8 Fragen an Dr. Eva-Maria Streier

Geb.1949, Studium der Anglistik, Amerikanistik, Geschich- te und Politikwissenschaft in Mainz und in den USA, Pro- motion mit einer Arbeit über den amerikanischen Autor Kurt Vonnegut Jr., 1975 - 82 Referentin und Studienleiterin im Cusanuswerk, 1983-85 Volontärin und Redakteurin bei der Kölnischen Rundschau, seit 1985 Leiterin des Bereichs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutschen For- schungsgemeinschaft (DFG) in Bonn, jetzt auch halb in Berlin. Mitglied im Beirat des Cusanuswerkes, Mitglied im ZdK, bis zum Mai 2001 Sprecherin für Medien dort, Berate- rin in der Publizistischen Kommission der Deutschen Bi- schofskonferenz, Sprecherin des Foyers für Gespräche zwi- schen Kirche, Gesellschaft, Politik in Berlin. GKP-Vorsit- zende von 1987- 93, im Vorstand von 1984 bis 1996.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Kein direkter! Ich habe nach Tätigkeiten an der Universität und im Cusanuswerk, der bischöflichen Begabtenförderung, erst mit Anfang 30 ein Volontariat bei einer Kölner Tageszeitung gemacht. Meine Vorerfahrungen kamen mir dabei zugute. Und obwohl es nicht leicht war, wusste ich ziemlich bald, dass dies mein Feld war.

Ihre Vorbilder?

Ich nenne nur einen Namen: Wolfgang Lüning vom WDR, langjähriger Redakteur in der Fernseh-Kirchen-redaktion für die Reihe "Gott und die Welt". Ich habe damals einige Filmbearbeitungen und schließlich auch eigene Filme gemacht. Er lehrte mich, genau hinzusehen, jedes Wort ernst zu nehmen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden - das alles mit großer Geduld, Ausdauer und Leidenschaft für die Sache. Dafür bin ich noch heute dankbar.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Es gibt eine Reihe schöner Erlebnisse. Zwei Beispiele: die Realisierung eines Films über ein Behindertentheater in New York, bei dem die körperlich behinderten Schauspieler auf eine Benefiz-Gala am Broadway hinarbeiteten. Die 14 Tage in dieser Metropole, starke persönliche Erlebnisse durch den Kontakt mit den Protagonisten, die Zusammenarbeit mit dem israelischen Produzenten, das Gefühl von Teamwork, das bei einer Filmproduktion Grundbedingung ist. Das ist alles schon mehr als zehn Jahre her, aber noch immer ganz lebendig. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit: Im vergangenen Oktober konnte ich eine Journalistenreise mit fünf Wissenschaftsjournalisten nach China anbieten - dabei ist mein - rudimentäres - Bild dieses Riesenlandes völlig auf den Kopf gestellt worden. Ich werde künftig mit ganz anderen Augen auf das Reich der Mitte schauen.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Genauigkeit, Schnelligkeit, Sorgfalt, Neu- gier, Flexibilität, einen festen Standpunkt, der Orientierung im Meinungsdschungel ermöglicht.

Was sollte Ihnen einmal nachgesagt werden?

Darüber müssen sich andere zu gegebener Zeit den Kopf zerbrechen!

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Das ist oft schwer, aber es gibt Überschneidungen. So habe ich durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Cusanuswerk, im ZdK, in der Publizistischen Kommission, vor allem aber im Foyer für Gespräche zwischen Kirche, Gesellschaft und Politik in Berlin gute Freunde gewonnen. Wenn die Deutsche Forschungsgemeinschaft mich vielleicht irgendwann einmal weniger beansprucht als gerade zur Zeit, wo wir schon von Stammzellen träumen, wird es sicher auch wieder besser.

Warum sind Sie in der GKP?

Ich bin gerne und mit Überzeugung in der GKP, auch wenn ich dort keine Verantwortung mehr habe, weil ich das Miteinander sehr unterschiedlicher Kollegen vor einem offenen, konkurrenzfreien Hintergrund immer geschätzt habe. Ich fühle mich hier von einem Netzwerk mitgetragen; dazu kommen die gemeinsa-men Reisen - zur Zeit meines Vorsitzes einige unver-gessene Reisen nach Lateinamerika -. und viele interessante Veranstaltungen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie sich immer weiter zu einem modernen Verband auf christlichem Boden entwickelt, der auch junge Journalistinnen und Journalisten anzieht und hält. Dass sie auf dem Kurs fortfährt, medienpolitisch Stellung zu beziehen und sich - wo nötig - auch schützend vor ihre Mitglieder stellt. Dass sie eine Plattform für den offenen Diskurs bleibt. 

Druckversion

AddThis

|||||