7 Fragen an Klaus Haarlammert

Geboren 1948 bei Kleve am Niederrhein. Studium: Philosophie, Theologie, Christliche Kunst in Trier und Münster (Abschluss: Diplom-Theologe), Journalistenausbildung als Stipendiat des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses München. Berufliche Stationen: Pastorale Tätigkeit in einer Pfarrei bei Trier, Mitarbeit beim "Tierischen Volksfreund" und bei der Trierer Bistumszeitung "Paulinus", Redakteur bei der Kirchenzeitung der Diözese Speyer "der pilger" (1976-1978), Leiter der Abteilung Erwachsenenbildung im Bischöflichen Ordinariat und Leiter der Akademie der Diözese Speyer (1978-1985), Diözesanbeauftragter für das Kabelpilotprojekt in Ludwigshafen (1985), Chefredakteur "der pilger" (1986-2002), Ernennung zum Ordinariatsrat, Leiter der Diözesanstelle für Kunst und theologischer Berater der Redaktion von "der pilger" (2002); langjährige Mitarbeit bei den Verkündigungssendungen im Südwestfunk, bei vielen Zeitungen und Zeitschriften, zahlreiche Buchveröffentlichungen und umfangreiche Vortragstätigkeit. Verheiratet, zwei Kinder.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Im Grunde hatte ich immer schon eine Leidenschaft für Sprache, Schrift, Literatur, Bilder, Formulieren, in Worte fassen, lesen, Zusammenhänge erläutern - das ließ mich in der Schulzeit und während des Studiums nicht mehr los. Und als ich gegen Ende meines Studiums suchte, wie ich dies am besten "umsetzen" könnte in eine wie auch immer geartete berufliche Praxis, riet mir ein priesterlicher Freund zur Journalistenausbildung und zum Journalismus im kirchlichen Bereich. Da bin ich trotz unterschiedlicher Tätigkeiten immer "hängen" geblieben - ohne meine anderen "Leidenschaften" wie Vortragstätigkeit, Kunst und Literatur aufzugeben.

Ihre Vorbilder?

Da sind einige Lehrer, fromme Priester, heldenhafte Ordensleute, offene Bischöfe - Menschen, die ich schätzen und lieben gelernt habe und von denen ich "Stein" für "Stein" das Mosaik meines Lebens zusammengestellt habe. Vorbild heißt ja: so möchte ich gerne sein. Aber im Lauf meines Lebens, gerade zuletzt, gab es auch sehr negative Erfahrungen, auch in der Kirche, die mich sagen ließen: Um Gottes willen. So möchte ich auf jeden Fall nicht sein. Das sind sehr leidhafte Erfahrungen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Da gibt es in so langen Berufsjahren viele. Ich greife nur einige heraus: die Begegnung mit der Ordensfrau und Lepraärztin Ruth Pfau in Deutschland und bei einer Reise durch Pakistan, aus der mein "Pakistanisches Tagebuch" hervorging; die ganz persönliche Begegnung mit Papst Johannes Paul II. bei einer Audienz; die Gespräche mit so vielen, ganz unterschiedlichen Menschen - angefangen von unzähligen Missionarinnen und Missionaren, mit Bischöfen aus der so genannten Dritten Welt, mit Kirchenmännern wie Bernhard Stein, Franz Kamphaus, Karl Lehmann, Franz König, Helmut Krätzl, Paul M. Zulehner, Karl Rahner, Johann B. Metz, Leo Schwarz, mit Schauspielern und Schauspielerinnen, mit Zirkusleuten wie Gerd Simoneit-Barum, Politikern wie Helmut Kohl, Bernhard Vogel. Heiner Geißler, Hanna-Renate Laurien, und - nicht zuletzt - die nun fast dreißigjährige Weggemeinschaft mit Weihbischof em. Ernst Gutting in Speyer.

Was halten Sie für unerläßlich für einen Journalisten?

Objektive Berichterstattung gibt es nicht. Aber ein Journalist muss rundum informiert und sachkundig sein - er darf keine Halbwahrheiten verbreiten; er muss vor allem fair, wahrhaftig und verantwortungsbewusst sein - er muss allen Vereinnahmungen gegenüber widerständig sein.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Relativ schlecht, in der Vergangenheit meist gar nicht. Privates musste sich immer unterordnen. Heute habe ich erkannt, dass dies nicht richtig war. Aber ohne das unwahrscheinlich große Verständnis meiner Frau wäre das nicht möglich (gewesen). Meine Frau hat regen Anteil genommen an meinen beruflichen Aufgaben, auch meine Familie- und ob ich andererseits heute da einiges nachholen kann, wird die Zeit erweisen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

In die GKP hineingebracht haben mich die Empfehlungen von Kollegen aus den Bistumszeitungen. Und ich bin in der GKP, weil ich dort eine Gemeinschaft erfahre - eine Gemeinschaft ganz unterschiedlicher Frauen und Männer mit einer gemeinsamen Antriebskraft, eine "versöhnte Verschiedenheit" gewissermaßen. Und weil ich mir von der GKP Solidarität in schwierigen Situationen erhoffe - das bedingt ja das Wort "katholisch".

Was erwarten Sie von der GKP?

Über das bereits Gesagte hinaus erwarte ich von der GKP eine Möglichkeit, solide und offen über gesellschaftliche und kirchliche Fragen kundig gemacht zu werden, klare Orientierung zu erfahren, im Widerstand gegen gesellschaftliche und kirchliche (Fehl-)Entwicklungen gestärkt zu werden, jedweder Klüngelei und jedwedem Intrigenspiel (wie es in so vielen Organisationen betrieben wird) widerständig zu sein. Und - noch einmal - die Gemeinschaft ist mir wichtig, gemeinsame, offene Gespräche, gemeinsame Erfahrungen...

Druckversion

AddThis

|||||