7 Fragen an Elke Blüml

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Nach dem Abitur hat mir ein Berufsberater den Floh ins Ohr gesetzt, mit einem Theologiestudium sei es "ganz einfach", ein Volontariat zu bekommen. Das Diplom in der Hand, habe ich festgestellt, dass ich damals wohl einem hoffnungslosen Optimisten in die Hände gefallen war. Die ersten journalistischen Schritte habe ich 1987 als Praktikantin und Hospitantin in der Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats Würzburg gemacht. Weiter ging es mit freier Mitarbeit in verschiedenen Redaktionen von Würzburger Tageszeitungen und im lokalen Hörfunk. 1989 atmete ich auf, als ich ein Volontariat bei der Pressestelle und der leider inzwischen "verstorbenen" Zeitschrift "Maria vom Guten Rat" antreten konnte. 1991 wurde ich Stellvertretende Leiterin der Pressestelle; seit Februar dieses Jahres leite ich sie kommissarisch. Ab 1. Oktober werde ich als Redakteurin für KNA in Freiburg arbeiten.

Ihre Vorbilder?

Diese Frage kann ich nur pauschal beantworten: Menschen, denen es gelingt, sich selber treu zu bleiben.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Ein einziges "schönstes Erlebnis" könnte ich nicht nennen. Genossen habe ich während meiner Zeit in der Pressestelle die Begegnung mit Bischöfen aus der "Dritten Welt", die in unserem Bistum zu Gast waren: wie sie mit den Menschen in ihrer Heimat leben und mit beiden Beinen mitten im Leben stehen - eben wie echte "Hirten".

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugier, die nichts mit Voyeurismus, aber viel mit ehrlichem Interesse an Menschen und Situationen zu tun hat, gehört genauso dazu wie Sensibilität, um auch leise Töne nicht zu überhören. Ein Journalist sollte Mut haben, unbequeme Fragen zu stellen; er muss unbestechlich sein und bereit, Ereignisse und Sachverhalte nicht durch die Brille seiner Vorlieben oder Abneigungen zu sehen. Ein Gefühl für Sprache, das über die sichere Beherrschung der deutschen Grammatik hinausgeht, kann auch nicht schaden.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Sie war allergisch gegen Untertangeist, Kopfnicker und Intriganten jeglicher Couleur.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Für mich als Single ist das sicher einfacher als für "Familienfrauen", für die nach der Arbeit nicht unbedingt Feierabend ist. Mir hilft, dass mich mit einigen meiner Kolleginnen und Kollegen echte Freundschaft verbindet. Andere Bekannte haben weniger Verständnis dafür, dass ich an manchem Abend und an vielen Wochenenden für Freizeit nicht zur Verfügung stehe. Wenn ich demnächst nach Freiburg gehe, werden die Treffen sicher noch seltener, dafür vielleicht auch intensiver. Aber in Freiburg sollen die Leute ja auch ganz nett sein...

Wer hat Sie in die GKP gebracht, was hält Sie?

1987 habe ich beim Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses einen Pressekurs für Theologen besucht. Damals hörte ich zum ersten Mal von der GKP. Es hat nicht lange gedauert, bis ich Mitglied war. Bei den Jahrestagungen habe ich den Erfahrungs- und Informationsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen schätzen gelernt. Sehr beeindruckt hat mich, wie schnell und professionell die GKP auf die später zurückgenommene Kündigung des damaligen Leiters der Pressestelle im Ordinariat Würzburg, Werner Häußner, reagiert hat. Es ist beruhigend, zu einer Gemeinschaft zu gehören, in der Solidarität kein Fremdwort ist.

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