7 Fragen an Dr. Klaus Schmidt

Dr. Klaus Schmidt ist Redakteur in der ZDF-Redaktion Kirche und Leben (kath.), er ist geschieden und hat drei erwachsene Kinder.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Nach dem Theologiestudium war ich zunächst viele Jahre als freischaffender Theologe tätig, viel im Ausland (Israel, Norwegen, USA), in Deutschland u.a. in der Ökumenischen Centrale, wo ich audio-visuelle Medien zur ökumenischen Arbeit zu erstellen hatte und gleich mit Freunden einen eigenen Verlag dazu gegründet hatte. Als ich dann 1985 aus dem Lektorat eines theologischen Verlages ausschied, waren diese Diareihen u.ä. meine "Arbeitsproben", mit denen ich mich bei der "Ifage" einer Fernsehproduktionsgesellschaft der "Tellux"-Gruppe bewarb. Der zweite Teil der Bewerbung war ein Expose für eine 30-MinutenDokumentation zum Thema "Die Kirche als Arbeitgeber". Es wurde vom SWF gegen Konkurrenz angenommen, und ich hatte einen Job. Der Rest war learning-by-doing, zunächst mit einem Regie-Kameramann.

Seit 1987 bin ich beim ZDF.

Ihre Vorbilder?

Komplette Vorbilder hatte ich nicht auf dem Weg zum Journalismus, wohl aber immer wieder Lehrer. Ich wollte so gesprächsoffen werden wie mein Vater, so engagiert wie Laurentius Klein, so unbestechlich im publizistischen Urteil wie Jakob Laubach, so professionell als Filmemacher wie Günther Geisler und dessen Lehrer Peter von Zahn...

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Es ist schwer, da eines herauszugreifen: War es die Gastfreundschaft der Hunger und Kälte leidenden Armenier zu Weihnachten (unseres, nicht ihres Termins) 1990? Oder war es die Entdeckung, dass die Häuptlinge der Achewa in Malawi uns einen Initiationsritus von Jungen und Mädchen über drei Tage und Nächte drehen ließen, wo wir doch eigentlich nur gekommen waren, inkulturiertes afrikanisches Christentum zu filmen?

 

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Eine gute Recherche.

Die Balance zwischen Zupacken und Respekt, Neugier und Achtung vor dem Partner.

Die Trennung von Nachricht und Meinung, wissend, dass schon in der Auswahl der Nachricht, des Bildes, des Interviewpartners meine Meinung steckt.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Jetzt wieder besser.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Das sind drei Fragen:

1) Die Suche nach Gemeinsamkeit und Solidarität mit dem Neuling.

2) Das Gewähren von Gemeinsamkeit und Solidarität mit den Neulingen.

3) Solche Erlebnisse wie die gerade abgeschlossene Reise nach Syrien.

Was erwarten Sie von der GKP?

Eben Solidarität, die auch Formen von gewerkschaftlichem Einsatz annehmen kann, haben doch viele der Mitglieder kirchliche Arbeitgeber, und da braucht es manchmal Rückenstärkung oder den Aufschrei der Kollegen.

Bei GKP-Veranstaltungen, die ich natürlich nicht alle besuche, fehlt mir immer wieder genug Zeit für das Gespräch mit den Kollegen und Kolleginnen, vor allem auch mit den Jüngeren.

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