7 Fragen an Christian Frevel

1960 in Lüdenscheid-Hellersen geboren, verheiratet, ein Sohn. Seit 2003 Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit/ Bildung bei der Bischöflichen Aktion ADVENIAT, Mitglied der GKP seit 1981.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Als wir letztens Stammtisch der Bochumer Journalisten hatten, erinnerte mich mein Schulkamerad Ralf Makrutzki, heute Studioleiter des WDR-Fernsehens in Essen, an unsere ersten gemeinsamen journalistischen Anfänge. Die Schülerzeitung hieß "Bazillus", erschien jeden ersten Samstag im Monat als Sonderseite unserer Lokalzeitung - wir machten eine "richtige" Zeitung, begleitet durch einen Jungredakteur der Lokalzeitung "Allgemeiner Anzeiger" in Halver. Wir waren 16 Jahre alt und ziemlich stolz auf unser Werk. Ralf machte damals schon auf audiovisuell und zeichnete den Comic-Strip, ich schrieb über alles, was anlag. Es folgten drei Jahre als gelegentlicher, dann fester Freier Mitarbeiter der Lokalzeitungen im Märkischen Sauerland. Über Wilhelm Bettecken, damals Pressesprecher des Bistums Essen, wurde ich auf die Journalistenausbildung des "Instituts für publizistischen Nachwuchs" aufmerksam, bewarb mich und landete nach dem Abitur als Volontär beim "Liboriusblatt" in Hamm. Chefredakteur Günther Beaugrand ließ mir journalistische Freiheiten, ich lernte den Bleisatz und den Wandel zum Fotosatz kennen, strickte für den "Westfälischen Anzeiger" eine Sonderausgabe anlässlich des Papst- Attentates und verließ Hamm als Redakteur, um im Zivildienst dem Frieden zu dienen. Es schlossen sich Studien in Bochum an, unterbrochen durch Aufenthalte in Aix-en-Provence und Oviedo. "Nebenbei" arbeitete ich als Redakteur für den Gemeindeverband in Lüdenscheid, schrieb Pressemeldungen und arbeitete beim "Ruhrwort" mit. Schließlich dann zurück zum Liboriusblatt, als Stellvertretender Chefredakteur, dann - als das Studium endlich abgeschlossen war - als Chefredakteur. 2000 der Wechsel zu "kontinente" in Köln, dann 2003 zu ADVENIAT in Essen.

Ihre Vorbilder?

Von der "Schreibe" her: Hans-Ulrich Kempski. Von der Analyse her: Otto B. Roegele. Vom journalistischen Einsatz für den Menschen her: Rupert Neudeck. Wenn sonst was schief läuft: Franz von Sales.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

... ereignet sich immer wieder mal. Wenn Menschen aufgerüttelt werden durch meine Reportagen, die ich zumeist nicht alleine "produziere", sondern gemeinsam mit Fotografen (seit vielen Jahren übrigens zumeist mit Jürgen Escher aus Herford). Das äußert sich manchmal durch Briefe an mich, aber auch durch Spendenaktionen. Dabei sind auch schon sechsstellige Summen zusammengekommen - damit konnte viel erreicht werden.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Er muss den Leser bzw. Hörer im Blick haben. Er muss der Wahrheit verpflichtet sein. Er muss die Würde der Menschen, also z.B. auch der Opfer, über die er "engagiert" schreibt, wahren. Er darf sich selbst nicht wichtig nehmen. Er muss wissen, dass zum Team mehrere gehören: Der Journalist, der Fotograf, der Layouter, der Drucker... wenn alle zusammenarbeiten, wird es ein gutes Produkt.

Wie bringen Sie Privates und Beruf unter einen Hut?

Ein ewiger Kampf. Meine Frau und ich haben uns arrangiert, aber mein Sohn kommt leider oft zu kurz. Wenn ich drei Wochen im Ausland bin, ist das eine lange Zeit. Ansonsten kommen die beiden auch schon mal mit zu dienstlichen Terminen.

Warum sind Sie in der GKP?

Weil das für mich einfach dazugehört.

Was erwarten Sie von der GKP?

Auf vier Seiten habe ich das schon mal in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der GKP dargelegt. Hier nur ganz kurz die Quintessenz: Kollegialität, Fortbildung, Positionierung - alles vor dem Hintergrund eines katholischen Selbstverständnisses.

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