7 Fragen an Carola Hoßfeld

Geb. 1957 in Hagen i. Westfalen. Von 1976 bis 1984 in Münster Diplomstudiengang Theologie, Philosophie, Judaistik und mehrjährige Lehrstuhlmitarbeit. Volontariat bei der KNA. Bis 1989 Redakteurin und Ressortleiterin bei einer privaten Nachrichtenagentur in Hannover, u.a. betraut mit flankierender Pressearbeit für das Bundesfamilienministerium. 1989 Wechsel nach Köln in die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks, 1993 in die Kulturredaktion von Deutsche Welle/ Hörfunk. Seit Anfang 2002 im Kirchenfunk zuständig für Catholica. Inhaberin eines Führerscheins für Küstenfahrt für Yachten und des Betriebszeugnisses für Funker I.

Ihr persönlicherWeg zum Journalismus?

Ich erinnere mich noch gut an die heftigen Diskussionen im Arbeitskreis Laientheologen während meiner ersten Semester in Münster. Dem Berufsstand blies schon damals der Wind heftig ins Gesicht, nicht nur in meiner Heimatdiözese Paderborn. Auch engagierte Mentoren wie Leo Karrer konnten nicht verhindern, dass sich die meisten von uns auf andere Berufe konzentriert haben. Meine ersten journalistischen Gehversuche machte ich in einem Praktikum bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Nachhaltige Wirkung hinterließen der polternde Chefredakteur und eine hilfsbereite Redakteurin, die meinen Reportagen den letzten Schliff gab. So wollte ich auch einmal schreiben können, das Berufsziel stand fest. Weitere Medienpraktika folgten, unter anderem bei der KNA. Danach war klar, wo ich mir meine Ausbildung wünschte. Als eine kurzfristige Volontariatszusage vom damaligen KNA-Chef Konrad W.Krämer kam, ließ ich die Promotionspläne für das Fach Philosophie leichten Herzens fallen.

IhreVorbilder?

Keine historischen Gestalten, keine herausragenden Theologen oder gar Heilige. Spontan fällt mir mein früh verstorbener Vater ein. „Wenn ich morgens in den Spiegel blicke, muss ich mich noch anschauen können.“ Nach dieser Maxime hat er gearbeitet. Das versuche ich auch.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

In 20 Jahren Journalismus kommen viele Highlights zusammen. Da gab es vor Jahren ein langes Interview mit Tisa von der Schulenburg in ihrem Atelier, das mich um einige hundert Mark erleichterte. Die erworbene Skulptur steht seitdem im Wohnzimmer. Die Hörerresonanz war überwältigend. Genauso wie auf eineSendung über eine deutschstämmige Isländerin, die nach einem stressigen Törn rund um Island zustande kam. Die schönsten Erlebnisse für eine Hörfunkredakteurin bei der Deutschen Welle sind eigentlich Reaktionen, die im Sender eintrudeln, ohne dass mit Preisen um Zuschriften geworben wird...Davon gab es viele.

Was halten Sie fürunerläßlich für einen Journalisten?

Um die Wahrheit bemüht sein, sorgfältige Recherche, Mut zur Meinung und Mut, gegen Mainstream und Zeitgeist zu schreiben, wo es sinnvoll scheint. Distanzwahrung zu Inhalten. Ein guter Journalist sollte sich auch mit einer noch so guten Sache nicht gemein machen. Dieser viel zitierte Satz - stammt er von Hans Joachim Friedrichs? - muss um so mehr für Fachjournalisten gelten, die Kirchenthemen medial aufbereiten. Ansonsten sind sie unglaubwürdig.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Das ist ohne Kinder und mit einem toleranten Lebensgefährten nicht so schwierig. Dabei erliege ich allerdings der Versuchung, Beruflichem das größte Gewicht zuzugestehen. Was nicht gut ist. Ehrenamtliches und private Hobbys kommen da schnell zu kurz. Danke für den Anstoß zur Reflektion.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht und was hält Sie ?

Hineingebracht in die GKP hat mich die KNA. Zu meiner Volontariatszeit wurde eine Mitgliedschaft automatisch eingeleitet. Was mich hält, ist zum einen die GKP als Kontaktbörse. Zum anderen sind wir eine Gemeinschaft von Journalisten und Journalistinnen, die für Werte stehen, die mir wichtig sind. Die GKP ist mir sinn-stützendes Rückrat im säkularen Medienbetrieb.

Was erwarten Sie von derGKP?

Ich erwarte mir von der GKP weiterhin interessante Tagungen und Informationen über Geschehnisse hinter den Kulissen. Vor allem aber eine Rekrutierung des journalistischen Nachwuchses. Daran müssen wir arbeiten. Ich denke, die Zeichen dafür stehen nicht schlecht.

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