7 Fragen an Ulrich Waschki

Ulrich Waschki, Jg. 1973, verheiratet, zwei Kinder. Nach dem Politik-Studium in Münster Volontariat bei der dpa, danach freier Journalist, stellvertretender Leiter der Presseabteilung der Bundesagentur für Arbeit, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Osnabrück. Seit September 2008 Chefredakteur der Verlagsgruppe Bistumspresse und des Kirchenboten in Osnabrück.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Ganz klassisch: Schülerzeitung, Praktika, freie Mitarbeit, Studium und Volontariat. Mein erstes Praktikum war bei einem Anzeigenblatt und meine erste „Geschichte“ war tatsächlich über Kaninchenzüchter. Als freier Mitarbeiter habe ich dann parallel zum Studium für eine Lokalzeitung und das Lokalradio in meiner Heimatstadt Rheine gearbeitet. Das Magisterstudium ließ damals noch Zeit dafür. Gerade beim Lokalfunk – knappes Budget, im Verhältnis zu Sendedauer und Sendegebiet wenig feste Mitarbeiter – konnte ich viel ausprobieren und lernen. Der angenehme Nebeneffekt: Sein Studium mit journalistischer Arbeit zu finanzieren, macht mehr Spaß als Hamburger zu verkaufen.

Ihre Vorbilder?

Ein Vorbild gibt es nicht. Kein Hajo Friedrichs, kein Egon Erwin Kisch. Beeindruckend finde ich die Arbeitsweise und den Stil von Gay Talese. Aber der ist schon eher Literat als Journalist. Vorbildhaftes finde ich vor allem im Alltag: Im Volontariat gab es einen Redakteur, der nach fast 30 Jahren ohne Orts- und Firmenwechsel mehr Feuer und Begeisterung für seinen Job hatte, als manch junger Kollege. Oder einen Volontärskollegen, der keinen Weg durch die Stadt machen konnte, ohne Ideen für neue Geschichten mitzubringen. Dann denke ich an einen Kollegen, der mich immer wieder begeistert, weil er ein Thema nicht nur oberflächlich bearbeiten, sondern es umfassend und wirklich gründlich durchdringen will.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Auch hier gewinnt der Alltag: Da ist erstmal der Sieg über den Zeitdruck, z.B. während einer laufenden Nachrichtensendung im Radio noch eine Meldung zu schreiben oder im Wettbewerb der Agenturen die erste Eilmeldung zu liefern. Bei einer Wochenzeitung ist der Rhythmus anders, Zeitdruck bleibt aber. Unter diesem Druck ein Thema in einer guten Geschichte umzusetzen, gehört zu den Erlebnissen des Alltags. Vor allem sind es aber Gespräche mit Menschen. Die Geschichten anderer Menschen zu hören und sie zu erzählen – das ist es, was unseren Beruf so spannend macht. Und ein wenig schmunzeln muss ich, wenn ich an einige Erfolge auf der anderen Seite des Schreibtisches, als Pressesprecher, denke.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Zunächst natürlich das Handwerkszeug. Eine solide journalistische Ausbildung gehört gerade in Zeiten von „Bürgerjournalismus“ und Bloggern dazu. Der ständige – kritische - Blick über den Tellerrand und ein fundiertes Halbwissen über Gott und die Welt ebenfalls. Aber reine Professionalität reicht nicht. Wirklich guter und verantwortungsvoller Journalismus aber entsteht dort, wo Journalisten nicht nur nach Auflage, Quote und Schlagzeile schielen, sondern auch ein echtes Interesse am Menschen mitbringen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

immer zu knapp. Und wenn man das Glück hat, einen Beruf zu haben, der private und berufliche Interessen verbindet, macht das natürlich vor der eigenen Haustür nicht Halt. Den abendlichen Blick ins Internet empfinde ich nicht als Arbeit. Meine Frau sieht das anders. Sie hält mir im Moment den Rücken frei. Aber im nächsten Jahr muss ich mir eine neue Antwort auf diese Frage überlegen: Die Elternzeit meiner Frau endet.

Warum sind Sie in der GKP- was hat Sie hineingebracht – was hält Sie?

Bei verschiedenen Veranstaltungen zu Beginn meiner Zeit bei der Verlagsgruppe Bistumspresse habe ich die beiden kirchlichen Mediennetzwerke kennengelernt: Das IfP und die GKP. IfP ging nicht mehr, also rein in die GKP.

Was erwarten Sie von der GKP?

Ein Netzwerk. Über die GKP möchte ich Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen knüpfen, mich mit ihnen über unsere Arbeit und die Kirche austauschen.

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