7 Fragen an Theodor Bolzenius

Geboren 1955 in Essen, aufgewachsen in Mönchengladbach, Wehrdienst in Wuppertal, Studium in Bonn – Katholische Theologie, Geschichte und Latein. Volontär und Referent in der Pressestelle der Stadtwerke Düsseldorf. Seit 1987 Pressesprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), damit verbunden Pressesprecher der deutschen Katholikentage. Verheiratet seit 1978, drei (fast) erwachsene Söhne. GKP-Mitglied seit 1987.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Ins Studium war ich gestartet mit dem Ziel Lehrer zu werden, doch je näher das Examen kam, umso deutlicher zeichnete sich ab, dass das nicht so kommen konnte und sollte. Erfahrungen aus kommunalpolitischem und ehrenamtlichem Engagement begleiteten die Neuorientierung. Die Frage war, gibt es im politischen, kirchlichen oder Verbandsbereich eine Chance? Es sollte – wenigsten zunächst - ganz anders kommen. Der Zufall lenkte mich zu den Stadtwerken Düsseldorf in ein Volontariat in der Stabsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ein nahezu idealer Ausbildungsplatz in einem Unternehmen mit Möglichkeiten und dem Willen zu öffentlicher Präsenz, in einer Stadt mit –schon damals – vielfältiger, aber auch überschaubarer Medienlandschaft und nicht zuletzt in einer Abteilung mit engagierten und erfahrenen „Lehrern“. Aus der Neuorientierung wuchs so schnell eine neue „Leidenschaft“. Als Referent konnte ich dort meine Kenntnisse vertiefen und berufliche Erfahrung sammeln

Ihre Vorbilder?

Schwer zu sagen, aber am ehesten einige „namenlose“ Öffentlichkeitsarbeiter aus Passion, denen ich begegnen durfte.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Wende 1989 bei der Vorbereitung auf den Berliner Katholikentag 1990 aus großer Nähe erleben zu dürfen – eine Pressekonferenz zu leiten im Internationalen Pressezentrum der DDR in Ost-Berlin – die erste Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken mit dem Gemeinsamen Aktionsausschuss katholischer Christen in der DDR – das Treffen der Staats- und Regierungschefs

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Genauigkeit, Schnelligkeit, Sorgfalt, Neu- gier, Flexibilität, einen festen Standpunkt, der Orientierung im Meinungsdschungel ermöglicht.

Was helten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

„Schuster bleib bei deinen Leisten“ sagt das Sprichwort, deshalb möchte ich lieber darüber sprechen, was ein Pressesprecher und Öffentlichkeitsarbeiter braucht. An erster Stelle möchte ich nennen: Viel Geduld und die Gabe, zuhören zu können. Dann –besonders, wenn man den Beruf länger ausüben will - die Bereitschaft, sich vor allem in der Öffentlichkeit zurück zu nehmen. Wenn dann eine hohe Identifikation mit der „Sache“ und den Menschen, für die man arbeitet, hinzukommt, kann etwas daraus werden. Übrigens: die größten Feinde des Pressesprechers sind Indiskretion und Unaufrichtigkeit. Wenn sie von außen kommen, kann man wenig dagegen tun, vielleicht immer die notwendige Vorsicht walten lassen. Selber sollte man sich stets um das Gegenteil bemühen: Um Diskretion und Aufrichtigkeit.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Die Quadratur des Kreises wird nur durch das Abschneiden von Ecken möglich. Schmerzhaft erfahre ich das immer, wenn eine solche Ecke die Familie betrifft. Letztlich auflösbar scheint mir das nicht. Hilfreich erlebe ich, wenn berufliche und private Interessen sich in der Grundintention decken.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat sie hineingebracht, was hält Sie?

Weil es gut ist, dass sich Menschen, die in einem bestimmten beruflichen Umfeld arbeiten, solidarisch zusammenschließen, mehr als andere von einander wissen, gegebenenfalls für einander einstehen. Ich bin dankbar, dass Kolleginnen und Kollegen bereit sind, durch ihr Engagement dafür einen Rahmen zu geben.

Was erwarten Sie von der GKP?

Bei allen Ansätzen und Schwierigkeiten, die ich selber sehe, etwas mehr Meinungsbildung und Engagement in medienpolitischen Fragen, gerade auch in Bezug auf manche Entwicklungen in unserer Kirche. 

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