7 Fragen an Helmut S. Ruppert

Geboren 1944 in Engelskirchen. Studium der Theologie, Geschichte, Geographie und Pädagogik in Köln und Bonn. Von 1970 bis 1979 Volontär und Redakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn, 1979 bis 1996 Deutsche Welle, seit 1996 Chefredakteur der KNA. Zahlreiche Buchveröffentlichungen sowie Zeitschriften- und Rundfunkbeiträge über Persönlichkeiten der Kirche, politische und auch heimatkundliche Themen. Seit 1970 verheiratet mit Sally Ruppert- Kire aus Kampala/Uganda. Vier erwachsene Kinder.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Vor meinem Staatsexamen fürs Lehramt klingelte der damalige Chefredakteur der KNA, Dr. Konrad W. Kraemer, an meiner Tür und sagte: "Wir suchen dringend Volontäre!" - KNA hielt ich damals zwar noch für die "Kenya News-Agency," sagte gleichwohl freudig zu, weil die Zweifel an meiner Befähigung zum Pädagogen ebenso zugenommen hatten wie die Freude am Schreiben und der Umfang meiner freien Mitarbeit bei Studentenzeitungen und Lokalblättern.

Ihre Vorbilder?

Reportagen schreiben wie Egon Erwin Kisch müsste man können, dachte ich zu Beginn meines Volontariats. Am Ende war ich bescheidener: Nachrichten so gut formulieren zu können wie mein "Volontärsvater" Ulrich-Martin Feige, wäre auch schon ganz schön. Später beim Rundfunk waren es Reporter wie Hasso Wolf (WDR/Deutsche Welle) oder Herbert Fricke (NDR/Deutsche Welle), deren Fähigkeit, den Hörer über die treffsichere Schilderung beim Ereignis "dabei sein" zu lassen, mich immer wieder faszinierte. Paul Wilhelm Wenger fällt mir ein, der scharfsinnig analytisch und meinungsfreudig formulierende Leitartikler des "Rheinischen Merkur" oder Robert Ingrimm von der "Kölnischen Rundschau"

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Frage überfordert mich: 33 Berufsjahre waren randvoll mit "schönsten Erlebnissen". Ein Rundfunkinterview für die Deutsche Welle, das ich mit dem Papst hoch über der Sahara machen konnte? Die Begegnung mit Mutter Teresa in Kalkutta? Meine erste Rundfunksendung aus der noch existierenden DDR am 31.12.1989 unter dem Titel "Silvester ohne Grenzen"? Oder war es die großartige 50-Jahr-Feier der KNAim November 2002 im Kölner Maternushaus?

Was halten Sie für unerläßlich für einen Journalisten?

Neugier, Kontaktfreudigkeit, gute Allgemeinbildung und überdurchschnittliches Wissen in seinem Fachgebiet, Sprach-Vermögen in jedem Sinn des Wortes, Fairness, Mut, Wahrheitsliebe, Flexibilität. Reicht das?

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Zumeist nur schwer. Da ich mich zu der vielleicht altmodischen Überzeugung bekenne, ein Journalist sei wie ein Arzt, ein Pfarrer oder ein Feuerwehrmann eigentlich immer im "Dienst", halte ich 8-Stunden-Tage oder 40-Stunden-Wochen bei Journalisten bis heute für "systemwidrig". Als meine Kinder noch klein waren, hat mir das allerdings mehr Kopfschmerzen (und gelegentlich auch Gewissenbisse) bereitet als heute.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ich wurde zunächst einmal GKP-Mitglied, weil mich die damalige Geschäftsleitung der KNA ungefragt angemeldet hatte. Ich weiß nicht einmal genau wann. - Ich blieb Mitglied aus Überzeugung, als ich vor Ort und überregional bei den Jahrestagungen herausfand, dass die GKP genau das verkörperte, was ihr Name sagt: Die "amicitia" unter gleichgesinnten, schätzenswerten und freundlichen Menschen; das ist die "Gesellschaft". Der Gleichklang im Glauben und das Bekenntnis sind durch das Adjektiv "katholisch" beschrieben. Und schließlich, als dritter Begriff im Namen und auf vielen Seminaren und Jahrestagungen mit neuen Impulsen versehen, bleibt das Berufs- und Fachspezifische, das "Publizistische".

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie das, was ihr Name als Anspruch enthält, immer wieder neu mit Leben füllt. Ich erwarte, dass die GKP Solidarität und Mut nach drinnen und draußen zeigt, wo ihre gewichtige Stimme gefragt ist. Ich hoffe, dass von unten nachwachsen möge und oben erhalten bleibt, was für einen lebendigen Dialog der Generationen wichtig ist. Ich freue mich darauf, die Freundschaft im Verband auch dann weiterpflegen zu können, wenn mir in nicht allzu ferner Zeit der Ruhestand winkt/droht ...

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