7 Fragen an Gerd Felder

Gerd Felder, Jahrgang 1957, arbeitet seit 2004 als Freier Journalist und Publizist. Zuvor war er Chefredakteur der katholischen Kirchenzeitung „Der Dom“ in Paderborn. Felder hat Katholische Theologie und Klassische Philologie in Bonn und Tübingen studiert. Er schreibt Artikel zu den Themen Kirche, Theologie, Kultur und Soziales für Zeitungen und Zeitschriften im ganzen deutschsprachigen Raum, berät Verlage, Verbände und Hilfswerke bei der Neukonzeption von Zeitungen und Broschüren und betreut Schulprojekte. Zuletzt führte er mit dem Johannes-Hospiz Münster und sieben Schulen aus Münster und Wilhelmshaven ein medienpädagogisches Pilotprojekt zum Thema “Sterben und Tod“ durch. Felder ist verheiratet und lebt in Münster. Er ist seit 1990 Mitglied der GKP.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Das Schreiben war schon immer meine große Leidenschaft, aber zum Journalismus bin ich erst relativ spät gekommen. Den Anlass dazu bot ein Großereignis in meiner Heimatstadt Aachen, die Heiligtumsfahrt und der Katholikentag 1986. Ich bekam damals ein Praktikum bei der „Aachener Volkszeitung“ (heute „Aachener Zeitung“) und konnte darauf ein Volontariat aufbauen.

Ihre Vorbilder?

Direkte Vorbilder habe ich keine. Den großen Namen gegenüber bin ich eher skeptisch. Auf jeden Fall bewundere ich alle, die der Sache, über die sie berichten, gerecht zu werden versuchen und ohne Scheuklappen, aber mit gründlichen Vorkenntnissen, an sie herangehen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Das schönste Erlebnis schlechthin ist schwer zu benennen. Eines der schönsten Erlebnisse war auf jeden Fall der Ökumenische Kirchentag 2003 in Berlin, bei dem ich zusammen mit Kollegen von katholischen und evangelischen Kirchenzeitungen auf dem “roten Sofa“ am Brandenburger Tor bekannte Persönlichkeiten interviewen durfte. Zu den schönsten Erlebnissen zählen aber sicher auch die Abschlussveranstaltungen von erfolgreich beendeten Großprojekten, wenn irgendwann die wochenlange Mühe und Anstrengung in Begeisterung bei allen Beteiligten umschlägt.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Fundierte Sachkenntnisse, Tiefgang und Unabhängigkeit. Darüber hinaus muss ein guter Journalist sich stets darum bemühen, komplizierte Zusammenhänge in einer verständlichen Sprache zu vermitteln, ohne dabei banal oder flach zu werden. Eine ganz andere Frage ist heutzutage, ob Qualität immer genügend geschätzt und ausreichend honoriert wird.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Indem ich, soweit das überhaupt möglich ist, beides voneinander zu trennen und die Termine und Zeiten, die ich meiner Frau versprochen habe, strikt einzuhalten versuche. Besonders abends und an Wochenenden ist das für einen Journalisten bekanntlich oft schwierig. Aber bei allem Engagement und aller Flexibilität darf man nie aus den Augen verlieren, dass es auch noch ein Leben außerhalb des Berufes gibt.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ich wollte Gleichgesinnte aus dem journalistischen Umfeld treffen. Zum Eintritt angeregt hat mich Dr. Bernhard Gervink, damals Feuilletonchef der “Westfälischen Nachrichten“ und begeistertes GKP-Mitglied. Ich bin im Jahr 1990 eingetreten (zuvor war ich nie in einem Verein), und die erste Jahrestagung, an der ich teilnahm, fand Ende desselben Jahres in Bamberg statt. Ich habe sie bis heute in besonders guter Erinnerung, zumal sie die erste große Veranstaltung der GKP nach der Wiedervereinigung war. Was mich hält, sind die vielen guten Kontakte zu GKP-Mitgliedern, vor allem der Austausch mit Kollegen aus ganz verschiedenen Medienbereichen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie die Entwicklungen in Kirche und Medien beobachtet und - wenn nötig - auch kritisch begleitet. Dass sie sich als Interessenvertretung versteht und sich mit profilierten Positionen zu Wort meldet. Und nicht zuletzt, dass sie immer wieder spannende Tagungen veranstaltet. Vor Vereinsmeierei und Anbiederei - sei es an die kirchliche Obrigkeit oder die Kirchenkritiker - sollte sie sich hüten.

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