7 Fragen an Hildegard Mathies

Jahrgang 1969, Single. Germanistik und Amerikanistik in Bochum studiert, 1996 bis 1998 bei der KirchenZeitung Hildesheim volontiert. Seit 1998 Redakteurin dort, seit 1999 Vertreterin des Redaktionsleiters, seit 2003 Stellvertretende Redaktionsleiterin. Seit 1993 in der GKP. Als Mitglied des Vorstands zuständig für Kontakte mit neuen Mitgliedern.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus

Über Zwischenspiele bei Abi-Zeitung und Pfarrbrief bin ich bei einem Regionalprojekt des Ruhrworts gelandet. Meine ersten journalistischen Schritte habe ich dort bei Christian Frevel gemacht. Fest-freie Engagements bei der Beilagenredaktion der WAZ-Gruppe und bei foto-present kamen hinzu. Die Volontärsausbildung über das ifp hat mich nach Hildesheim gebracht. Jede Station hat bestätigt: Das ist mein Beruf.

Ihre Vorbilder?

Aus den genannten Redaktionen Christian Frevel und Udo Heinze, denen ich meine Grundlagen verdanke. Dazu mein jetziger Kollege Stefan Branahl (zeitweise kna-Bild), der sehr gute Reportagen macht, und meine Volontärskurskollegin Regina Buckreus, die sich trotz aller Routine in unserem Beruf ihren eigenen Blickwinkel bewahrt. Wenn ich große Namen nennen soll: Gerd Ruge und Friedhelm Brebeck, Gordian Troeller - kurz: Kollegen, die immer nah am Menschen sind. Beim Engagement für Qualität: Wolf Schneider. Aus vielen Gründen: meine verstorbenen Eltern, die ihren 7 Kindern trotz vieler Schwierigkeiten ein tolles Zuhause gaben. Weiter: Bischof Franjo Komarica, der nie aufgibt, und noch unzählige Engagierte, die ich während meiner Arbeit kennen lernen durfte und denen ich wertvolle Impulse verdanke.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

In 14 Jahren Journalismus haben sich viele angesammelt… Highlights waren trotz aller Problematik vor Ort meine Reportage-Reisen, vor allem nach Kroatien und Bosnien. Dann die Gelegenheit, mit dem oft vergessen Schauspieler Dieter Laser anlässlich seiner Darstellung Giordano Brunos über Religion und Philosophie zu diskutieren. Letztlich gibt es immer wieder "schönste Erlebnisse", wenn ich sehe, wie Menschen hoffen und sich engagieren, manchmal kämpfen, wie sie "siegen" oder "trotz allem" weitermachen. Am Allerschönsten aber ist es, wenn ich Vertrauen spüre und sich mein Gesprächspartner öffnet - und wir gemeinsam etwas Gutes schaffen, das vielleicht auch andere bewegt.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Liebe zum Menschen, Respekt, Neugier, Mut und Rückgrat, eine fundierte Ausbildung. Dazu die Fähigkeit, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und konstruktive Kritik anzunehmen. Und, ganz wichtig: Den vermeintlichen Tugendpfad der angeblich existierenden Objektivität sollte sie oder er immer dann verlassen, wenn es gilt, Menschen aufzurütteln - ausgewogen und sachgerecht: ja, kalt und distanziert: bitte nicht!

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Da halte ich es wie Kollege Ruppert: Ein Journalist ist immer im Dienst. Weil es mein Traumberuf ist und ich auch persönlich immens davon profitiere, trenne ich das selten sauber. Und wenn's doch mal sein "muss", gönne ich mir kleine Auszeiten in der Natur, in Museen oder beim Lesen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Ein engagierter Kollege hat mir davon erzählt, und mich hat es gereizt, Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen und Regionen kennen zu lernen, die die gleichen Wurzeln haben. Das ist mir bis heute das Wichtigste. Die Veranstaltungen sind außerdem immer Ideengeber und Kraftquellen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass wir alle sie in der heute oft beschworenen Kirchen- und Medienkrise lebendig halten als Verband, der den Einzelnen stärkt, der für viele spricht und deutlich Position bezieht, wann immer es erforderlich ist, und der eine ernst zu nehmende Größe in Kirche und Gesellschaft ist. Und: Dass wir nie aufzuhören, uns zu entwickeln.

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