7 Fragen an Stephan Neumann

Stephan U. Neumann, Jahrgang 1975, ist verheiratet und hat vier Kinder. Nach dem Theologiestudium in Freiburg, das von einem einjährigen Brasilienaufenthalt unterbrochen wurde, war er zunächst als Freier Mitarbeiter bei der Badischen Zeitung tätig, von 2004 bis 2006 dann als Volontär. Auf eine Zwischenstation als Lektor beim Trierer Paulinusverlag folgte 2007 die Anstellung als Redakteur bei CHRIST IN DER GEGENWART.

Ihr persönlicherWeg zum Journalismus?

Relativ kurz. Ich hatte mich zwar während des Studiums um die Zeitung der Studierendenvertretung gekümmert, bin aber erst über Praktika nach dem Studium, zunächst bei der Katholischen Fernseharbeit in Frankfurt und dann bei der Badischen Zeitung in Freiburg, überhaupt zum Journalismus gekommen. Dann ging es allerdings recht schnell: Freie Mitarbeit, Volontariat und heute kann ich Studium und Ausbildung in meiner täglichen Arbeit bestens verbinden.

Ihre Vorbilder?

Habe ich keine. Ich halte zwar die „Streiflichter“ der „Süddeutschen Zeitung“ für – meistens – brillant und kann mich für gut geschriebene, ausführliche Reportagen und Analysen in der „Zeit“ begeistern. Ein unfehlbares Idol habe ich mir allerdings nicht erkoren, das würde wohl auch meiner kritischen Einstellung widersprechen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Frage erinnert mich stark an meinen – bescheidenen – Deutschunterricht in der Grundschule (das war eine Anregung). Wenn aber Reaktionen von Lesern oder auch Kollegen deutlich machen, dass es gelungen ist, ein Thema interessant mit einem eigenen Dreh und gut verständlich dargestellt zu haben, gehört das für mich sicherlich mit zum Schönsten in unserem Beruf.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Kritische Distanz. Sowohl gegenüber den Institutionen und Personen, über die man berichtet, als auch gegenüber den Lesern. Auch wenn es kulturpessimistisch klingt: Die Nähe zu Firmen, Veranstaltern, Politikern usw., die gerne Journalisten „ganz unverbindlich“ einladen, ist erschreckend. Und das oft wiederholte Motto „immer an den Leser denken“ – nimmt die Abonnenten nicht ernst und legitimiert meistens nur eine anbiedernde Oberflächlichkeit.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Indem ich versuche möglichst gut strukturiert und konzentriert zu arbeiten. Das bedeutet auch, dass ich – abgesehen von echten Ausnahmefällen – abends mit geradezu beamtischer Spießigkeit meinen Arbeitsplatz rechtzeitig verlasse, um mit meiner Familie zu Essen und anschließend die Kinder ins Bett zu bringen. Ehrlich gesagt halte ich es für eine verbreitete Attitüde in unserem Beruf, man könne vor dem Mittagessen noch keinen kreativen Gedanken fassen und müsse deshalb bis in die Nachstunden noch an seinen geistigen Ergüssen feilen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ich bin in der GKP, weil ich an der wirklich sehr anregenden, informativen Norwegenreise Ende Juni teilnehmen wollte. Nach diesem gelungenen Auftakt hoffe ich, auf den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, sowie interessante journalistische Veranstaltungen – ich erinnere mich an ein sehr anregendes und informatives Treffen mit dem Dopingexperten Treutlein in Heidelberg, an dem ich vor einem Jahr noch als Gast teilnehmen durfte.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie den Austausch untereinander ermöglicht und fördert, und vor allem, dass sie die Möglichkeiten und Herausforderungen einer von Informationen und Medien geprägten Gesellschaft innerhalb der Kirche stärker bewusst macht. Viel zu oft werden Journalisten leider noch immer geradezu als „Bedrohung“ wahrgenommen, die „ja eh immer nur das schreiben, was sie wollen“. Ein positiverer, vertrauensvollerer Umgang miteinander könnte mehr und mehr die Chancen einer sich wandelnden Kirche in einer sich fortwährend verändernden Gesellschaft in den Vordergrund rücken lassen. Vielleicht kann die GKP hier Türöffner und Wegweiser sein.

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