7 Fragen an Sigrid Bullin

Geboren 1963 in Hagen/Westfalen. Studium der katholischen Theologie (Diplom) in Münster. 1990 bis 1991Mitarbeit in der Bischöflichen Pressestelle Münster. Danach fünf Jahre lang Redakteurin der Paderborner Bistumszeitung "Der Dom" in der Regionalredaktion Dortmund. Seit 1996 freie Journalistin in Würzburg. Verheiratet, eine Tochter.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Nach dem Studium geriet ich im Rahmen eines so genannten "Berufsorientierungsjahres für arbeitslose Diplomtheologen", das von der Diözese Münster angeboten wurde, in die Bischöfliche Pressestelle. Ich hatte zwar vorher nie eine Zeile für eine Zeitung geschrieben, fand aber so großen Gefallen am Journalismus, dass ich mich entschied, in diesem Beruf zu bleiben. Da die Kirchenzeitung meines Heimatbistums gerade einen Redakteur suchte, konnte ich nahtlos von Münster nach Dortmund wechseln, wo ich für vier Regionalseiten im "Dom" verantwortlich war und die Katholische Pressestelle Dortmund betreute. Berufsbegleitend habe ich noch am Theologenkurs des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses teilgenommen.

Ihre Vorbilder?

In beruflicher Hinsicht die beiden Kollegen, die mir das journalistische Handwerk beigebracht und meine ersten Texte redigiert haben: mein damaliger Chef, Dr. Günter Graf, und mein Kollege Christoph Arens, die mir auf ihre je eigene Art die Begeisterung am Journalismus vermittelten. In theologischer und spiritueller Hinsicht die Schwestern der Benediktinerinnen-Abtei Varensell bei Gütersloh, wo ich seit vielen Jahren eine geistliche Heimat habe.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Zur Berichterstattung über Partnerschaften zwischen Dortmunder und Breslauer Gemeinden habe ich Mitte der 90er Jahre zwei Reisen der Dortmunder St.-Hedwig- Stiftung nach Polen begleitet - ein Land, das mir völlig fremd war. Die Herzlichkeit der Menschen in den Breslauer Gemeinden, ihre tiefe Religiosität, die wirtschaftliche Not, ihre Hoffnung auf Besserung durch die politische Wende, aber auch die Wunden der Vergangenheit haben mich zutiefst bewegt. Es war wunderschön, an dieser Freundschaft teilnehmen zu dürfen und durch Fotos und Artikel ein wenig zur Versöhnung beitragen zu können. Hinzu kommen Großveranstaltungen wie Katholikentage oder der Papstbesuch in Paderborn.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugierde auf das Leben, auf die Menschen, auf Zusammenhänge und Hintergründe - halt auf "Gott und die Welt". Außerdem ein Gefühl für Sprache und eine möglichst vollkommene Beherrschung von Rechtschreibung und Grammatik.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Eigentlich gar nicht, da für mich mit der Familienphase der hauptberufliche Journalismus erst mal beendet ist. Aber je älter unsere Tochter wird, desto mehr Zeit habe ich hoffentlich wieder zum Schreiben, und dadurch, dass mein Mann auch Journalist ist, bleibe ich zumindest auf dem Laufenden.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht?

In meinem Jahr in Münster hat Dr. Graf mich zahlreiche Beiträge für die "Informationen" schreiben und wohl alle Texte Korrektur lesen lassen. Als ich dann Redakteurin war, war mir klar, dass ich einfach auch dazugehören wollte.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie als Verband und durch jeden Einzelnen den Medien erklärt, was Kirche ist, und der Kirche erklärt, was die Medien sind. Dass sie uns Mitgliedern eine Heimat und eine Begegnungsmöglichkeit gibt, wie ich es so oft bei den Jahrestagungen erlebt habe.

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