7 Fragen an Dr. Michael Lukas

1964 in Mannheim geboren, aufgewachsen in Schriesheim bei Heidelberg, 1984 Abitur. Sanitätsdienst bei der Bundeswehr, danach Medizinstudium in Heidelberg. Längere Studienaufenthalte in Haifa/Israel sowie Pretoria und Kapstadt/Südafrika. Nach dem Staatsexamen 1994 zunächst „Arzt im Praktikum“ an den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel bei Bielefeld (Psychiatrie), nach bestandener Aufnahmeprüfung beim „Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp)“ dann 1995 Wechsel als Volontär zur „Kirchenzeitung Köln“. 1996 Medizinredakteur bei „Arzt und Wirtschaft“ (verlag moderne industrie, Landsberg/Lech), im gleichen Jahr Promotion über Schizophrenie; 1999 Wechsel zur „Medical Tribune“ nach Wiesbaden. Seit März 2002 Leiter der Bischöflichen Pressestelle Hildesheim; Ausbildung zum „PRBerater (DAPR)“. Ledig.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Alles begann während meines Medizinstudiums 1987 mit einer kleinen Anzeige im Lokalteil des „Mannheimer Morgen“: „Wer hat Lust am Artikel-Schreiben? Wir suchen freie Mitarbeiter!“ Ich hatte Lust und wurde bald süchtig nach dem Schreiben. Trotzdem wollte ich mein Medizinstudium beenden, obwohl ich inzwischen wusste, dass mir die Feder besser in der Hand liegt als die Spritze. Davon konnte ich auch das ifp überzeugen. Immer wieder werde ich gefragt, wie ein Arzt Bischöflicher Pressesprecher wird. Meine nicht ernst gemeinte Antwort: Von der Psychiatrie in die Kirche ist der Weg nicht gar so weit.

Ihre Vorbilder?

Einer meiner früheren Chefredakteure war ein begnadeter Schreiber, eine Mischung aus Eleganz und Großspurigkeit, aber immer amüsant. Von seiner Disziplin und Wortmächtigkeit habe ich viel gelernt.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Auch wenn es dekadent klingt, aber ich habe meine Zeit als Medizinjournalist sehr genossen: Viele Reisen zu den großen Medizinkongressen der Welt, Kontakte zu Kollegen, das war für mich damals die große, weite Mediziner-Medienwelt. Inzwischen genieße ich es sehr, für ein „Produkt“ zu arbeiten, hinter dem ich voll und ganz stehe: unser Bistum.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugier und vor allem die Fähigkeit und auch den Willen, selbstständig und kritisch zu denken – und dann auch zu fragen!

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Theologen, Journalisten und Ärzte können typischerweise den Beruf vom Privaten nur schwer trennen. Da das Schicksal mich mit zwei dieser drei Eigenschaften geschlagen hat, ist bei mir nur selten wirklich „Feierabend“. Die besten Überschriftenideen kommen mir noch immer beim Joggen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hinein gebracht und was hält Sie?

Vor einigen Jahren warb meine Journalistenschule, das ifp, für die Hintergrundgespräche der GKP in den Berliner Ministerien. Damals lagen zu wenig Anmeldungen von GKP-Mitgliedern vor, und so meldete ich mich als ifp-Mitglied an. Danach überzeugten mich Michaela Pilters und vor allem meine Hildesheimer Kollegin Hildegard Mathies von den Vorzügen der GKP – und inzwischen glaube ich selbst daran. Ich schätze an der GKP den fachlichen, aber auch menschlichen Austausch mit Gleichgesinnten und nicht zuletzt die hervorragenden Jahrestreffen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Katholische Journalisten stehen in einer doppelten Verantwortung vor der Gesellschaft: fachlich und durch ihren Glauben. Ich erhoffe mir von der GKP Unterstützung bei dem Versuch, diese Herausforderung zu bewältigen: durch Weiterbildung, aber vor allem auch durch das „Networking“, durch den menschlichen Austausch untereinander und mit Fachleuten.

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