supermarkt erschossen zu haben. Sie soll ihn mit zahlreichen Liebhabern betrogen haben, doch Entlastungszeugen wurden nicht gehört. Weiterlesen »

Nicht nur kritisch, sondern auch selbstkritisch

Klaus Nientiedt ärgerte sich darüber, dass manche Medien beim Thema Coronakrise Intrerviewpartner eher vorführen wollen, als sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.

 

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Medien aus? Der Informationsbedarf in der Gesellschaft scheint größer zu werden – aber ebenso der Druck auf die Medien, in dieser Situation auf sich aufmerksam zu machen. Dabei traten manche negative Seiten des medialen Handels zutage.
In den ersten Wochen der Corona-Pandemie war immer wieder der Wunsch zu hören, man solle nicht in Panik verfallen. Dieser Satz war immer wieder gerade auch bei solchen Medien zu hören, etwa den Boulevardmedien, deren  zuspitzende und dramatisierende Berichterstattung selbst am ehesten dazu geeignet waren, Panik zu verbreiten. Bei verschiedenen Interviews zu dem Themenbereich erwischte ich mich bei dem Eindruck, der Interviewer wolle den Interviewpartner wohl eher vorführen, als sich tatsächlich kritisch an sein gewähltes Thema heranzuwagen. Weiterlesen »

Systemrelevant?

Die Kirche kann in diesen Zeiten der Coronakrise den Menschen Hoffnung und Trost geben, schreibt Christof Wolf SJ, geistlicher Beirat der GKP, in den GKP-Informationen im Mai.

 

In manchen Medien konnte man dieser Tage lesen, es habe sich gezeigt, dass die Kirchen nicht „systemrelevant“ seien. Lebensnotwendig sind die Krankenhäuser, die Polizei, die Supermärkte, sogar die Baumärkte, aber nicht die Kirche, und dementsprechend dürfen keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Was genau heißt eigentlich system-relevant? Sind etwa Schulen und Hochschulen unwichtig in unserem Land? Legt man seinen Glauben und seine Grund-Überzeugungen ab, weil man gerade keinen gemeinsamen Gottesdienst feiern kann? Und stimmt denn die Einschätzung „nicht relevant“ wirklich? Der Blick auf das Leben Jesu zeigt uns etwas anderes. Weiterlesen »

Schneesturm im Sommer

Martin Echterhoff, Redakteur bei MDR Nachmittag in Leipzig, beschreibt in den GKP-Informationen sein "Abenteuer im Beruf":

 

Der Himmel über Moskau war stahlblau. Und es war sehr warm in diesem Spätsommer. Wir, also das Kamerateam, unsere Dolmetscherin und ich als Autor, waren in die russische Hauptstadt gekommen, um einen Magazinbeitrag für das Wissenschaftsmagazin „Globus“ der ARD zu drehen. Zehn Minuten – Hochglanz. Das war der Plan. Das Thema: Die „Mrija“, das größte Transportflugzeug der Welt – auch bekannt unter der Typenbezeichnung Antonow An-225. Eine Maschine der Superlative: Sechs gewaltige Motoren, ein Doppel-Seitenleitwerk am Heck und Rekordhalter der schwersten Last, die je mit einem Flugzeug transportiert wurde. Eine 247 Tonnen schwer Ölpipeline-Ausrüstung. Weiterlesen »

Corona: Publizisten-Bonus für Qualitätsmedien

Die klassischen Medien befinden sich nach Ansicht von Journalisten-Verbänden in der Corona-Krise im Aufwind. Fakten seien die „herausstechenden Qualitätsmerkmale“, nicht Panikmache, sagte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. „Das ist es, was die Leser, Hörer und Zuschauer wollen - und das liefern wir ihnen.“ Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP), Joachim Frank. Weiterlesen »

Alles, was den Menschen "weh tut"

In der Rubrik "Abenteuer im Beruf" schreibt Sonja Toepfer in den GKP-Informationen.
Toepfer ist Autorin und Filmemacherin in Wiesbaden. Sie widmet sich neben der Videokunst dem experimentell dokumentarischen Film und der Rauminstallation.

Wenn ich im deutschen Wörterbuch „Wahrwig“ nachschaue, wird Abenteuer als „gefährliches Wagnis“ und als „nicht alltägliches Ereignis“ bezeichnet.
Egal wie stürmisch diese Ereignisse nun sind, kann man davon ausgehen, dass der Akteur die bestehende Gefahr gut übersteht. So verhält es sich zu mindest in Abenteuerfilmen. Aber wie verhält es sich in meiner Arbeit? Sehe ich die Wagnisse auf mich zukommen oder stürze ich mich sogar in riskante Erlebnisse hinein? Weiterlesen »

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