„Der Wahrheit stellen“ - GKP zum Umgang mit sexuellem Missbrauch

Kölner Dom bei Nacht

Der Vorstand der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) hat sich für eine Veröffentlichung der Kölner Untersuchungsergebnisse zum sexuellen Missbrauch ausgesprochen. Er solidarisiert sich mit den Betroffenen, die, wie die Öffentlichkeit auch, einen Anspruch auf die Wahrheit hätten und nicht zum zweiten Mal zu Opfern gemacht werden dürften.

Hier der Wortlaut der Erklärung:

Die detaillierte Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch beschäftigt weiterhin – und noch lange – die katholische Kirche. Dabei wühlt das Zurückhalten der angekündigten Untersuchung durch das Erzbistum Köln viele Katholikinnen und Katholiken auf und sorgt für Enttäuschungen, Verletzungen, Sprachlosigkeit. Im Herbst 2018 kündigte Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki an, die Erzdiözese Köln werde "sich der Wahrheit stellen – auch dann, wenn diese schmerzlich ist. Und dazu gehört es, ungeschönt und ohne falsche Rücksichten aufzuklären. Das wird wahrscheinlich sehr schmerzhaft – auch für uns selbst. Aber Taten sprechen lauter als Worte." Weiterlesen »

Virtuelle GKP-Veranstaltungen

Es dauert wohl noch eine Weile, bis das normale Verbandsleben wieder Fahrt aufnehmen kann: Die Jahrestagung und viele Regionalgruppen-Termine sind bereits ausgefallen. Um die veranstaltungsfreie Corona-Zeit zu überbrücken, hat der Vorstand eine Lizenz des Videokonferenzsystems Zoom angeschafft, um virtuelle Veranstaltungen anbieten zu können.

Seit Mai bieten wir in der Regel zwei Veranstaltungen pro Monat an. Die kommenden Termine veröffentlichen wir hier.

Bereits stattgefunden haben folgende Veranstaltungen:

Kindheitsmuster

Thomas Brose, Philosophieprofessor und Theologe in Berlin, erlebte als Ostdeutscher die friedliche Revolution und den Mauerfall. Am 3. Oktober 1990 sprach er im Rundfunk das WORT ZUM TAG. Es war eines seiner "Abenteuer im Beruf".

In meiner Kindheit begegnete ich häufig Frau Pälicke auf der Straße. Sie wohnte in unserem Viertel, schlug sich mit einer Wäsche-Annahme durch und fragte Kinder nach ihren Eltern aus. Lautlos konnte sie einen plötzlich beim Pilzesammeln im Wald überraschen. „Na, was gefunden, mein Junge?“ Sie kleidete sich merkwürdig, hatte einen Gehstock und war mit ihrem Spitz bei Wind und Wetter, auch bei Schnee, in komischen Hausschuhen unterwegs.
Etwas unheimlich war meinen Geschwistern und mir selbst zumute, wenn wir Wäschestücke bei ihr abgeben mussten. Unsere Mutter warnte uns ausdrücklich vor dieser „Zuträgerin“. Nachdem mein Bruder wegen „Republikflucht“ eingesperrt worden war, sprach die sonst so Neugierige kein Wort mehr mit uns, setzte aber ihre Runden fort, blieb an Nachbarzäunen stehen, um sich über die Familie B. was erzählen zu lassen. Weiterlesen »

Gott, der uns Menschen berührt

Wer von Gott berührt ist, kann aus dieser Erfahrung sein Leben, seine Beziehungen und die Gesellschaft gestalten, schreibt P. Christof Wolf SJ in den Oktober-Informationen der GKP.

Liest man die Berufungsgeschichten in den Evangelien, so fällt auf, wie kurz sie sind. Keine langen Dialoge oder psychologischen Erklärungen. Jesus spricht die Menschen an, und sie lassen alles hinter sich, um ihm zu folgen. Selbst ihre sozialen Bindungen zählen scheinbar nichts mehr. So verlässt Petrus seine Frau und möglicherweise auch Kinder. Dieses Narrativ wird bis heute gerne gepflegt. Jesus tritt in unser Leben und sogleich verändert es sich radikal. Man verlässt alles Vertraute und folgt ihm nach. Man kann das natürlich tun, aber wer im Beruf oder in der Familie für andere Menschen verantwortlich ist, wird das kaum für umsetzbar halten. Weiterlesen »

Freiheit für Andersgläubige: Verfolgte Christen heute

Experten für Religionsfreiheit und -dialog analysieren die Lage im Gespräch und schildern Handlungsoptionen Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Stasi-Anwerbeversuch

Dr. Andreas Püttmann, Politikwissenschaftler und  freier Publizist in Bonn, berichtet in den GKP-Informationen über ein Erlebnis kurz vor dem Fall der Mauer in Berlin:

Im Mai 1989 nahm ich an einem Kongress „40 Jahre Grundgesetz“ in Berlin teil und wollte erstmals für einen Tag nach Ost-Berlin. Am Bahnhof Friedrichstraße musste ich nach Vorzeigen meines Passes auffällig lange im Kontrollhäuschen warten. Vielleicht weil ich Mitglied der IGFM und der JU war und an der Uni für einen Berater Kanzler Kohls arbeitete? Oder weil ich soeben im Streitgespräch des WDR-Mittagsmagazins (wo ich Redaktionsassistent war) die DDR ein Unrechtsregime genannt hatte, das an der Grenze auf Menschen schießen lasse „wie auf Hasen“?
Als ich endlich passieren durfte, sprach mich auf dem Bahnhofsvorplatz ein Mann mittleren Alters an: „Reinhard Wilk. Volontär beim Neuen Deutschland. Ich recherchiere zur Sicht der Bundesbürger auf die Partei ‚Republikaner’, darf ich Sie dazu befragen?“ Ich fand ihn für ein Volontariat zu alt, aber er behauptete umzuschulen. Weiterlesen »

Annas Erscheinung

Am Beispiel des Films „L‘ Apparition“ (Die Erscheinung, 2018) von Regisseur Xavier Giannoli zeigt P. Christof Wolf SJ in den GKP-Informationen, dass wir Glaubenserfahrungen anderer Menschen nicht als die unsrigen integrieren können.

Der Reporter Jacques Mayano ist geschockt. Jetzt ist es doch passiert. Jahrelang war Christophe als Fotograf an seiner Seite. An unzähligen Kriegsschauplätzen haben sie gemeinsam das Geschehen dokumentiert, um den betroffenen Menschen eine Stimme zu geben. Und nun ist er beim letzten Einsatz in Syrien brutal ums Leben gekommen. Stumm besteigt Jacques das Transportflugzeug mit dem Sarg seines Freundes und fliegt nach Hause. Doch das Geschehene lässt ihn nicht los. Zum Leidwesen seiner Familie verbarrikadiert er sich. Klebt alle Fenster und Türen zu. Zudem leidet er an einem Hörsturz. Aber deshalb den Beruf aufgeben? Niemals! Wann kann ich wieder arbeiten, fragt er den Arzt. Da erreicht ihn ein Anruf aus Rom. Der Anrufer gibt sich sehr schmallippig. Nein, genaue Details könne er nicht nennen, aber der Kardinal übernehme alle Reisekosten, und es sei sehr wichtig, dass Jacques in dieser delikaten Angelegenheit nach Rom komme. Jacques ist skeptisch. Was will dieser Kardinal der römischen Glaubenskongregation von ihm? Letztlich siegt die journalistische Neugier. „Sind Sie religiös?“ fragt ihn der Kardinal. „Ja, aber ich gehe nicht in die Kirche, wenn Sie das meinen.“ – „Sehr gut! Dann sind Sie bestens geeignet.“ Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Ausgerechnet er soll mit anderen Expertinnen und Experten eine Marienerscheinung in Südostfrankreich auf ihre Echtheit untersuchen? Weiterlesen »

Was ist der Mensch?

Zum 10. Todestag von P. Albert Keller SJ, dem langjährigen geistlichen Beirat der GKP, erschien in den GKP-Informationen im Juli der folgende Besinnungstext von ihm

Wenn einer behauptete: „Der Mensch ist 18,70 Euro wert!“, so schiene uns das recht unsinnig. Aber diese Preisangabe wird weniger sinnlos, nimmt man den Menschen nur als Summe seiner physikalischen Elemente, also von Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und den verschiedenen Spurenelementen. Analysiert man den Menschen nach den chemischen Verbindungen, die ihn aufbauen, so wäre der Preis höher; und sehr ansehnlich würde der Erlös, berechnete man seine organischen Bestandteile, also Nieren, Herz und alles, was sich heute verpflanzen lässt, nach Marktpreisen.
Diese Betrachtung scheint inhuman, doch sie verdeutlicht, dass man die Frage nach dem Menschen unter sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten angehen kann. Ich kann ihn als physikalisches Gebilde oder als Organismus betrachten; dann werden meine Aussagen nicht schlechthin falsch, aber völlig unzureichend. Weil unser ganzes Verhalten unseren Mitmenschen gegenüber aber von der rechten Antwort auf die Frage: „Was ist der Mensch?“ abhängt, genügen solche Auskünfte nicht. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Die Altarschelle

Judith Rupp ist Pressesprecherin im Bistum Trier und leitet den Bereich „Kommunikation und Medien“. In der GKP ist sie seit 2014 dank des hartnäckigen Werbens ihres früheren Chefs Dr. Stephan Kronenburg. Das Bistum Trier ist seit 60 Jahre mit Bolivien in einer Partnerschaft verbunden.

Wissen Sie, was „Altarschelle“ auf Spanisch heißt? Ich wusste es nicht, zumindest nicht bis zum März 2015. Da hatte ich nämlich eine im Gepäck, auf dem Flug nach Bolivien. Natürlich wurde ich nach der Ankunft in Santa Cruz vom Zoll rausgebeten. Was das denn sei, was da golden schimmernd zwischen meinen T-Shirts lag, wollte der Zollbeamte wissen. Mit dem Ausdruck „campanilla del altar“ konnte er nichts anfangen, und so musste ich mit meinen drei Brocken Spanisch erklären, wozu das Teil gut sein soll und dass ich es für „Padre Leo“ als Geschenk aus seinem Heimatbistum mitbringe. Ob den Beamten mein Gestammel überzeugt hat oder ob er dachte, dass ich wohl kaum Schaden mit einer Glocke anrichten würde – er ließ mich mitsamt der Schelle einreisen. Weiterlesen »

Buchtipp: "Ich lass mir den Mund nicht verbieten!"

Michael Haller Walter Hoemberg Ich lass mir den Mund nicht verbieten Reclam VerlagMit Blick auf den Journalismus heute erscheinen sie als Sternstunden: In 60 Schlüsselereignissen und Porträts zeigt der von den beiden Kommunikationswissenschaftlern Michael Haller und Walter Hömberg herausgegebene Sammelband, dass Meinungs- und Pressefreiheit einst erst erstritten werden mussten. Die lesenswerten Beiträge unter anderem über Daniel Defoe, Marion Gräfin Dönhoff, Heinrich Heine, Günter Gaus, Nikolaus Groß, Egon Erwin Kisch, Maria Leitner, Alexander Puschkin, Joseph Pulitzer und Joseph Roth illustrieren die Entwicklung des Journalismus von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Vor 20 Jahren sind einige der Buchbeiträge schon in der Medienzeitschrift „Message“ erschienen. Nun verweisen sie erneut auf journalistische Wegbereiter, deren Publizistik die Demokratisierung der westlichen Gesellschaften förderte und stärkte. (rub) Weiterlesen »

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