7 Fragen an Dr. Bernd Buchner

Dr. Bernd Buchner, Jahrgang 1968, bald verheiratet, geboren und aufgewachsen im oberfränkischen Kulm - bach, Studium (Geschichte, Journalistik, Theologie) in Gießen und Bordeaux, Promotion im Fach Geschichte, 1999 bis 2001 Volontariat beim Nordbayerischen Kurier in Bayreuth, seit 2003 Redakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), zunächst als Korrespondent in Hamburg, seit 2008 in München mit Zuständigkeit für die wöchentlich erscheinende „Ökumenische Information“ (KNA-ÖKI).

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Schon sehr früh wollte ich diesen Beruf, engagierte mich in der Schülerzeitung und für das Jugendblatt unserer katholischen Gemeinde. Aus dieser Leidenschaft entstand – in Verbindung mit Geschichte, Religion, Musik – alles Folgende.

Ihre Vorbilder?

Es gibt keine wirklichen. Das ist mir auch ein bisschen zu pathetisch. Da sind vielleicht Menschen, denen ich vieles abgeschaut habe. Ohne dass sie es wissen, wissen müssen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Als mir bei einem Termin in Hildesheim Weihbischof Hans-Georg Koitz, während ich am Rechner saß und meine Meldung schrieb, einen Teller Kekse hinschob, damit ich nicht vom Fleisch falle. Und als Bischöfin Käßmann sagte, sie sei neidisch auf die roten Prada- Schuhe des Papstes: Ich schrieb ihr eine E-Mail, der Papst trage gar keine Prada-Schuhe, sie antwortete kurz und trocken: „Ich bin enttäuscht!“ Und als ich Ottfried Fischer vor dem Mikro hatte, sagte er: „Was, das Interview ist schon aus? Ich wollte noch viel mehr sagen.“ Und hörte nicht mehr auf zu erzählen, von seiner Ministrantenzeit im Bayerischen Wald und und und.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Leidenschaft und Objektivität unter einen Hut bringen. Das ist gerade im kirchlichen Bereich nicht ganz einfach. Sich eine Form von Unabhängigkeit bewahren. Die Fähigkeit, über den jeweiligen Horizont hinausblicken zu können, und sei es nur für einen Moment. Und nicht aus der Küche gehen, wenn es heiß wird.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Journalisten können beides ohnehin nicht so leicht trennen. Wenn ich ein theologisches Buch lese, eine TV-Sendung über Klöster sehe, im Internet auf kirchlichen Homepages stöbere – ist das noch beruflich oder schon privat? Bei mir kommt hinzu, dass ich viel unterwegs bin: Mein Büro ist in München, privat bin ich überwiegend in Mainz. Das ist nicht immer ganz einfach, obwohl mir das Zugfahren trotz Deutscher Bahn Spaß macht.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ob mich jemand „angeworben“ hat, weiß ich gar nicht mehr. Irgendwann merkte ich, dass sehr viele Menschen, die ich beruflich kenne und schätze, GKP-Mitglied sind. 2005 trat ich bei, übernahm später eine Zeitlang gemeinsam mit Andreas Herzig die Verantwortung für die norddeutsche Gruppe. Was mich hält? Mehr als Gewohnheit, denke ich.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie an der Schnittstelle von Kirche und Medien eine Plattform für Gespräch und Austausch bietet. Dass sie Zusammenhalt vermittelt und die Entwicklungen mit einem kritischen und unabhängigen Blick begleitet. Vielleicht auch, dass sie sich eines Tages ökumenisch öffnet und zu einer „Gesellschaft christlicher Publizisten“ wird.

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