8 Fragen an Josef Surholt

Jg. 1935, Studium in München, Berlin, Münster (dort, wo es damals Lehrstühle für Zeitungswissenschaft bzw. Journalistik gab), Volontariat bereits in den Semesterferien abgestottert, 1960 - 68 Redakteur im Politik-Ressort der RUHRNACHRICHTEN, Dortmund, 1968 - 81 Leiter der Nachrichtenredaktion der FRANKFURTER NEUEN PRESSE, 1981 - 97 Chefredakteur des WESTFÄLISCHEN ANZEIGER, Hamm.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Das Berufsziel Journalist stand für mich schon als Gymnasiast fest und wurde zur Gewissheit, als ich erstmalig die Luft der Redaktionsstuben und Mettagen schnuppern durfte und dann recht bald auch den "Machern" von Bundes- und Landespolitik begegnete.

Ihre Vorbilder?

Um zwei zu nennen: Kardinal von Galen, der Löwe von Münster (wegen seiner Fähigkeit, Unrecht, auch wenn es ideologisch eingenebelt ist, zu erkennen und publik zu machen), und unsere GKP-Kollegin Maria-Christine Zauzich (wegen ihres Mutes, die Brücken zur Heimat fast völlig abzubrechen und in Guatemala sich dem Wohle der Ureinwohner zu widmen).

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Unter anderem die drei Lateinamerika-Reisen der GKP nach Guatemala, Bolivien und Brasilien, der Berliner Katholikentag 1990 mit der Möglichkeit, erstmals wieder durchs Brandenburger Tor zu gehen, weiter die beiden Papst-Besuche und ein nächtlicher (Hilfs-)flug mit der Bundeswehr im Bosnien-Krieg.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Gute Gesundheit und viel Nervenkraft, daneben einen klaren Standpunkt, aber auch die Gabe, Irrtümer einzusehen und gegebenenfalls einzugestehen.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Nein, nein! Nachrufe müssen sich andere einfallen lassen!

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Ohne schlechtes Gewissen war das angesichts der beruflichen Erfordernisse und manchmal kaum zumutbaren Arbeitszeiten nie möglich. Und ohne großes Verständnis der Familie wäre es nie gelungen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Die GKP, die mir zunächst als ein Honoratiorenverein erschien, kannte ich schon lange durch meinen langjährigen Chefredakteur (und GKP-Früh-Mitglied) Robert Schmelzer. Mein Beitritt erfolgte nach der eindrucksreichen GKP-Reise nach Rom, als ich gleichaltrigen und jüngeren Kollegen begegnete. Seitdem gelten mir Reisen unserer Gesellschaft weiter als die besten Gelegenheiten, Freundschaften in der GKP zu knüpfen, die auch im beruflichen und im privaten Alltag Bestand haben.

Was erwarten sie von der GKP?

Geistige (und auch, ein wenig zumindest, geistliche) Austauschstätte für Journalisten aller Branchen zu sein. Nabelschau, nur funktionierender Verein zu sein, ist zu wenig. Anregungen und Anstöße tun not - den Mitgliedern und auch unserer GKP!

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