7 Fragen an Bernhard Rude

Bernhard Rude, Jahrgang 1966, verheiratet. Während des Studiums der Neueren und Neuesten Geschichte, Politologie und Philosophie in Freiburg und Bonn Studienbegleitende Journalistenausbildung beim Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp). Danach Volontär und Redakteur der Ludwigshafener Tageszeitung „Die Rheinpfalz“. Anschließend Wechsel in die Journalistenausbildung, zunächst tätig als Referent der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung und seit 2000 als Studienleiter beim ifp in München.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Am Anfang stand die Neugier für Geschichte und Politik, erst danach die Entdeckung, dass man damit in den Medien sogar Geld verdienen kann. Das Stipendium des ifp ebnete dann den Weg in den Journalismus und gab gleichzeitig ein Wertegerüst für den Redaktionsalltag. Deshalb habe ich dem „Seibel-Institut“ – der Journalistenschule damals mit dem Jesuiten Wolfgang Seibel an der Spitze – viel zu verdanken.

Ihre Vorbilder?

Vor allem Zeitgenossen, die nicht nur an die eigene journalistische Karriere denken, sondern auch Jüngeren mit Geduld das Handwerk beibringen. Mich faszinieren Journalisten, die es schaffen, unsere Welt im Notizbuch unterzubringen und über Gesehenes und Erlebtes großartige Texte zu schreiben: Der polnische Reporter Ryszard Kapuœciñski, der in unserem Nachbarland gleich zum Reporter des Jahrhunderts gewählt wurde, ist so ein Beispiel. Im Studium hat mich Joseph Görres begeistert und bei der Magisterarbeit beschäftigt, wie er für seine Standpunkte eintrat: Erst Pfaffenfeind, dann guter Katholik, erst Anhänger der Französischen Revolution, dann Konservativer, erst jugendlicher Zeitschriften-Herausgeber, dann mit dem Rheinischen Merkur „Fünfte Großmacht“ im Kampf gegen Napoleon. Faszinierend sind auch Historiker wie Karl Schlögel, die Geschichte auf journalistische Weise lebendig werden lassen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Oh, das klingt ja fast, als ob man auf sein gesamtes Lebenswerk blicken müsste. Mit dem Bilanzieren lasse ich mir noch Zeit.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugier, einen kühlen Kopf und keine Selbstzufriedenheit, sondern immer der eigene Wille, es am nächsten Tag noch besser machen zu wollen. Für Zeitungsjournalisten – auch im Internetzeitalter – die Lust am Lesen und die Freude am Umgang mit der Sprache.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Früher dank Handy, E-Mail und Billigflügen – heute auch dank Verständnis und viel Liebe zuhause.

Warum sind Sie in der GKP?

Weil Journalisten nicht nur engstirnig an ihren Job denken, sondern auch rechts und links schauen und über ihre Branche reflektieren sollten. Das gelingt mit Kolleginnen und Kollegen leichter, die einen ähnlichen Hintergrund haben.

Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Ich bin als Volontär in die GKP eingetreten und zwar in der Hoffnung, dort Gleichgesinnte zu treffen. Wenn ich mich richtig erinnere, nach einer „Werbeveranstaltung“ des Vorstands beim Jahrestreffen des ifp in Ludwigshafen. Gehalten hat mich seither, dort jüngeren und älteren Journalisten zu begegnen, die einen angenehm unaufgeregten Gedanken- und Erfahrungsaustausch pflegen und dabei ihren kritischen Geist bewahren. – Und die GKPJahrestagungen bilden ja auch ungemein: Wäre ich je ins Schalke-Stadion gekommen, wenn es in Essen nicht die Tagung „Götter in Trainingsanzügen“ gegeben hätte? Manche Region, manche Diözese habe ich erst durch die GKP kennengelernt.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass es auch in Zukunft gelingt, eine Plattform für den Austausch zwischen erfahrenen und jüngeren Journalisten zu sein. Vorstellen könnte ich mir aber auch, dass sich mehr Mitglieder engagieren – durch Beiträge hier in den „Informationen“, durch verstärkte Mitarbeit in den Regionen, durch aktive Teilnahme an GKP-Veranstaltungen. Hoffentlich treten auch künftig viele Nachwuchsjournalisten in unsere Gesellschaft ein.

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