7 Fragen an Dr. Daniela Frank

Geb. 1962, Studium der Philosophie und Kommunikationswissenschaft in München und Münster, seit zwölf Jahren beim Catholic Media Council (einem Beratungsbüro der kirchlichen Hilfswerke für Medienprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa) in Aachen, zunächst als Lateinamerikareferentin, seit 1999 als Geschäftsführerin.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Während meines Studiums der Philosophie bei den Jesuiten in München jobbte ich am dortigen Institut für Kommunikation und Medien. Die Erfahrungen, die ich dort machen konnte, führten mich zur Kommunikationswissenschaft und weckten auch die Lust, die Praxis des professionellen Journalismus kennenzulernen. Nach dem Magister lernte ich in Hospitanzen beim SFB und SDR das Handwerkszeug einer Radiojournalistin und arbeitete als "Freie" für verschiedene Rundfunkanstalten. Seit ich beim Catholic Media Council bin, bleibt nur noch wenig Zeit, selbst journalistisch zu arbeiten; aber ich empfinde meine jetzige Tätigkeit als einen Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis, zwischen Konzeption (kirchlicher) Medienarbeit und deren alltäglicher Umsetzung - nicht zuletzt, um der Kirche (und ich habe dabei Kirche weltweit im Blick) nach außen und nach innen einen immer besseren Journalismus zu ermöglichen.

Ihre Vorbilder?

Menschen, die mit Haut und Haar für die Würde aller Menschen eintreten, die für das kämpfen, was sie für richtig erkannt haben. Ich denke z.B. an Erzbischof Oscar Arnulfo Romero und die Mitarbeiter/innen in seiner Radiostation YSAX in San Salvador, die die Arbeit auch nach seiner Ermordung fortgesetzt haben. Ich erinnere mich an Journalist/inn/en in Südafrika, die für die Rechte aller Bevölkerungsgruppen und Versöhnung kämpfen. Oder ich denke an eine katholische Fernsehjournalistin in Thailand, die ihre Sendeplätze nutzt, um auf die Not der Kinder in ihrem Land aufmerksam zu machen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Es fällt mir schwer, eines herauszugreifen. Oft durfte ich vor allem in Lateinamerika erleben, wie haupt- und ehrenamtliche Journalist/inn/en - meist in sog. "community radios" tätig - durch ihre Medienarbeit dazu beitragen, daß Menschen für ihre Rechte eintreten (ich denke besonders an indigene Gruppen, die Landbevölkerung, an Frauen und Kinder) und sich zusammentun, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Durch Partizipation gelingt es immer wieder, daß diese Menschen selbst ihre Lebensrealität zur Sprache bringen, statt sich damit abzufinden, daß Hörfunk- und Fernsehprogramme eine "andere Welt" widerspiegeln. Man kann sich darüber streiten, wie groß der Einfluß dieser Sender angesichts einer wachsenden Kommerzialisierung und Monopolisierung der Medienlandschaft in den meisten Ländern tatsächlich ist. Mir sind diese Erfahrungen auf meinen Reisen aber immer wieder Ermutigung, daß "auch kleine Schritte zählen".

Was halten Sie für unerläßlich für einen Journalisten?

Respekt (was aber nicht zu verwechseln ist mit Unterwürfigkeit vor den "Mächtigen"), Neugierde, die Bereitschaft (und manchmal auch den Mut), nicht mit dem Fragen aufzuhören ... und ein gutes Gespür für Sprache und Bilder.

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Lassen Sie mir bitte noch ein paar Jahre Zeit, das auf den Punkt zu bringen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Manchmal mehr, manchmal weniger ... Mit Freude an beidem, mit dem Versuch, immer mehr ein Gespür dafür zu entwickeln, wann es zuviel wird - und dank der Menschen, die mir dabei helfen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Und was erwarten Sie von der GKP?

Ich halte es für wichtig, daß sich Christen, die in den Medien tätig sind, zusammentun. Wir haben etwas zu sagen und anzubieten. Dafür brauchen wir gegenseitige Unterstützung, gemeinsames Suchen nach dem Wie und Was, aktive Auseinandersetzung mit der Gesellschaft (und der Kirche), in der wir leben und arbeiten. Und das wünsche ich mir mit viel Lebendigkeit! Bisher hatte ich mehr mit den katholischen Medienorganisationen auf internationaler Ebene zu tun. Dabei stellte sich mir irgendwann die Frage, wie es denn bei uns hier vor Ort aussieht. Darauf bin ich neugierig - verbunden mit dem Wunsch, daß die GKP auch wach dafür bleibt (und immer mehr wird), was sich in anderen Ländern und Kontinenten tut.

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