7 Fragen an Ernst Schlögel

Jg. 1946, Kindheit in Nürnberg, Jugendzeit in Bonn, Studium (Germanistik, Geschichte, Publizistik, Niederländisch) in Münster, Löwen und Bonn. Nach dem Volontariat bei der "Augsburger Allgemeinen" von 1976 bis 1983 Redakteur bei der katholischen Illustrierten "Weltbild", dann bis 1985 bei der Kölner Kirchenzeitung. Ab 1986 Chefredakteur der Kirchenzeitungen für die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz, seit 2001 Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano".

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Bereits zu Ende meiner Schulzeit wusste ich, dass ich unbedingt Journalist werden wollte. Während des Studiums war ich für verschiedene Zeitungen tätig. Nach dem Staatsexamen bewarb ich mich bei verschiedenen Medien, bis heute bin ich für die gründliche Ausbildung bei der "Augsburger Allgemeinen" sehr dankbar.

Ihre Vorbilder?

Vielleicht haben meine Einstellung zum Journalismus - und zur Führung einer Redaktion - zwei Kollegen besonders geprägt: mein "Volontärsvater" Gernot Römer mit seinen hohen beruflichen und vor allem auch ethischen Ansprüchen und Weltbild-Chefredakteur Hans Siemons mit der Fähigkeit, eine Redaktion zu motivieren und ihr den nötigen Freiraum zu lassen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Nach 28 Berufsjahren kann ich sehr viele aufzählen (und ich mache noch ständig in Rom beglückende Erfahrungen), ich beschränke mich auf kirchliche Erlebnisse: die Besuche des Papstes in Deutschland; die Berichterstattung über Katholikentage (mit einem Höhepunkt 1998 in Mainz, wo unsere Kirchenzeitung sich durch viele Aktivitäten hohe Anerkennung erwarb); zwei Leserreisen in die (damalige) Sowjetunion und dort die Begegnung mit Christen, die Hoffnung auf mehr Freiheit verspürten; die Berichterstattung über die Ökumenische Versammlung in Basel 1989 kurz vor der "Wende". Unvergesslich ist für mich auch die herzliche Aufnahme durch Bischof Joachim Wanke und Dechant Franz-Josef Wokittel zur Wende-Zeit Anfang Januar 1990 in Erfurt, wo wir Recherchen für mehrere Artikel über die Kirche in Erfurt machen konnten: eine bodenständige Kirche voller Ausstrahlung, mit Vorbildcharakter.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Sichere Beherrschung der (deutschen) Sprache, absolute Seriosität im Umgang mit den Fakten, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Verantwortungsgefühl für die eigene Tätigkeit - Eigenschaften, die auch in der Ausbildung nur bedingt gelernt werden können. Außerdem, wenn ich das so sagen darf: Liebe zum Menschen - und dazu gehören eine gesunde Neugier und ganz sicher Mitteilungsfreude.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Früher musste die Familie leiden; auch wenn ich bemüht war, sie wenigstens bei Sonntagsterminen mitzunehmen. In Rom habe ich mehr Zeit für meine Frau, und Veranstaltungen besuchen wir häufig gemeinsam.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht?

Den entscheidenden Anstoß zum Eintritt gab vor knapp 20 Jahren mein Kölner Chefredakteur Dr. Hajo Goertz. Mich reizte das Zusammensein mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Medien und verschiedenen Generationen, die der Glaube - und daraus folgernd auch gemeinsame Wertvorstellungen - verbindet.

Was erwarten Sie von der GKP?

Ich erhoffe mir, dass wir Mitglieder uns alle trotz aller, nein: gerade wegen aller offensichtlichen Probleme im journalistischen Bereich weiter darum bemühen, eine feste Gemeinschaft zu bleiben, die dem einzelnen gerade in schwierigen Berufsphasen Halt gibt. Und die auch anziehend wirkt für neue Mitglieder.

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