7 Fragen an Erich B. Kock

Erich B. Kock, Jg. 1925, verheiratet, sechs Kinder. Zahlreiche Rundfunksendungen und über 100 Fernsehfilme über theologische, kunstgeschichtliche und zeitgeschichtliche Themen; viele Buchveröffentlichungen, z. B. Biographien über Franz Stock, Franziska Schervier, Rembrandt, Beethoven und Bernhard Lichtenberg, Essays und Erzählungen. Sein jüngstes Buch erschien 1999 unter dem Titel "Jeden Morgen weckt mich das Licht - Vom Älterwerden". Zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1977 der Katholische Journalistenpreis.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Er begann 1953/54 durch Kontakte zu Kollegen wie G. H. Theunissen, Karlheinz Schmidthüs, in Wien zu Otto Schulmeister, später zu Klaus Simon und Werner Hamerski. Ich arbeitete zuerst für Zeitungen und Zeitschriften; dann kam der Rundfunk, später auch das Fernsehen. Mein Thema war zunächst neben der Bildenden Kunst die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Nachdem ich 1961 Sekretär von Heinrich Böll geworden war, begann die Tagespolitik einen größeren Raum einzunehmen. Mit und für Böll arbeitete ich bis 1968.

Reisen in Europa, Russland und Afrika erweiterten mein Bild von der Welt. Stets habe ich publiszistische und schriftstellerische Arbeit miteinander zu verbinden versucht, auch in den 18 Jahren, als ich für den Deutschen Caritasverband publizistisch tätig war.

Ihre Vorbilder?

Joseph von Görres, Bernhard Guttmann, Friedrich Sieburg, Wilhelm Hausenstein, Otto B. Roegele, Benno Reifenberg, Otto Schulmeister, Karlheinz Schmidthüs, Hans Jürgen Schultz, Max von Brück, Julien Green, Heinrich Böll.

Was war Ihr schönes Erlebnis im Beruf?

Das Schönste ist für mich die Resonanz bei denen, für die ich geschrieben habe und schreibe. Denn Schreiben ist auf Kommunikation aus. Natürlich gab es im Lauf meines Lebens viele bewegende Erlebnisse. Ich denke an das tiefe Gefühl der Verbundenheit mit gleichgesinnten Menschen auf den Fahrten in die DDR mit Böll, z. B. die bewegende Gemeinschaft, die entstand, als ich mit Prof. Klaus Dörffel von der TH Halle-Magdeburg, der u. a. Schulbücher für Physik und Chemie herausgab, in der Leipziger Thomaskirche gemeinsam die Motette hörte. Unvergesslich sind mir Augenblicke wie 1965 der erste Besuch am Grab Nietzsches in Röcken bei Naumburg zusammen mit Böll oder 1968 unser gemeinsamer Abstecher nach Weimar zum Goethehaus, wohin wir bei Eis und Schnee gefahren waren, obwohl wir die Transitautobahn nicht verlassen durften.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Er sollte Mut und Sachlichkeit, Metierkenntnis, Mitteilungsfreude und Ausdauer besitzen, zugleich leidenschaftliches Interesse für die öffentlichen Belange. Fairness nicht zu vergessen.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Dass ich den Respekt vor Menschen und ihren Idealen zu bewahren versucht habe; dass ich gegen die Lärmtrompeten des Nichts angeschrieben habe; dass ich an der Verleumdung der katholischen Kirche nicht mitgewirkt habe.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Das geht von Augenblick zu Augenblick und selbstverständlich nur mit Arbeitsökonomie.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Ich schätze die Gemeinschaft mit jungen und alten Kollegen und die Informations- und Gesprächschancen, die daraus entstehen. So ist es möglich, den Entwicklungen und Mentalitätsänderungen im publizistischen Bereich auf der Spur zu bleiben und für die Freiheit der Meinungsäußerung einzutreten. Die GKP ist für mich auch der sichtbare und spürbare Ausdruck gemeinsamen Bekenntnisses von Glaube, Hoffnung und Liebe.

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