Willi Weitzel bei der GKP in München

München - Botschafter des Evangeliums möchte er sein. Mit diesem Berufswunsch wurde Willi Weitzel vor 20 Jahren bei Redaktionen vorstellig und er erntete vor allem Skepsis. Der Rat an den Lehramtsstudenten, es doch mal in der Kinderabteilung zu versuchen, wurde für ihn zum Glücksfall. Mit der Sendereihe „Willi will´s wissen“ bekam er nicht nur ein weitreichendes Betätigungsfeld, er wurde auch zum Publikumsliebling. Laut BILD zählt er zu den 100 beliebtesten Deutschen. Ein wenig davon war auch bei unserem GKP Stammtisch am 13. März zu spüren. Manche hatten ihre Kinder mitgebracht und am Schluss gab es Autogramme und  Erinnerungsfotos.

Dennoch war es nicht ein Entertainer oder Fernsehstar, der da aus seinem Leben erzählte, sondern ein Journalist. Weitzels Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte nicht nur einfach zu erklären, sondern seine Zuschauer dort abzuholen, wo sie stehen, wurde an vielen Beispielen konkret.  Einfühlsam machte er deutlich, wie er selbst bei Themen wie „Tod und Sterben“ Kinder bei der Hand nehmen will, um ihnen auch medial nur zuzumuten, worauf er sie vorher vorbereitet hat. Da gäbe es, so Weitzel, auch Grenzen. Bei einem Film für die Sternsingeraktion etwa habe er bewusst darauf verzichtet, die Vergewaltigung seiner Gesprächspartner zu thematisieren. „Was nützt es“, meinte er, „wenn die Kinder dann nicht mehr als Sternsinger herumziehen möchten, weil sie der Hintergrund abschreckt.“ Für ihn, gestand er, sind die Erfahrungen mit Kindern in Elendsgebieten oft sehr aufwühlend. Auch wenn er vor Kamera versucht, möglichst professionell zu bleiben. Manchmal geht er nach getaner Arbeit einfach raus, um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. „Das“, so meinte er, „bewahrt auch davor abzustumpfen“.  Der 42jährige Weitzel ließ erkennen, dass er sich auch in Krisenregionen nicht nur als Reporter versteht. Er will Anwalt der Kinder sein, lässt sich sosehr berühren, dass es ihn manchmal drängt, mehr für sie zu tun, als über sie zu berichten. Derzeit plant er eine Hilfsaktion für Menschen im syrischen Grenzgebiet. Einen LKW mit Hilfsgütern, den er derzeit sucht, will er selbst die 3500 Kilometer zu einem Flüchtlingscamp der Jesuiten steuern.

Zum Gespräch mitgebracht hatte Wetzel auch seine Frau Magdalena, die zusammen  mit ihm die Produktionsfirma „Welterforscher Film und so weiter GmbH“ betreibt. Es war vor allem die Offenheit der beiden, auch über sehr persönliche Erfahrungen zu sprechen, die beeindruckte. Der Abend war eine Ermunterung, auch als Journalist den Glauben nicht zu verlieren, dass man die Welt tatsächlich besser machen kann. (mk)

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