7 Fragen an Michaela Pilters

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Eine Werbung des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses wurde mir zum "Verhängnis". Vorbelastet durch die Schülerzeitung und (damals noch) für den angestrebten Beruf der Pastoralassistentin als Frau nicht zugelassen, suchte ich nach Alternativen und bewarb mich beim Institut als Stipendiatin. In den diversen Praktika bei Freiburger Zeitung, Bayerischem Rundfunk und KNA habe ich dann "Blut geleckt" und ging nach dem abgeschlossenen Theologie-Diplom 1978 als Redakteurin zu KNA nach Bonn. Die während des Studiums geknüpften Kontakte führten bald (1979) zu einem Wechsel in die Kirchenfunk-Redaktion des Hessischen Rundfunks. 1985 kam dann der Ruf nach Mainz, wo ich seitdem die Redaktion Kirche und Leben/kath. des ZDF leite.

Ihre Vorbilder?

Keine festen, sondern wechselnd nach Lebenssituation und Stimmung.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Beim ersten Papstbesuch in Deutschland 1979 übertrug der HR aus dem Fuldaer Dom den Gottesdienst mit Priestern und Bischöfen. Einzig mögliche Sprechstelle war die Kanzel. Ich habe es sehr genossen, als einzige Frau in diesem Gottesdienst nur von und mit Männern ausgerechnet auf der Kanzel zu stehen und zu kommentieren.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Rasche Auffassung, klares Urteil und saubere Sprache gehören zum Handwerkszeug. Aber der Journalist braucht meiner Meinung nach nicht nur den Eros für Geschichten und Nachrichten, sondern auch die Liebe zu den Menschen, damit er/sie davor bewahrt wird, ein Zyniker zu werden und Menschen nur als Story-Geber bzw. Konsumenten zu missbrauchen. Eine gute Portion Selbstbewusstsein, gepaart mit Bereitschaft zur Selbstkritik, ist ebenso hilfreich wie Flexibilität, gepaart mit Beharrungsvermögen. Und vor allem: ein tragfähiges Fundament an Werten, für die zu arbeiten sich lohnt.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Es war gut, dass es sie gab.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Als alleinerziehende Mutter war es nicht immer einfach: Disziplin, eiserne Nerven und Organisationsgeschick wurden gebraucht. Meine Tochter hat sicherlich die Mutter manchmal vermisst. Aber sie ist auch eine sehr selbstständige junge Frau geworden, deren schönstes Kompliment für mich war, dass sie nie mit einer ihrer Altersgenossinnen hätte tauschen wollen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Bei KNA wurden Redakteure damals automatisch Mitglied. Ich nahm ziemlich kritisch an meiner ersten Jahrestagung in Bensberg teil, wurde aufgrund meiner Interventionen gleich für den Vorstand vorgeschlagen. Persönlich setzte ich mir damals das Ziel, eine Wahlperiode zu investieren. In dieser Zeit habe ich so viele Freunde gefunden, so viel Solidarität erfahren und interessante Begegnungen zwischen Generationen und Sparten gehabt, dass es danach keine Frage mehr war, ob ich der GKP treu bleiben wolle. Meine große Sorge: Wie können wir diese Erfahrungen auch heute noch vermitteln, wie kann es gelingen, unseren Mitgliedern und Interessenten den Verband schmackhaft zu machen? Ich bin fest überzeugt, dass in der aktuellen Wettbewerbssituation in allen Medienbereichen und angesichts des Bedeutungsverlustes christlicher Überzeugung in der Öffentlichkeit ein Verein von Gleichgesinnten, die sich gegenseitig stützen und bereichern, notwendiger ist denn je.

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