8 Fragen an Dr. Simone Christine Ehmig

Simone Christine Ehmig, geboren 1964, studierte Publizistikwissenschaft, Deutsche Philologie und Kunstgeschichte. Magister Artium 1989, Promotion zum Dr. phil. 2000 mit einer Studie über den Generationswechsel im deutschen Journalismus. Lebt und arbeitet als Publizistikwissenschaftlerin in Mainz. Arbeitsschwerpunkte: Journalismusforschung, Risikokommunikation und politische Kommunikation. GKP-Mitglied seit Oktober 2000, Regionalbeauftragte für das Rhein-Main-Gebiet seit März 2001.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

An ihm vorbei. Ich begann mein Studium mit dem Ziel, Journalistin zu werden. Nach nur zwei Semestern wurde ich als studentische Mitarbeiterin in ein Forschungsprojekt einbezogen - und die Wissenschaft ließ mich nicht mehr los. Dabei bildet der Journalismus einen Schwerpunkt meiner Arbeit. Vor allem berufliche Sichtweisen von Journalisten, deren Entstehen und ihr Einfluß auf das redaktionelle Handeln interessieren mich sehr.

Ihre Vorbilder?

Fachlich-beruflich mein Lehrer, Hans Mathias Kepplinger. Persönlich einige wenige Menschen, die mir in bestimmten Phasen meines Lebens begegnet sind und mir neue Perspektiven aufgezeigt haben oder dies aktuell tun - ohne daß sie prominente Namen hätten.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Ganz frisch die Verleihung des Forschungsförderpreises der Vereinigung Freunde der Universität Mainz 2001 für meine Studie über Generationswandel im Journalismus. Darin kulminiert vieles, was mich an meiner Arbeit fasziniert und bei der Stange hält: unkonventionelle Lösungen scheinbar konventioneller Forschungsfragen und unvorhergesehene Entdeckungen, die aus der wissenschaftlichen Routine entstehen und mich zum Staunen bringen. Schönes erlebe ich darüber hinaus im Umgang mit Studierenden, mit denen ich in Lehrveranstaltungen und Projekten zusammenarbeite oder die ich bei ihren Examensvorbereitungen betreue. Es macht Freude zu sehen, wie sich Persönlichkeiten entwickeln. Die Konfrontation mit neuen Ideen, Fragen und kritischen Perspektiven fordert mich selbst zum Wachsein und Querdenken heraus. Vor allem aber bewahrt sie vor der Versuchung des Rückzugs in den Elfenbeinturm.

Was halten Sie für unerläßlich für einen Journalisten?

Eine trotz klarer persönlicher Meinung professionell möglichst vorurteilsfreie Sicht auf Fakten und Positionen - und ihre faire, angemessene Berücksichtigung in der Berichterstattung, auch wenn sie nicht der Sicht von Mehrheiten entsprechen.

Was sollte Ihnen einmal nachgesagt werden?

Ich möchte das heute gar nicht sagen können. Es ist mir zwar nicht egal, jedoch weigere ich mich, mein Leben schon so fertig zu denken, daß ich meine Meriten klar vor mir sähe. Ich gebe mir Mühe, überhaupt etwas vorzuzeichnen, was man mir einmal nachsagen kann.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Da ich (noch) keine eigene Familie habe, ist das nicht schwierig. Ich arbeite daran, der privaten Seite des Lebens genügend Raum zu geben.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Hineingebracht hat mich der Wunsch, Menschen zu begegnen, die neben ähnlichen Arbeitsgebieten auch einen gemeinsamen Grund und Boden ihres Lebens haben - oder auf der Suche danach sind. Ich war zunächst nicht sicher, ob ich zur Zielgruppe zähle. Die persönliche Begegnung mit einem Mitglied gab dann aber den Ausschlag, vor allem dessen Ankündigung, kaum jemanden aus meiner gewohnten wissenschaftlichen Umgebung, aber viele neue interessante Menschen kennenlernen zu können. Daß mir dies in der GKP auf angenehme Weise gelingt, habe ich in der kurzen Zeit meiner Mitgliedschaft schon vielfach erfah-ren können. Davon werde ich mich gern halten lassen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Ich erwarte mir die Begegnung mit Menschen verschiedener Generationen und mit vielfältigem Hintergrund, von denen ich lernen, mit denen ich mich austauschen und an denen ich mich zu gegebener Zeit auch reiben kann. Ich erwarte mir den Freiraum, unter Menschen zu sein, denen die Worte "christlich" und "katholisch" kein Zucken der Mundwinkel oder Achseln entlocken, sondern ein Funkeln in den Augen und die Lust, sie bei der sachlichen Auseinandersetzung um gesellschaftliche, berufliche und persönliche Fragen auf ihre Fahnen zu schreiben. Daraus erwarte ich mir Positionen, die aus dem Mainstream der glitzernden Medienwelt ausscheren, dort aber Spuren hinterlassen.

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