7 Fragen an Max Kronawitter

Jg. 1962, verheiratet, ein Kind, Filmemacher. Nach dem Theologiestudium Redakteur bei "steyl-medien". Ab 1990 eigene Produktionsfirma "Ikarus-Film". Seither etwa 50 Dokumentarfilme als Autor, Regisseur und Kameramann für die kirchliche Bildungsarbeit und für das Fernsehen. Daneben Beiträge in der Kirchenzeitung und im Hörfunk.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus:

Obwohl ich während meiner Gymnasialzeit eine Schülerzeitung gegründet habe, hätte ich nie gedacht, einmal journalistisch zu arbeiten. Während eines Studienjahres in Rom habe ich ein Praktikum bei Radio Vatikan gemacht. Der Sendebetrieb in über 40 Sprachen im Schatten von St. Peter hat mich fasziniert. Im Münchner "Institut für Medien und Kommunikation", unter der Leitung von Pater Knott SJ, konnte ich das erste Mal mit einer Filmkamera arbeiten. Als mein Probefilm unerwartet einen Preis bekam, fing ich als Autodidakt an, mich mit dem Handwerkszeug vertraut zu machen. Bei "steyl medien" konnte ich die ersten Filme drehen, dann einen Magazinbeitrag für den BR. Mit einem Kredit, der mir viele schlaflose Nächte bereitet hat, habe ich mir ein eigenes Equipment gekauft und eine eigene Firma gegründet. Ich habe es noch nicht bereut.

Ihre Vorbilder:

Reinhold Iblacker, ein Jesuit, der meine ersten filmischen Gehversuche begleitet hat. Seine über 100 Dokumentationen für das Fernsehen waren für ihn immer mehr als nur journalistisch aufbereitete Themen. Durch seine Filme über Sterbehospize in England ist er zum Vorreiter dieser Idee in Deutschland geworden, einer der geistigen Väter der deutschen Hospizbewegung.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf:

Bei Dreharbeiten in Indonesien, dort, wohin sich noch kein Tourist verirrt hat, justierte ich gerade die Kamera, als in einer Schule offenbar der Unterricht zu Ende war. Hunderte von Kindern stürmten auf mich zu, lachend, offen. Ich musste ihnen wie ein Außerirdischer vorkommen. Nie wieder bin ich von so vielen strahlenden Augen umringt worden.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Ehrlichkeit, oder nennen wir es Charakter. Ich komme oft nur deshalb an Interviews oder Bilder, weil ich den Leuten verspreche, mit dem Material in einer bestimmten Weise umzugehen: Dem einen verspreche ich, dass er den Rohschnitt sehen darf, einem anderen, dass sein Tränenausbruch vor der Kamera nicht verwendet wird. Dieses Versprechen zu halten, ist wichtig, denn die Skepsis einer Kamera gegenüber wird immer größer. Das Vertrauen unter Menschen darf man nicht leichtfertig zerstören.

Was sollte Ihnen einmal nachgesagt werden?

Noch bin ich jung. An meinen Nachruf denke ich noch nicht.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Wenn mehrere längere Drehreisen auf dem Programm stehen, wird es manchmal schon eng. Andererseits bietet die Selbständigkeit auch Freiräume. Da ich über ein kleines Studio verfüge, kann ich schon mal gleichzeitig einen Film schneiden und die kochenden Kartoffeln überwachen. Als frischgebackener Vater wird mir diese Heimarbeit sicherlich noch zugute kommen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Als ich das erste Mal das Adressenverzeichnis der GKP in Händen hielt, war ich fasziniert. Zu diesem Kreis dazuzugehören, habe ich fast als eine Ehre angesehen. Noch immer merke ich, dass ich von jedem GKP-Treffen voller Elan zurückkehre. In der GKP lerne ich Menschen kennen, die eben nicht nur ihren Job machen, sondern darüber hinaus noch eine Vision haben. Das Engagement, das ich bei vielen GKPlern antreffe (dabei denke ich auch an unseren Vorstand), spornt mich an. Wohltuend ist außerdem, dass die unter Journalisten verbreitete Arroganz in der GKP weit weniger zum Tragen kommt.

Was erwarten Sie von der GKP?

Gerade wenn man im tagesaktuellen Mediengeschäft wenig beheimatet ist, ist es interessant zu erleben, welch unterschiedliche Zugänge und Blickwinkel es zu den derzeit drängenden Themen gibt. In diesem Sinne schätze ich die Angebote der Tagungen, aber auch die vielen Gespräche zwischendurch. Alles in allem erwarte ich von der GKP, dass sie mich immer wieder herausreißt aus der Behäbigkeit, dass sie mich unruhig macht durch Themen, dass sie mich ermutigt durch Freundschaften, dass sie mich informiert durch Veranstaltungen und dass sie mir zeigt, es gibt in dieser Gesellschaft auch noch Menschen, denen Religion nicht einerlei ist. Vielleicht noch ein Hinweis auf meinen nächsten Film: Phönix 4.3.: "Der mit den Händen sieht".

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