7 Fragen an Dr. Rudolf Hammerschmidt

Seit 1. Mai bin ich offizieller Rentner. Zur Zeit wirke ich in einem Beratungsbüro für gesundheitspolitische Fragen mit. Dies ist von den Themen her ein Kontrastprogramm zur bisherigen Tätigkeit, und zudem muss sich diese Arbeit auf dem Markt behaupten. Außerdem bin ich ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit der "Fördergemeinschaft deutsche Kinderherzzentren" tätig. Die beiden Töchter sind erwachsen und stehen auf eigenen Füßen. Mitglied der GKP bin ich seit 1977. Für einige Jahre war ich dort auch Vorstandsmitglied.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Zunächst wollte ich mit den Fächern Germanistik und Sport Lehrer werden. Durch die Arbeit im Allgemeinen Studentenausschuss in Bonn kam ich mit der Studentenpresse in Berührung und war u.a. Chefredakteur der katholischen Studentenzeitung "Initiative". In dieser Zeit bin ich auch Ulrike Meinhof begegnet. Dann schrieb ich für die Bonner Rundschau über hochschulpolitische Fragen. Das Berufsziel änderte sich so.

Ihre Vorbilder?

Vorbilder hatte ich nicht. Viele Menschen, denen ich begegnet bin, hatten etwas Vorbildhaftes, und sie haben mich deshalb auch beeinflusst.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Das schönste Erlebnis gab es nicht. Schön waren viele Begegnungen, die über den beruflichen Kontakt hinausgingen. Schön war auch, dass es zwischen einer Pressestelle auf der einen und Medienvertretern auf der anderen Seite Vertrauen geben kann. Mein Vertrauen ist nie enttäuscht worden. Umgekehrt hat mich die Feststellung einer Kollegin, "Er hat uns nie belogen", sehr gefreut. Deshalb war die Anerkennung von Kolleginnen und Kollegen am Ende meiner beruflichen Tätigkeit für eine sehr vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit ein schönes Abschiedsgeschenk.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugierde gehört zu den Grundvoraussetzungen; aber auch Zähigkeit; er darf sich nicht abschütteln lassen. Mitunter benötigt er auch ein wenig Mut und die Bereitschaft, sich bei dem ein oder anderen unbeliebt zu machen. Was leider dem Zeitdruck immer häufiger geopfert wird, ist die geduldige, korrekte und sachkundige Recherche.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Es ist kaum möglich, eine klare Trennungslinie zu ziehen. Ein Journalist ist auch am Wochenende im "Dienst"; es gibt keinen "Feierabend" im Sinne von völligem Abschalten. Dennoch blieb Zeit zum Joggen, für den Kegelklub und zu privaten Begegnungen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

IAls KNA-Redakteur war ich zunächst "Zwangsmitglied". Aber sicher wäre ich auch selbst auf die Idee gekommen, da es einmal im Medienbereich auf gute Kontakte ankommt und zum anderen nur derjenige gesellschaftlich präsent ist, der sich mit Gleichgesinnten organisiert.

Was erwarten Sie von der GKP?

Sie soll zusammenführen, den Gedanken- und Erfahrungsaustausch möglich machen. Sie soll aber auch eine Interessenvertretung sein. Obwohl es viele positive Entwicklungen im Verhältnis Kirche und Öffentlichkeit gibt, bleibt noch Einiges zu tun, und gegen Rückschläge und Rückfälle sind wir nicht gefeit.

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