7 Fragen an Christoph Hille

Jahrgang 1952, geboren in Dresden und bis heute hier lebend, nach der Schule Ausbildung zum Schriftsetzer in der väterlichen Druckerei, Armeezeit (Prora) und Abendabitur, Tätigkeit im Buchhandel, 1979 Heirat, vier Kinder, nach Meisterstudium seit 1988 selbständig in der vierten Generation des Familienbetriebs (gegr. 1880), 1989 Gründung der ersten Mitfahrzentrale der DDR in Dresden (bis 1993), seit 1995 Verlagstätigkeit im Bereich Sachbuch, Regionalia, Belletristik, Lyrik, christliche und politische Literatur, seit 2004 als Parteiloser für die „Freien Bürger“ im Dresdner Stadtrat.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus

Die journalistische Ader ist bei mir eher unterentwickelt und kommt leider selten zum Einsatz. Es überwiegt der unternehmerische und verlegerische Teil. Erste Erfahrungen mit dem Schreiben bei einer Serie zur 250jährigen Geschichte meiner ehemaligen Heimatpfarrei Dresden-Neustadt. Geprägt haben mich meine Deutschlehrer in der Berufsschule und am Abendgymnasium. Später die Jahre als aktiver Puppenspieler (in der Freizeit), wo wir mit unserer Puppenbühne „Kleine Arche“ in vielen Kirchgemeinden auftraten. 1995 Herausgabe der ersten eigenen Zeitschrift „Ökumenischer Wegweiser“ für Dresden (bis 2000). Zwei Jahre als Pressesprecher der Bürgerfraktion haben dann eine neue, politische Dimension erschlossen.

Ihre journalistischen Vorbilder?

Alfred Grosser, den ich bei einer Podiumsdiskussion erleben durfte und als krassen Gegensatz zum journalistischen Oeuvre manch lokaler Politjournalisten sehe. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Das sind immer wieder die spontanen Meinungsäußerungen der Leser; mal zu den Inhalten, mal zu den Sichtweisen der Redaktion oder zu den Buchinhalten. Im Besonderen die immer wieder vermittelte Erkenntnis, den „Nerv“ getroffen zu haben; mit einer verlegerischen Entscheidung oder einem speziellen Text, was meist zu intensivem Austausch von Meinungen führt und immer wieder Motivation erzeugt, ohne die nichts gehen würde.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Bescheidenheit, Ehrlichkeit und abwägende Offenheit auf der Grundlage einer sicheren Beherrschung der deutschen Sprache und einer weltanschaulichen Grundüberzeugung.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Die Frage müsste ich meiner Familie stellen. Für mich ist es immer wieder der Versuch, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden und dementsprechend zu agieren. Gelingt nicht immer; selbst wenn die Erkenntnis vorhanden ist, schwächelt das Fleisch. Die Familie ist der Kraftquell und der Ort der Rückversicherung, der Gradmesser für das Machbare.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Weil ich angesprochen wurde und mal wieder nicht nein sagen konnte? Das war es sicherlich auch. Überwogen hat aber die Neugier und die ist bei den bisherigen Treffen auf ihre Kosten gekommen. Momentan ist aber die Zeitdecke noch sehr kurz und reicht hinten und vorn nicht aus.

Was erwarten Sie von der GKP?

Die Erweiterung des Horizontes nicht nur für mich als Mitglied, was auf jeden Fall schön ist und was ich zu nutzen suche. Noch besser, wenn auch die GKP in Zukunft von mir etwas hätte.

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