8 Fragen an Georg Stingl

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Schon während des Studiums (Geschichte, Germanistik, Russisch) habe ich für die Tellux-Film, damals noch in Berlin, Materialzusammenstellungen für Dokumentarfilme gemacht, u.a. über Widerstand aus der KAB gegen den Nationalsozialismus. Nikolaus Groß ist mir also schon lange ein Begriff. Daraus ergab sich ein lockerer, aber ständiger Kontakt, so dass ich auf Einladung des damaligen Firmenchefs nach dem 1. Staatsexamen ein Volontariat bei der Firma antrat statt als Referendar in den Schuldienst einzutreten. Während der Probezeit entschied sich dann mein Schicksal.

Ihre Vorbilder?

Bekannte der Familie, die Kinder und Jugendliche ernst genommen haben und Zeit für sie hatten. Später: Papst Johannes XXIII.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Zustimmung einer Gruppe von engagierten Iren, ihre konfessionsübergreifenden, sozialen Aktivitäten drehen zu lassen. Und immer wieder: Die herzliche Gastfreundschaft der Ärmsten in der Dritten Welt gegenüber neugierigen Fernsehteams.

Was halten Sie für unerläßlich für einen Journalisten?

Sich immer wieder die Fragen zu stellen: Berichtest Du möglichst objektiv, wo verbirgt sich in Deiner Weitergabe des Vorgefundenen Interpretation? Und da absolute Objektivität nicht möglich ist, ergänzend sich zu mahnen: Gib dem Adressaten die Chance, Deinen Standpunkt zu erkennen!

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Schade, dass wir keine schönen Stunden mehr mit ihm zusammen erleben können.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Schwer - schon immer, meistens zum Nachteil des privaten Lebens, woraus sich auch der relativ sporadische Besuch von GKP-Veranstaltungen erklärt.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Mir ist der Kontakt und Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten wichtig. Dabei ist für mich wohl der emotionale Teil, das Erlebnis des Wir-Gefühls sogar wichtiger als der intellektuelle Diskurs. Hineingebracht haben mich Begegnungen mit Kollegen, die bereits Mitglieder waren und geworben haben. Mich hält immer noch, was mich hineingebracht hat.

Was erwarten Sie von der GKP?

Trotz aller Schwierigkeiten nicht nachlassende Bemühungen, durch Journalisten-Reisen den Horizont der Mitglieder zu erweitern. Bei den Mitgliedern das Bewusstsein zu stärken, dass wichtige Themen in den Medien behandelt werden müssen, auch wenn sie zur Zeit gerade nicht "in" sind und daher nicht per se hohe Verkaufszahlen oder Einschaltquoten garantieren.

 
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