7 Fragen an Christoph Strack

Christoph Strack, 1961 in Düsseldorf geboren, aufgewachsen im Rheinland, verheiratet. Studium der katholischen Theologie in Bonn und Jerusalem bis 1988. Danach Volontariat im Rahmen des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (IfP) bei der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Seit 1990 Redakteur der KNA. Zunächst in der Bonner Zentralredaktion, seit 2000 in Berlin (und doch immer noch Rheinländer). Chefkorrespondent.

Ihr persönlicherWeg zum Journalismus?

Keine spannende große Geschichte. Mein Vater, gelernter Schriftsetzer, arbeitete als Prokurist in einem Verlagshaus, von Kindesbeinen an wusste ich, wie Zeitungmachen riecht (oder gerochen hat). Im Studium las ich journalistische Texte meiner Freundin - engagierte Alltagsarbeiten aus dem Lokaljournalismus - kritisch neugierig gegen und fand diese Arbeit spannend. Der erste eigene journalistische Text galt in der heimischen „Neuss-Grevenbroicher Zeitung“ einer Erlebnisbeschreibung meines einjährigen Aufenthalts im Heiligen Land. Nach dem Studium, das beim Start eigentlich in den Schuldienst führen sollte (ein schnell aus dem Blick geratenes Ziel), brachte mich das IfP zur KNA. Dort lässt sich auch nach 18 Jahren noch gut arbeiten.

Ihre Vorbilder?

Journalistisch einige. Erstens: Vor gut 20 Jahren lernte ich Erhard Schoppert kennen, damals vielseitiger Lokaljournalist in Friesdorf bei Bonn, nun seit langem Chefredakteur bei „Pico“ der Steyler Missionare. Bei ihm erfuhr ich rheinisch-menschliche Freude an guten Ideen und guten Geschichten, wie ich sie einem Berufsstarter nur wünschen kann. Zweitens: In der „Süddeutschen Zeitung“ las ich stets worthungrig jeden Text des leider 2003 so früh verstorbenen Herbert Riehl-Heyse. Er fehlt dem Blatt bis heute. Ich schrieb ihn in den 90er Jahren mal brieflich an, und er lud mich - vollkommen unkompliziert - zum Besuch in sein Münchener SZ-Büro: ein liebenswürdiger, sensibler Mensch, der sich niemandem andiente. Und einem neugierigen Rheinländer gerne stundenlang Rede und Antwort über diesen Beruf stand.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Der Beruf gab mir die Möglichkeit, vor gut zehn Jahren die nun im Februar 2006 verstorbene Hilde Domin kennenzulernen und eine ferne leise Freundschaft zu pflegen. Das war ein Geschenk. Ansonsten jene Momente, in denen Rührung auch bei einem professionellen professionellen Beobachter zur Gänsehaut, ja zu Tränen in den Augen führte: der Besuch von Johannes Paul II. 2000 in Yad Vashem und im palästinensischen Flüchtlingslager; die schiere Liebe der Tausende einfachen Menschen, die 1997 in Kalkutta nach vielen Stunden des Wa rtens zum aufgebahrten Leichnam von Mutter Teresa kamen; die Beisetzung von Frère Roger in Taizé; nackte Flüchtlinge im Südsudan, die mit der knappen Schilderung ihrer Situation einem schon alles gaben, was sie noch besaßen. - Ein schönes Erlebnis im Alltag, gelegentlich und gar nicht sooo selten: Kollegen in diversen Redaktionen, mit denen man gut zusammenarbeiten, lachen, ernst sein kann. Ich glaube übrigens nicht, dass der Anteil der Katholiken daran signifikant höher wäre.

Was halten Sie für unerlässlich füreinen Journalisten?

Sprachkompetenz und Sprachgefühl sowie den Willen zur verständlichen Vermittlung von Nachrichten oder Eindrücken. Lese- und Bildungshunger (egal, für welches Medium man arbeitet), letztlich also Neugier. Interesse am Menschen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Indem ich auch im Beruf privat sein darf und im Privatleben den Beruf nicht ausblende.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Als KNA-Volontär kam ich sozusagen automatisch in die GKP. Als sich die Zeiten änderten und die KNA-Mitarbeiter selber zahlen durften, blieb ich. Die Idee eines nicht enggeistigen Zusammenschlusses finde ich sehr sinnvoll - auch wenn ich aus Zeitgründen bei überregionalen GKP-Veranstaltungen eigentlich nie aufschlage.

Was erwarten Sie von der GKP?

Nicht zu viele zu selbstgestrickte Gedichte auf der letzten Seite... Nein, irgendwie könnte ich gar nicht konkret sagen, dass ich in dem Laden Großes erwarte. Als „Nutznießer“ finde ich es eigentlich schon bemerkenswert genug, dass sich immer und immer wieder irgendwelche Leute doch aufmachen, inhaltliches Programm auf die Beine stellen und eine Vernetzung erreichen wollen.

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