7 Fragen an Thomas Schumann

1963 geboren, Abitur 1983, von 1986 bis 1991 unter idea len Bedingungen Studium in Eichstätt an der Katholischen Universität: u.a. Abschluss Dipl.-Journalist; verheiratet, zwei Jungen.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Von Kindes Beinen an war ich von dem Wunsch beses- sen, einmal Reporter zu werden, war Schülerzeitungs macher; mit 16 Jahren Praktikant in der Lokalredaktion des Wuppertaler Generalanzeigers und bald nicht bloß Austräger der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, son dern auch Artikelschreiber und Fotograf dafür. Nebenbei machte ich eine Jugendzeitschrift für zuletzt sieben Pfar reien - redaktionell, (finanz)-technisch und gestalterisch. Es folgten Wehrdienst im Pressezentrum der Luftwaffe in Köln-Wahn als Redakteur, anschließend Tageszeitungs volontariat bei der Gießener Allgemeinen Zeitung. Später erste Erfahrungen mit privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk - Radio und TV. Schließlich .journalistische. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit entdeckt: bei der Stadt Ingolstadt als Stv. Pressesprecher bis 1996 angestellt, dann zur Kirche gewechselt: Die Solidaritätsaktion Renovabis durfte ich von ihren späten Pionierjahren bis heute als Redakteur für Publikationen und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleiten.

Ihre Vorbilder?

Viele, darunter Hermann Boventer und Wilhelm Bettecken, die ich auch noch persönlich gut kennen lernen durfte. Helmut S. Ruppert, Carmen Thomas, Klaus-Jürgen Hall er sowie viele WDR-Magazinmacher, die meine Mutter und ich bei großer Lautstärke mit dem Aufstehen und nach mittags .neben. den Hausaufgaben aufsogen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Ein sehr eindrucksvolles Interview mit Franz Kardinal König im Jahr 1999; die pressetechnische Organisation des Besuchs von Michail Gorbatschow in einem oberbaye rischen Dorf (Denkendorf/Altmühltal), wo man bis heute seine Fußabdrücke in Bronze finden kann. Schönste Er lebnisse sind für mich grundsätzlich alle Begegnungen mit Menschen in ungewöhnlichen Situationen oder mit ihren ganz persönlichen Spezialitäten, die einfach befragt und einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt gehören. Noch schöner werden die schönsten Erlebnisse, wenn sie mich auf unerwartet exotisches Terrain führen, etwa in den 1988 noch mittelalterlich anmutenden und klausurierten Schweinemastbetrieb der Güter der Benediktinerinnen abtei Sankt Walburg in Eichstätt oder in die von Armut gezeichnete Familie eines ehemaligen Gymnasialdirektors im albanischen Hochland Mirdita, in oberhessische Dör fer beim .Kalten Markt. oder - wie erst kürzlich - ins indische Poona und nach Goa an das Grab des Jesuitenmissionars Franz Xaver.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Es muss authentisch und ehrlich zugehen. Alle Beteiligten müssen wissen, was ich mache. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ich sie vorstelle und nicht vorführe, dass ich sie nicht benutze. Wenn wir unsere Geschichten wohl auch am besten über Menschen erzählen können, so ist genauso die seriöse, sachliche - dabei kaum zwangsläufig lang- weilige - Nachricht gefragt. Und vor der Schreibe ist die gründliche Recherche für mich mit das Unerlässlichste und macht übrigens auch richtig Spaß.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter ei nen Hut?

Schlecht. Mein unstetes Journalistenleben hat zum Glück eine Heirat und Familiengründung nicht verhindert. Mei ne Frau lernte ich 1985 anlässlich des ersten Interviews meiner Zeitung mit dem damals neuen Bischof von Mainz Karl Lehmann in der Gießener KHG kennen. Weil ich im mer irgend etwas .in die Zeitung zu setzen habe., ist mein Kellerbüro oft schlecht gelitten. Im Urlaub kann es schon passieren, dass ich mich leidenschaftlich .journalistisch. verhalte. Gelegentlich gehe ich Mittelwege oder auch meine Lieben mit mir. Ist ja nicht bloß schlecht, wenn man einen neugierigen Vater und Ehemann hat...

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hinein ge bracht und was hält Sie?

Die Ziele der GKP gefielen mir, und ein ehemaliges Vor standsmitglied, das ich auch als Seminarleiter an der Uni schätzte, warb mich und bürgte damals für mich. Habe ich früher häufig an den Jahrestagungen teilnehmen kön nen, fällt es mir jetzt schwerer zu kommen. Das tut mir leid, denn gerade dort werden relevante Themen disku tiert. Ich bin überzeugt, und das hält mich auch: Die Kol leginnen und Kollegen, die ich in der GKP treffen kann, sind interessante Menschen. Sie interessieren sich aber auch für meine Tätigkeit und für mich selbst.

Was erwarten Sie von der GKP?

Kollegialen Austausch, Tagungen, interessante Gesprächs partner und Reiseangebote - wie bisher. Auch, dass sol che Angebote von uns Mitgliedern wertgeschätzt und wahrgenommen werden.

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