7 Fragen an Julian Thouet

Vater von drei Kindern, elffacher Großvater, von 1969 bis 1992 bei MISSIO Aachen tätig, seit 1992 freiberuflicher Publizist, Dozent in der Ausbildung, Lyriker mit Lesungen in der Schweiz und Deutschland, seit 1984 Mitglied in der GKP.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Vor fünf Jahrzehnten begann ich auf einer robusten Triumph als Quereinsteiger. Im Handwerk der Schreiber lernte ich, Worte wieder klar zu wischen und mich in Wort und Schrift einzumischen. Als Asienreferent und während bundesweiter Tätigkeit in der Erwachsenenbildung für MISSIO wurde ich vermehrt mit publizistischer Arbeit befasst.

Ihre Vorbilder?

Stellvertretend für viele Vorbilder aus meiner Lebenszeit, die mitten in der Welt wirken, seien hier genannt: Janusz Korczak, Arzt, Erzieher, Waisenhaus-Leiter, Schriftsteller, Dichter, der mit seinen 200 jüdischen Kindern Anfang August 1942 von Naziverbrechern in Treblinka ermordet wurde. "Janusz Korczak ist ein Symbol der Religion und der Moral für die Welt von heute", betont Johannes Paul II. Jean Vanier, mit seiner ansteckenden Spiritualität. Gründer und geistiger Vater der über 120 Gemeinschaften der Arche in 30 Ländern. Frauen und Männer mit einer geistigen Behinderung können dort leben und Begegnung, Freundschaft, Wertschätzung und das Feiern von Festen erfahren. Joseph Breuer, em.o. Professor, unser Klassenvater und Freund, der uns als Wissenschaftler und Pädagoge mit überzeugender Menschlichkeit bis zu seinem Tod im Alter von 90 Jahren spürbar begleitet hat. Bei den jährlich stattfindenden Klassentreffen seit unserer Abiturprüfung war er stets unter uns. Angela Maria, meine älteste Tochter, Mutter von vier Kindern, die ungeachtet vieler Verpflichtungen und ihrer Erkrankung den Mitmenschen von Herzen kommende Wärme und Geborgenheit schenkt; die Sterbende begleitet und dabei im Advent 2002 den Tod, der unerwartet zu einem kranken Nachbarn kommt, mit dem Lied von G. F. Händel empfängt: "Tochter Zion, freue dich. Jauchze laut. Jerusalem."

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Ein Geschenk ist für mich die in innerer Beziehung zu der mit Johannes 1,1 gemachten Erfahrung: Im Anfang ist das Bild - ist die Vorstellung! Bei manchen Ereignissen erhält man ein gutes Gefühl: wenn geschriebene und gesprochene Worte bei anderen ankommen, verbinden, berühren, verpflichten, Türen öffnen und zu heilsamen Änderungen beitragen können.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neben beruflich relevantem Können zuverlässige Arbeiten, Zuverlässigkeit KollegInnen gegenüber, besondere Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung gegenüber den Mitmenschen, Standhaftigkeit und Mut. Einsatz für Menschen, die diskriminiert werden, die keine Stimme und Sprache haben, denen meine Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Dieser bedeutsame Balanceakt in der Informationsflut, der Angebotsvielfalt und bei interessanten Anfragen erfordert täglich auch "nein" zu sagen und loszulassen. Ich arbeite daran.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Mit nicht nur Gleichgesinnten, die jedoch ähnliche Berufsfelder beackern, möchte ich persönliche Berufs- und Lebenserfahrungen austauschen. Kollegen haben mich hineingebracht. KollegInnen halten mich!

Was erwarten Sie von der GKP?

Unsere Vorstandsmitglieder leisten in ihrem wenig lukrativen Nebenjob gute Arbeit für uns. Freilich wünsche ich unserer GKP, dass die aktiven und passiven Mitglieder mit ihrer persönlichen Überzeugung die Mitgliederzahl verdoppeln mögen.

 
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