Jesus ein Influencer?

Pater Christof Wolf, der geistliche Beirat der GKP, zeigt in seinen Überlegungen zur Menschwerdung Christi, wie falsch die These ist, Jesus wäre heute ein Influencer:

Wie stark möchten Sie in Ihrem Leben beeinflusst werden? Bitte tragen Sie einen Wert auf der Skala von eins bis zehn ein: 1 = wenig, 10 = sehr viel. Das wäre doch auch mal eine Umfrage wert, oder? Eine solche wird aber wohl kaum stattfinden, da man zu Recht vermutet, dass die meisten Menschen nicht gerne beeinflusst werden, sondern ihr Leben autonom leben und gestalten möchten. Das englische Wort „influence“ bedeutet als Verb beeinflussen, prägen, einwirken, als Substantiv sogar noch Bannkreis. Wenn im Medienbetrieb von Influencern die Rede ist, hat man den Eindruck, die Bedeutung werde ins rein Positive verschoben. Zuweilen hört man auch die Forderung, die Kirche solle dringend Influencer aufbauen, um den Glauben wirksam in der Mediengesellschaft zu verkünden, ja sogar Jesus selbst wäre ein heutiger Influencer gewesen. Das klingt auf den ersten Blick gut. Jesus, der prägt, der in den Bann zieht – hat er nicht die Weltgeschichte durch sein Leben, Sterben und Auferstehen beeinflusst? Weiterlesen »

Beate Schley: ihr Beruf hat sie Menschenkenntnis gelehrt

Beate Schley (59) arbeitete zunächst als Redakteurin bei „Weltbild“ in Augsburg. Nach dem Aus für die Zeitschrift wechselte die Münchnerin als Pressereferentin zu dem Buchverlag Droemer Knaur (damals Droemer Weltbild), den sie jetzt wieder verlassen hat. Inzwischen arbeitet sie als freie Journalistin. Die Arbeit in einem Buchverlag ist "immer auch ein geistiges Abenteuer", schreibt sie in der Dezember-Ausgabe der GKP-Informationen:

Meine Langzeit-Recherche ist beendet! Fast 17 Jahre habe ich für einen Buchverlag gearbeitet und dabei viel über den Ort gelernt, wo sich Geist und Geld begegnen. Nun bin ich wieder das, was ich immer war, immer sein wollte: Journalistin, „von niemandem vereinnahmbar“, frei nach Erasmus von Rotterdam, dem berühmten Humanisten, und frei nach Reiner Kunze, einem meiner Lieblingsdichter. Nun, mein Ex-Buchverlag veröffentlicht keine Gedichtbände, und völlige Unabhängigkeit, die ja auch im Journalismus eine Seltenheit ist, kann sich kein Publikumsverlag leisten. Ein Verlag bringt ja oft Kultur hervor, doch muss er, da er keine Subventionen erhält, von seinen Verkäufen auch leben. Ein schmaler Grat! Das wurde mir mit meinen hehren journalistischen Idealen in der kleinteiligen Text-Manufaktur namens Buchverlag schnell klar. Doch trotzdem ist die Arbeit in einem Buchverlag immer auch ein geistiges Abenteuer. Weiterlesen »

Besuch im Archiv des Erzbistums München und Freising

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Kardinal Faulhaber gehört zu den umstrittenen Oberhirten Münchens. Einerseits hat er maßgeblich an der päpstlichen Enzyklika „Mit brennender Sorge“ mitgearbeitet, andererseits hat er nach dem missglückten Attentat von Georg Elser auf Hitler im Dom ein „Te Deum“ angestimmt. Wer ergründen will, was der einstige Münchner Erzbischof wirklich gedacht hat, ist auf seinen Nachlass, besonders auf seine Tagebücher verwiesen. Diese persönlichen Aufzeichnungen des Kardinals können wir bei unserem nächsten Treffen im Original sehen. Weiterlesen »

Region Berlin: Besuch des Priesterseminars des Neokatechumenalen Wegs

Vor gut 25 Jahren wurde in Berlin das Priesterseminar "Redemptoris Mater" des Neokatechumenalen Wegs errichtet. Es findet sich in Berlin-Biesdorf  in einem ehemaligen Exerzitienhaus der Jesuiten. Dort studieren seitdem künftige Priester des Erzbistums Berlin. Und sicher hat jeder von uns schon Geistliche aus dem Seminar in der Liturgie erlebt. Weiterlesen »

Buchtipp: Zeitung für Deutschland

Juan Moreno Tausend Zeilen LuegeJoachim Fest, Marcel Reich-Ranicki oder Frank Schirrmacher sind nur einige der klugen Köpfe, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung seit 1949 prägten. Nach der Aufhebung des alliierten Lizenzzwangs gegründet, bestimmte die F.A.Z. seither von der Debatte über die Westbindung über die Wiedervereinigung bis hin zu Fragen zur Zukunft des Euros und des digitalen Wandels in der Bundesrepublik zahlreiche politische Themen und gesellschaftliche Diskussionen. Zum 70. Geburtstag schildert der Würzburger Historiker Peter Hoeres in seinem Buch die Anfänge der „Zeitung für Deutschland“ sowie die Vergangenheitspolitik, die Positionen im Kalten Krieg, die Reaktionen auf 1968, die roten Siebziger und schwarzen Achtziger Jahre sowie die Feuilletondebatten wie den Historikerstreit. Lesenswert sind auch die Einblicke und Exkurse über die F.A.Z. und ihre Kritiker, den Sprachwandel, Bilder in der Bleiwüste und das Leben und Schreiben in der Männerbastion. (rub) Weiterlesen »

Hintergrundgespräch mit dem alt-katholischen Bischof Matthias Ring

Am 5. Dezember steht bei der GKP-Regionalgruppe Rheinland katholische Ökumene auf dem Terminplan: Bischof Matthias Ring steht seit 2010 dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland vor. Weiterlesen »

Buchtipp: Alles nur Fake!

Eva Linsinger Alles nur FakeRedaktionen schrumpfen, PR-Stäbe im Politikbetrieb werden weiter aufgestockt. Ein Bild des ungleichen Kampfes der PR-Maschine von Politik und Wirtschaft gegen Journalistinnen und Journalisten, die immer öfter vom Zeitmangel, fehlendem Geld oder befristeten Arbeitsverträgen zurückgehalten werden, zeichnet Eva Linsinger in ihrer Theodor-Herzl-Vorlesung zur Poetik des Journalismus. Es ist die Krise der Demokratie und die Krise der Medien, die sich in einer gefährlichen Abwärtsspirale gegenseitig verstärken. Die Ressortleiterin Innenpolitik des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil sieht in dem Kontrollverlust und dem geschwächten Journalismus die Voraussetzungen dafür, dass populistische Parteimedien ohne störende journalistische Filter gedeihen können. Linsinger weist auf die Unterschiede zwischen unabhängigem Journalismus und unkritischer Jubelberichterstattung hin und kritisiert die bewusste Verbreitung von Fake News. (rub) Weiterlesen »

„Wahrhaftigkeit, Unabhängigkeit, Sorgfalt! - Respekt?“ - Publizistische Verantwortung und Herausforderungen im digitalen Zeitalter

Tagung in Kooperation mit der Akademie Die Wolfsburg

Die drei klassischen Regeln des Journalismus - Wahrhaftigkeit, Unabhängigkeit, Sorgfalt - gelten als Richtmaß für publizistisches Arbeiten. Kommen JournalistInnen der Verantwortung dieses Ethos im Strom der digitalen Schnelllebigkeit noch nach? Wie verändert sich der Journalismus unter dem Einfluss von Social Media und dem Internet im Hinblick auf die Art des Publizierens? Und welche Verantwortung tragen neue publizistische Akteure der digitalen Netzwelt – die Prosumer – für Inhalte und das Miteinander in Zeiten von Fake News, Hate Speech und Shitstorms? Weiterlesen »

Buchtipp: Tausend Zeilen Lüge

Juan Moreno Tausend Zeilen LuegeJahrelang konnte der gleich mehrfach für seine Reportagen ausgezeichnete Journalist Claas Relotius beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Texte fälschen und Fakten erfinden. Juan Moreno, der diese Fälschungen eher unfreiwillig aufdeckte, erzählt in seinem lesenswerten Buch "Tausend Zeilen Lüge" die Geschichte vom Aufstieg und Fall des jungen Starjournalisten, dessen Reportagen stets so perfekt waren, so stimmig, so schön. Moreno schreibt mehr als diese unglaubliche Geschichte einer beispiellosen Täuschung; er fragt auch, was diese über den Journalismus in Deutschland aussagt und erinnert an den Unterschied zwischen Journalismus und Literatur: „Reporter schreiben die Wahrheit. Punkt. Zitate werden nicht erfunden, Interviewpartner nicht in einer Person zusammengefasst. ... Oder auf ,Spiegel’-Deutsch: Sagen was ist. Literatur hingegen darf, was immer ihr in den Kram passt.“ (rub) Weiterlesen »

GKP-Symposium 2019: "Kampf um die Besten - Wie Qualitätssicherung und Nachwuchsförderung im Journalismus zusammengehören"

Qualitätsjournalismus ist für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar. Darauf können sich die meisten Menschen noch verständigen. Doch wenn es um die Voraussetzungen eines Qualitätsjournalismus geht, wird es schwieriger. Ökonomische Schwierigkeiten, Vorwürfe über Fake-News, eigenes Versagen wie im Fall Relotius und der wachsende Mangel an qualifiziertem Nachwuchs stellen die journalistischen Medien vor ungeahnte Probleme. Weiterlesen »

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