Therapie für die Kirche - Gesprächsabend mit Joachim Frank

München - Glaubwürdigkeit,  Realitätssinn und Bescheidenheit. Für den Journalisten und Theologen Joachim Frank sind das die Schlüsselbegriffe für eine Gesundung der Kirche. In einer gemeinsamen Veranstaltung des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) und der GKP Region München stellte GKP-Mitglied Frank am 24. Februar sein Buch „Wie kurieren wir die Kirche?“ vor. Mit einer Vielzahl von Beispielen versuchte der einstige Priester aufzuzeigen, wo die Kirche derzeit ihren Kredit verspielt.

Doch er benannte auch Zeichen der Hoffnung. Dazu zählt für ihn vor allem, dass zunehmend auch Bischöfe wie etwa der Essener Oberhirte Franz-Josef Overbeck, „heiße Eisen“ wie die Zölibatsfrage offen ansprechen. Dass dies heute möglich ist, führt Frank vor allem auf das veränderte Klima zurück, das der Pontifikatswechsel ausgelöst hat. „Es ist verwunderlich“, so Frank,  „wie sehr eine einzelne Person den großen Tanker Kirche zu einem Richtungswechsel bewegen kann.“  Als gravierendes Problem der Kirche bezeichnete Frank das Fehlen geeigneter Kommunikatoren. Dass es kaum Bischöfe gibt, die kirchliche Positionen auch in Talkshows überzeugend verteidigen können, führe dazu, dass sich Menschen zum Sprachrohr der Kirche machen, die ihr damit eher schaden. Im Gespräch entstand deshalb die Anregung, ein neues Berufsbild zu kreieren: Den theologisch gebildeten und kirchlich beheimateten Talkrundenteilnehmer. In Menschen zu investieren, die eloquent, sympathisch und überzeugend im Namen der Kirche auftreten, wäre ein wesentlicher Schritt im Heilungsprozess der Kirche. (mk)

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