7 Fragen an Christoph Arens

Jahrgang 1961, verheiratet, drei Kinder; Studium der Geschichte, Germanistik und Politik in Münster und Freiburg, Stipendiat beim Institut zur Förderung Pu - blizistischen Nachwuchses in München, ab 1988 Vo - lontariat bei den Westfälischen Nachrichten in Mün - ster, anschließend dort Redakteur, 1991-1992 Redak - teur in der Pressestelle des Bistums Münster, seit 1993 Redakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Leiter Inlands-Redaktion.

Ihr persönlicherWeg zum Journalismus?

Am Anfang stand ein kleines, aber herzliches Lob: Weil ich als Schüler gelegentlich kleine Geschichten und Berichte für die Paderborner Diözesanzeitung der Katholischen Landjugendbewegung geschrieben hatte, hat mir eine der Diözesanleiterinnen kräftig Honig um den Bart geschmiert. Seitdem fühlte ich mich zum Journalisten berufen. Das Interesse an Dorfgeschichte und Lokalpolitik führte dann dazu, dass ich als Gymnasiast ab der elften Klasse in den Ferien bei der Lokalzeitung gearbeitet habe. Robert Schmelzer, damals Herausgeber der Westfalenpost, hat mich dann weiter ermutigt. Und als ich während des Studiums ein Stipendium des Instituts zur Förderung Publizistischen Nachwuchses in München erhielt, war der weitere Weg vorgezeichnet.

Ihre Vorbilder?

„Vorbild“ hört sich so bombastisch an. Es gibt Journalisten und Schriftsteller, deren Texte ich mir immer wieder vornehme: Kurt Tucholsky, die Reportagen von Hans Habe, die hintergründig humorvollen Werke von Axel Hacke oder die Bücher des niederländischen Journalisten Geert Mak, der Journalismus mit erzählender Geschichtsschreibung verbindet. Darüber hinaus gibt es Mitmenschen, deren Engagement und Gestaltungskraft ich bewundere: Rupert Neudeck etwa oder auch Christine Zauzich.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Es gibt viele schöne Erfahrungen wie die Journalistenreise mit der GKP nach Guatemala oder Informationsreisen nach Ruanda und Kenia. Aber am meisten beeindruckt hat mich die Zeit der Wende und des Mauerfalls 1989, die ich als Volontär in der Politikredaktion der Westfälischen Nachrichten in Münster erlebt habe. So viele Eilmeldungen! So oft mussten wir abends das Layout der Zeitungsseiten umschmeißen, weil wieder eine Demonstration in Dresden, Leipzig oder Erfurt stattfand. Und alles schien sich so positiv zu entwickeln, so verheißungsvoll. Mit dieser Zeit verbinde ich aber auch das, was mich am meisten ärgert. Warum habe ich mich nicht einfach in den Zug nach Berlin gesetzt, als die Mauer plötzlich offen war. Warum bin ich in dieser historisch einmaligen Situation in Münster geblieben?

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugier, Wissen, Liebe zur Sprache, die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen wichtig und unwichtig, Fähigkeit zur Selbstkritik und die Bereitschaft, sich auch mal in die Schuhe des anderen zu stellen und die Welt aus seiner Perspektive zu sehen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Das wird mittlerweile wieder leichter. Die Kinder sind 15, 12 und 11 Jahre alt. Und in diesem Alter freut man sich ja, wenn man mal sturmfreie Bude hat. Wachsenden Abstimmungsbedarf gibt es mit meiner Frau, die mit halber Stelle wieder in der Schule arbeitet. Bislang bekommen wir beides ganz gut unter einen Hut.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ein guter Einstieg war die Journalistenreise nach Guatemala 1987. Dort habe ich Leute kennen gelernt, die mich bis heute im Verband gehalten haben. Die deutsch-französischen Treffen, die Jahrestagungen quer durch die Republik (auch in Ostdeutschland), neue Gesichter, die Vielfalt der Lebensläufe und Einstellungen zum Journalismus – das alles bedeutet eine Erweiterung des Horizonts, die ich nicht missen möchte.

Was erwarten Sie von der GKP?

Natürlich ist es heutzutage nicht besonders schick, sich als katholischer Journalist zu outen und auch noch zur GKP (viele verstehen: DKP oder Gesellschaft katholischer Polizisten) zu gehören. Währenddessen aber wird Bildung in der Gesellschaft groß geschrieben, werden persönliche Kontakte und Netzwerke für Journalisten und viele andere Berufe immer wichtiger. Warum sonst versucht beispielsweise die Bertelsmann Stiftung, ein Netzwerk von Wissenschaftsjournalisten aufzubauen? In diese Richtung müsste sich auch die GKP entwickeln: als ein Netzwerk von Journalisten, die sich auskennen mit sehr aktuellen gesellschaftlichen Themen und Zukunftsfragen des 21. Jahrhunderts: nämlich mit Fragen der Religion( en), der Entwicklungshilfe und der Einen Welt.

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