7 Fragen an Maria-Christine Zauzich

Geboren 1944 in Buchbach (Kreis Kronach), aufgewachsen in Dörfern und Städten in in Oberfranken und Varel (Oldenburg); Studium der Politikwissenschaften in München und London. Journalistenausbildung über die „Bayerische Journalistenschulung e.V.”; ab 1979 Nachrichtenredakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; danach Leitung des Ressorts „Theologie und Kirche” in der Wochenzeitung Rheinischer Merkur/Christ und Welt. Seit 1986 Arbeit als freie Journalistin in Lateinamerika – ab 1988 ständig in Guatemala; gründete dort das Stipendienwerk Ija’tz. Nicht verheiratet, GKP-Mitglied seit 1981.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

„Schreiben“ wollte ich immer, – aber Journalistin werden? Ich begann, Jura zu studieren. In einer Anzeige im „Feuerreiter“ nach dem Konzil wurden junge Laien für kirchliche Medien gesucht; ich schrieb einen Kommentar zum „C“ in den Christlichen Parteien und eine Reportage über den Bahnhof im Wilhelmshaven – wo die Züge am Meer endeten. Vor Beginn des 4. Semesters kam die Zusage der „Bayerischen Journalistenschulung“ (Augsburg). Das Volontariat absolvierte ich beim „Gong“, beim Regensburger „Tages-Anzeiger“ und beim „Willibaldsboten“ in Eichstätt, schliesslich lernte ich Filme-Machen bei Tellux in München: Kabelschleppen, Produktionsleitung, Drehbücher schreiben... Bevor ich „richtig“ in den Journalismus einstieg, gab es noch einige Zwischenspiele: als Leiterin eines kulturellen Zentrums für Osteuropäer („Haus der Begegnung” in München); Studium der Politik- und Zeitungswissenschaften und Theatergeschichte in München mit dem Magisterabschluss. Die begonnene Doktorarbeit an der London School of Economics brachte ich nicht zu Ende: Das Angebot, bei der FAZ als Nachrichtenredakteurin (zuständig auch für Kirchenfragen) einzusteigen, war spannender. Von dort holte mich Prof. Roegele als Ressortleiterin für „Theologie und Kirche“ zum Rheinischen Merkur; eine Pressereise mit Adveniat führte 1985 nach Guatemala. 1986 „stieg ich aus“; als „Korrespondentin auf Reisen in Lateinamerika“ entstanden Fernseh-Dokumentationen, Buch- und Radiobeiträge, Reportagen, Dokumentationen für „Justitia et Pax“ – vor allem aber das „Proyecto Ija’tz“ („Samenkorn“) ein Stipendienwerk für junge Mayas in Guatemala, das – leider – den Journalismus in den Hintergrund drängte.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Produktion des Films „Drei Tage mit Ana“ in Guatemala (Kath. Journalistenpreis 1990). Dieser Film über ein armes indianisches Kind, dessen Vater ermordet wurde, lief immer wieder im Fernsehen; Lehrmaterial entstand; Gross und Klein lernt etwas vom „Reichtum der Armen“ und der Dramatik ihres Alltags. Ich bin glücklich und dankbar, wenn mir eine Mittlerfunktion zwischen den Welten gelingt – etwa auch zuletzt beim Organisieren der zweiten GKPReise nach Guatemala.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Journalismus ist für mich ein Handwerk, das man lernen kann (ich danke lebenslänglich den strengsten Gegenlesern bei der FAZ). „Sauber schreiben“ („Wasch Deinen Mund mit Sprachseife“), Genauigkeit, ethische Grundregeln beachten (z.B. etwas neu schreiben, wenn zusätzliche Informationen das Hauptargument in Frage stellen); Respekt vor dem Leser; verschiedene Seiten zu Wort kommen lassen (ausser in Kommentaren finde ich die eigene Meinung unwichtig), jungen Kollegen Rat geben; mit Mühe und Sensibilität die Texte anderer kürzen und redigieren... vermitteln, informieren – nicht „predigen“.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Bei mir als Junggesellin ist es eher schwierig, das Stipendienwerk „Ija’tz“ und meine journalistische Arbeit unter einen Hut zu bringen. Schweren Herzens habe ich lange Zeit journalistische Aufgaben hintangestellt, aber das soll jetzt anders werden, denn in diesen Tagen gebe ich das Stipendienwerk in einheimische Hände - und träume davon, die nächsten Jahre wieder mehr journalistisch zu arbeiten.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat sie hineingebracht, was hält Sie?

Die GKP ist der einzige Verband, in dem ich Mitglied bin – und bleiben möchte. Wer hat mich geworben? Ich weiss es nicht mehr. Ich habe Menschen verschiedenster Denkweisen und Altersstufen kennengelernt, Freunde gewonnen; das „christliche Engagement“ im Journalistenberuf braucht den Austausch heute mehr denn je. Vor allem haben mich ältere Kollegen beeindruckt, die uneigennützig ihr Wissen weitergaben.

Was erwarten Sie von der GKP?

Chance für den Austausch, Solidarität in (Berufs-)Krisen, bei Reisen über den Tellerrand hinaussehen... Geistliche Begleitung, z.B. Einkehrtage.

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