7 Fragen an Volker Resing

Geboren 1970 in Münster, verheiratet mit der Juristin Claudia Thomas, Vater von Jan David (2 Jahre alt). Studium Germanistik und Geschichte, Freier Mitar beiter bei der Münsterschen Zeitung, Volontariat beim Bocholter-Borkener-Volksblatt, Redakteur bei den Westfälischen Nachrichten, USA-Aufenthalt mit einem John-McCloy-Fellowship, Korrespondent für die Ver - lagsgruppe Bistumspresse und die Oldenburgische Volkszeitung in Berlin.

Ihr persönlicherWeg zum Journalismus?

Als Kind habe ich angefangen, Zeitungen zu basteln. Mit Leidenschaft war ich Redakteur bei der Schülerzeitung. Das Blatt hieß „Error“ und wir konnten an der Schule mit einigen Texten etwas bewegen, zumindest Aufmerksamkeit erregen. Eine spannende Erfahrung. Vor allem hat es Spaß gemacht, selbst Chef zu sein. Danach kamen die Mühen der Ebene: Freier Mitarbeiter bei der Lokalzeitung, später Volontär und Redakteur. Während des Studiums habe ich im Stadtarchiv gearbeitet. Forschen, Dinge herausfinden und dann allgemein verständlich erklären - vielleicht ist das mein zweiter Weg zum Journalismus.

Ihre Vorbilder?

Viel gelernt habe ich von meinem ersten Lokal-Chef Klaus Albin. Er hat mir beigebracht, an Texten zu feilen. „Streiche immer deine liebste Formulierung heraus, dann wird der Text gut“, hat er gesagt. Von Carmen Thomas habe ich das Fragen gelernt. Bei Interviews gelten für mich ihre Tipps und Regeln. Renate Rauch hat bei der „Wochenpost“ meine Texte auseinander genommen. Eine erfrischende und drastische Schule. „Schmunzeln ist Mist“, sagte sie. „Das ist ein komisches Wessi-Wort“. Seitdem benutze ich es nicht mehr.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Eine Stadtführung mit Nanni Mayer durch das nördliche Manhattan. Die 85-jährige stammt aus Mainz, als jüdische Deutsche floh sie vor den Nazis. Heute zeigt sie deutschen Touristen ihre neue Heimat. Noch immer liebt sie Mainz genauso wie New York. Mit einem so wunderbaren Menschen lässt sich die halbe Welt erklären und die große Geschichte ganz nah erzählen.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugierde und eine Mischung aus Disziplin und Disziplinlosigkeit. Und so etwas wie die Fähigkeit zum Rollenspiel. In Journ a l i s t e n - H a n d b ü c h e r n wird ein Satz der Londoner „Times“ zitiert: „To be ignorant again.“ Das scheint mir tatsächlich das Schwierigste zu sein. Sich erst schlau machen und dann wieder „dumm stellen“, um so zu schreiben, dass es jeder versteht.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Es ist ziemlich schwer! Mein 2-jähriger Sohn versucht es mir beizubringen. Eine Richtschnur: Nur zwei Abendtermine pro Woche. Die größte Gefahr geht von Handys und W-Lan-Anschlüssen aus, weil Familie und Beruf so nie getrennt sind. Andererseits bietet die Technik auch große Chancen. Manche wichtigen Besprechungen habe ich schon (fast unbemerkt) mit Schüppchen in der Hand vom Sandkasten aus geführt.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hinein gebracht und was hält Sie?

Interessante Köpfe haben mich hineingebracht, sie sind der Grund, warum ich dabei bin und sie halten mich bei der Stange. Ich bin bei der GKP immer wieder überrascht worden: Von den Veranstaltungen, den Diskussionen genauso wie von den Menschen. Da muss man dran bleiben!

Was erwarten Sie von der GKP?

Das besondere Sujet der katholischen Publizistik braucht einen gut funktionierenden Stammtisch. Der bietet nicht nur Austausch, sondern stärkt auch die eigenen Kräfte und gibt gegebenenfalls Rückendeckung. Mir gefällt auch die Mischung aus Journalisten, kirchlichen Presse- und PR-Menschen und Autoren.

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