7 Fragen an Dr. Angela Reinders

Geboren 1965 in Aachen, in Bonn Studium der katholischen Theologie. Diplom 1989, im gleichen Jahr Eheschließung in Aachen und Beginn des Volontariats beim Bergmoser + Höller Verlag, seit 1990 dort Redakteurin im Programmbereich Kirche und Gemeinde sowie Lektorin im Programmbereich Schule. GKPMitglied seit 1992. Drei Töchter, die 1996, 1998 und 2001 geboren wurden und auf die biblischen Namen Susanne, Judith und Miriam getauft sind. 2006 Promotion an der Universität Münster, Thema der Dissertation: „Zugänge und Analysen zur religiösen Dimension des Cyberspace.“

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Diese klassische Karriere mit Schülerzeitung und so – da ist bei mir Fehlanzeige. Ich habe immer gern geschrieben, aber nie für ein „Blatt“. In meiner Kindheit gab es zu Hause vitale Vorurteile gegen Journalisten. Ursprünglich wollte ich auch, seit ich 16 war, Hebamme werden und habe erst kurz vor dem Abitur umgeschwenkt – dann aber das Studium begonnen mit dem Ziel, später im Bereich der Publizistik zu arbeiten.

Ihre Vorbilder?

Gern würde ich Menschen so beschreiben können wie meine Lieblingsautorin Anne Tyler. Ansonsten merke ich zunehmend, dass man von fast jedem Menschen irgendetwas Gutes lernen kann – auch Dinge, die man nicht gesucht hat.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Es ist fast unmöglich, etwas Einzelnes herauszuheben. Es kommt ab und an vor, dass Menschen unmittelbar reagieren, wenn sie etwas gelesen haben. Meine Gedanken gehen dadurch auf weite Reisen, dass wir Pfarrbriefmaterialien und andere Publikationen für die gemeindliche Öffentlichkeit herausgeben. Es ist immer etwas Besonderes, wenn – selten – bekannte und – meist – völlig unbekannte Menschen ein Postkärtchen schicken, einen kleinen Gruß, ein Dankeswort, wenn ein Wort sie getroffen, berührt, bestärkt hat.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Fragen. Grenzen achten, wo sie zu Recht geboten sind, und sie überschreiten, wo sie zum Schaden anderer errichtet wurden.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Das weiß ich manchmal auch nicht … Im Ernst: Berufstätig mit drei Kindern zu sein, das erfordert Selbstdisziplin, Kraft, Arbeitsphasen zu nachtschlafender Zeit und flexible Arbeitgeber. Die Grenzen sind, denke ich, gerade in unserem Beruf auch fließend: Sitzt da eigentlich wer ohne Stift im Kino?

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ich kann nicht sagen, „was“, sondern „wer“ mich hineingebracht hat: Paul Dahm, früherer Chefredakteur der Aachener Kirchenzeitung. Eigentlich bin ich kein Vereinsmeier. Meine familiäre Situation lässt wenig Teilnahme an GKP-Veranstaltungen zu. Ich finde es aber dennoch ermutigend, dass nach solchen Veranstaltungen immer mal einer nachfragt, wie es mir geht. Da bestätigt sich ein unbestimmtes Gefühl der Verbundenheit. Ich finde die GKP stark, wenn es bei Kollegen ernst wird und jemand Schutz braucht, die Wege sind kurz und nicht wasserverkopft. Auch mein bescheidener Beitrag zur GKP in der Region Aachen hält mich, den ich ohne Dr. Martin Thull und Jobst Rüthers nicht leisten könnte.

Was erwarten Sie von der GKP?

Das ist ja eine schwere Frage. Vielleicht so: Als ich Mitglied wurde, gab es eine Phalanx von Kollegen, die sich untereinander kannten, häufig über alle Kollegen aller Bistumsblätter Bescheid wussten und auf einer Wellenlänge lagen. Heute haben sich viele Berufsbilder verändert, die kirchliche Medienlandschaft sieht total anders aus. Meine Erwartung wäre, dass die GKP nicht in Klischees darüber stecken bleibt, was einen katholischen Publizisten ausmacht bzw. ausmachen sollte. Aber das tut sie auch nicht, soweit ich das sehe.

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