7 Fragen an Stefan Hans Kläsener

Stefan Hans Kläsener, geboren am 15. Oktober 1964 in Dortmund, wuchs in einer kinderreichen Familie auf. Nach dem Abitur am Burggymnasium in Essen Studium der katholischen Theologie, Philosophie und Germanistik in Bonn, Jerusalem und München. Nach dem Diplom in Theologie Volontär und Redakteur bei den Lübecker Nachrichten, von 1993 bis 1995 freiberuflicher Journalist in Hessen. Seit 1995 Redakteur der Fuldaer Zeitung, seit 1996 Ressortleiter für die Ausgabe der Kinzigtal-Nachrichten. Verheiratet, vier Kinder.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus

Es begann mit einer alten Torpedo-Schreibmaschine, die mir der Pfarrer überlassen hatte. Ich fantasierte mit meinem Bruder im zarten Alter von zehn Jahren imaginäre Meldungen einer imaginären Spielstadt zu einer vierseitigen Ausgabe zusammen. Und stellte später fest, dass die Wirklichkeit die Fantasie noch zu übertreffen imstande ist. Ansonsten: Praktika, angefangen bei Wilhelm Bettecken in der Bischöflichen Pressestelle Essen über NRZ, dpa, Saarländischen Rundfunk und Sonntag aktuell bis hin zu vielen Fortbildungsveranstaltungen, wo die uneitlen unter den Kollegen sich gegenseitig versichern, dass sie alle mit verdünntem Wasser kochen.

Ihre Vorbilder?

Der heilige Benedikt mit seinem herrlichen katholischen Realismus, die Verschmitzheit der Jesuiten und die beeindruckenden Alltagshelden, die man als Journalist kennen lernt - das vielleicht größte Privileg dieses Berufs.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Werftenkrise in Mecklenburg-Vorpommern 1992. Ich war damals Lokalredakteur in Wismar, bekam alles aus erster Hand mit, und hab in den darauffolgenden Tagen, als endlich die "großen Medien" reagierten, manchen Respekt vor ihnen verloren. Es gab aber auch gute Kollegen wie den von Reuters, der mir mit Treuhand-Nachrichten aus Berlin aushalf, und ich nannte ihm im Gegenzug lokale Ansprechpartner (Telefon funktionierte ja kaum). Am Ende hat die Werftenkrise maßgeblich zum politischen Ende des undurchsichtigen Günther Krause und zum Aufstieg der verletzlich-offenen Angela Merkel beigetragen.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Mut, intellektuelle Unabhängigkeit und das Wissen von Hansjoachim Friedrichs: "Wir sind überall dabei, aber gehören nirgendwo dazu." Wenn der Landrat, der Minister oder der Bischof tausendmal schmeicheln: Wir sind nicht Diener dieser Herren, sondern Stimme der Regierten. Schließlich: ehrliches Interesse am Menschen, am Nächsten, und die Neugierde, die sich nicht mit dem ersten Blick zufrieden gibt.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Durch ritualisierte Schizophrenie: Ich gaukle mir vor, privat zu sein, und dennoch lässt der Beruf niemals los.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Vor allem Reisen, muss ich gestehen. Bonn, Rom, Berlin, Syrien - da habe ich viele GKP-Mitglieder näher kennengelernt und kann aus eigener Erfahrung sagen: Das Netzwerk GKP enthält viele menschliche Pretiosen. Was gibt es schöneres, als diese nach und nach zu entdecken.

Was erwarten Sie von der GKP?

Das Gespräch unter Kollegen und Gleichgesinnten, das den oft mühsamen Prozess des Abtastens verkürzt: Bestimmte Grundeinstellungen kann ich hier voraussetzen, ohne auf Uniformität zu stoßen. Ich wünsche mir eine Balance zwischen kirchlichen und säkularen Journalisten, weil ihre Arbeitsbedingungen doch oft recht unterschiedlich sind.

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