Zu teuer geworden

Bonn - Der „Rheinische Merkur“ (RM) wird zum Jahreswechsel als eigenständige Wochenzeitung eingestellt. Das haben die Gesellschafter des Verlages im Vorfeld  der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz beschlossen. Von 2011 an soll ein noch zu suchender Dienstleister ein Supplement produzieren, das einer Teilauflage der „Zeit“ beiliegen wird. Diese sechs Seiten erhalten nur RM-Abonnenten. Die Beilage soll Beiträge über Religion und Kirche enthalten, aber auch gesellschaftspolitische Themen mit kirchlicher Sichtweise aufgreifen. 

Der Verlag wird bis Jahresende aufgelöst, betroffen sind nach Angaben von Chefredakteur Michael Rutz 47 Mitarbeiter, davon 25 in der Redaktion. Sechs oder sieben Mitarbeiter sollen die Beilage produzieren. Die Bischofskonferenz nannte ökonomische Gründe. „Wegen des erheblichen Zuschussvolumens der Gesellschafter und der gesunkenen Abonnentenzahl sahen sich die Gesellschafter gezwungen, ein neues Konzept zu realisieren“, sagte Erzbischof Robert Zollitsch. Der RM muss seit Jahren subventioniert werden, im laufenden Jahr beträgt der Zuschuss laut Rutz 2,5 Millionen Euro.  Auch schrumpfte die Zahl der Leser in den vergangenen Jahren beständig. Zuletzt hatte der RM laut IVW 36363 Abonnenten. In mehreren Medienberichten hieß es, die Zahl echter Abonnements liege deutlich niedriger. 

Christian Klenk

 

GKP-Informationen Oktober 2010

Christ & Welt

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