7 Fragen an Karl Hagemann

1953 geboren, altsprachliches Abitur, Studium der Ge - schichte, Germanistik und Publizistik, Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ab 1977 Volontariat und erste Redaktionsjahre bei den Westfälischen Nachrich - ten in Münster. Ab 1983 Hörfunk- und Fernsehredak - teur, Chef vom Dienst und Moderator im WDR-Lan - desstudio Münster. Seit 1994 Pressesprecher des Bistums Münster, Leiter der Bischöflichen Pressestelle und Diözesanbeauftragter für privaten Rundfunk.

Ihr persönlicherWeg zum Journalismus?

Schon als Pennäler am Gymnasium Dionysium in Rheine war mir klar: Du wirst Journalist, das liegt dir. Dennoch: safety first, Lehramtsstudium. Während der Uni-Jahre war ich fester „Freier“ bei der Münsterschen Zeitung und Münsterländischen Volkszeitung. Wie groß war der Stolz, erstmals mit einem großen Dreispalter plus Verfasserzeile im Blatt zu stehen! Dass es uneitle Journalisten gibt, halte ich seither für ein Ammenmärchen. Der Wechsel zum WDR brachte die Bestätigung, dass ich unter Druck und Stress gute Leistungen abliefern kann.

Ihre Vorbilder?

Vorbilder führen gelegentlich dazu, sie nachzuahmen. Davon habe ich nie viel gehalten. Dennoch schaut man über den Zaun, studiert Schreib- und Kommentarstile. Was meine Live-Auftritte im Fernsehen anging, habe ich immer „Kuli“ Kulenkampff bewundert wegen seiner Improvisierkunst, Schlagfertigkeit und Souveränität. Für meine katholisch durchtränkte Seele hat mein kernkatholisches Elternhaus gesorgt, beide Brüder sind Priester des Bistums Münster.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Im 28. Berufsjahr als Zeitungsredakteur, Fernsehjournalist, Pressesprecher und immer mal wieder als Buchautor hat man viel erlebt. Am stärksten „hängen“ geblieben sind die großen Livesendungen im Rundfunk, wo der Reporter „die Hand am Puls des Volkes“ haben durfte, außerdem manche Reise, die meine größte heimliche Sehnsucht gebar: die letzten zehn Berufsjahre als Reisejournalist und Buchautor zu verbringen. Dies wird wohl ein Traum bleiben.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Das „Audiatur et altera pars“! Hinzu kommen sollten immerwährende Neugier, Glaubwürdigkeit und Zivilcourage, Gelassenheit und der Blick fürs Ganze.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Der Ehemann Publizist, die Frau Grundschullehrerin mit Leidenschaft, drei heranwachsende Kinder: Das war nicht immer leicht. Mir hat immer geholfen, nicht zu viel Beruf ins Privatleben zu schleppen und vielseitige Freizeitinteressen zu haben.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht?

In berufsständischen Organisationen wie DJV und GKP dabei zu sein, ist sehr wichtig, um über den Tellerrand zu schauen und sich nicht als Einzelkämpfer zu verlieren. Einer der „großen Drei“ aus Münster hat mich damals zur GKP gebracht: Günter Graf, Bernhard Gervink oder Günther Mees. Die Mitgliedschaft war immer ein unverrückbares Stück sinnstiftender Horizonterweiterung.

Was erwarten Sie von der GKP?

Freundschaftliche Kollegialität, fruchtbaren Meinungs- und Erfahrungsaustausch, interessante Tagungen, Kolloquien und Reisen.

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