7 Fragen an Jens Daniel Schubert

1961 in Schwerin/ Mecklenburg geboren, aufgewachsen in Dresden Studium der Theaterwissenschaften in Berlin, Regieassistent, Dramaturg und Regisseur für Musiktheater in Bautzen. Freischaffend als Familienvater, Musikkritiker und Autor tätig. Ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen. Verheiratet, vier Kinder

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Aus Strukturgründen am Theater "abgewickelt" und wegen der Familie als reisender Gastregisseur untauglich, begann ich Kritiken zu schreiben: So kam ich zur Zeitung. Der Rundfunkbeauftragte suchte eine Wort-Zum- Tage Sprecherin für den MDR, doch statt meiner Frau folgte ich der Einladung zur Schulung nach Ludwigshafen: So kam ich zum Radio. Ein sächsisches Privatradio sollte einen Kirchenredakteur bekommen, für ein entsprechendes Vorstellungsgespräch ging ich zur Tellux: So kam ich zum Fernsehen. Meine Frau arbeitet als Ärztin "halbtags", d. h. zwölf Stunden am Tag"- das war mit drei (inzwischen vier Kindern) nicht zu schaffen: So wurde ich freischaffend. Schon immer war ich schlecht bei Akquise und Neinsagen: So beschäftige ich mich heute überwiegend mit den unbezahlbaren Dingen des Lebens.

Ihre Vorbilder?

Ich möchte Worte finden, die Gedanken und Gefühle bewegen, die kraftvoll sind und Kraft geben. Und die auf etwas weisen, das größer ist als ihr Autor. In meiner Vorstellung war Johannes der Täufer, mein Namenspatron, so ein Mensch.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

In welchem Beruf? Als mir der Kinderchor am Theater, mitten in den Proben zu "Hänsel und Gretel", ein Ständchen zu meinem 30. brachte? Als meine Frau mit dem vierten Kind aus dem Krankenhaus und zeitgleich die Große mit der Zulassung zum Gymnasium heimkam? Als mir Schwiegervater für unser Familienleben dankte? Als ich erfuhr, dass unser Jugendhilfeverein doch noch nicht pleite ist?

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Einen Spiegel! Er sollte immer wieder hineinschauen und sich fragen, ob er mit dem da zusammen leben und arbeiten will.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Manchmal wünsche ich mir eine Arbeit, zu der man hingehen, Kollegen, mit denen man sich streiten kann, ein Gehalt, das regelmäßig größer ist als ein Taschengeld und einen Feierabend, an dem man im guten Gewissen getaner Arbeit einfach abschalten kann. Aber meistens habe ich kein Problem, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Das ist mit der Familie an sich viel schwerer...

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht und was hält Sie?

Zur GKP kam ich durch Bernhard Hohlfeld, den ich schon seit unserem gemeinsamen Erstkommunionunterricht kenne. Zu DDR-Zeiten, in tiefster Diaspora, lernte ich, wie wichtig es ist, immer den Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen. Heute ist die GKP für mich außerdem so ein Stück Berufswelt, das den eigenen Horizont erweitert.

Was erwarten Sie von der GKP?

Im Regionalen erwarte ich eine Art Netzwerk, das sich gegenseitig hält und anstößt, überregional eine Stimme, die für einen verantworteten Journalismus steht.

Druckversion

AddThis

|||||