7 Fragen an Bernhard Remmers

Bernhard Remmers (50) ist freier Journalist und Medienberater in Osnabrück. Unter anderem berichtet er als Korrespondent für die Hannoversche Allgemeine Zeitung aus dem westlichen Niedersachsen. Aufge - wachsen im Emsland, studierte Remmers in Münster und Bonn. Nach dem Volontariat beim Flensburger Tageblatt war er vier Jahre landespolitischer Korrespon - dent dieser Zeitung in Kiel. Von 1994 bis Ende 2007 Chefredakteur der Zentralredaktion der Verlagsgruppe Bistumspresse. Remmers ist verheiratet mit einer Berufsschullehrerin und hat drei Kinder

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Ganz früh eine schmale Schrift von der Vervielfältigungsmaschine (wer kennt noch den Geruch von Matrizen) namens „Jufo“ für die anderen Jugendlichen in unserer Pfarrgemeinde im Emsland. Später Praktika bei Zeitungen und beim Hörfunk während des Studiums (Geschichte und Sozialwissenschaft). 1988 Beginn eines Volontariats beim Flensburger Tageblatt bzw. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (sh:z). Seitdem begeistert vom Medium Zeitung und seinen Möglichkeiten, die auch trotz Internet noch nicht ausgeschöpft sind.

Ihre Vorbilder?

Neben den ganz großen wie Egon Erwin Kisch sind es vor allem die vielen kaum beachteten Kolleginnen und Kollegen, die als häufig unterbezahlte Freie oder als Redakteure von Regionalzeitungen und Hörfunkstudios ihren Job machen. Anständig und trotz Sparzwängen und Lockrufen der Anzeigenkunden mit journalistischem Ethos. Und mit unvermindert großer Freude an der guten Geschichte.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Es gibt da viele sehr schöne Erlebnisse. Natürlich die Begeisterung, wenn ein Interview oder eine später preisgekrönte Titelseite der Kirchenzeitung sogar dem Fernsehen eine Meldung wert war. Aber auch die Stunde mit einer 85-jährigen Dame beim Tee in ihrer Wohnküche für eine Reportage. Die Frau erzählte sehr bewegend von ihrer Arbeit für einen Rüstungsbetrieb in einem der Emslandlager während der NS-Zeit und zeigte zugleich eine ansteckende Lebensfreude.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugier, Hartnäckigkeit, Selbstkritik, Respekt vor den Menschen in der Geschichte und noch mehr vor den eigenen Lesern. Und natürlich gute Kollegen, die einem gelegentlich auch mal den Kopf waschen. Unser Beruf ist nicht frei von Eitelkeiten.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Tu ich das? Vielleicht fragen Sie da besser noch mal meine Frau. Zumindest unternehme ich derzeit den Versuch, indem ich als freier Journalist im eigenen Haus arbeite und so etwas mehr Zeit für die alltäglichen Dinge des Familienlebens habe. Ein hervorragender emotionaler Ausgleich ist übrigens der feste Stehplatz im Stadion des VfL Osnabrück.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?

Nach meiner Zeit in einer Redaktion der Verlagsgruppe Bistumspresse suchte ich einen Platz, an dem ich Kolleginnen und Kollegen aus dem katholischen Milieu regelmäßig treffen kann. Leute wie Roland Juchem hatten von der GKP erzählt.

Was erwarten Sie von der GKP?

Natürlich die Begegnung mit vielen anderen katholischen Journalisten und Medienleuten. Und auch streitbare Diskussionen um die weitere Entwicklung von Medien, besonders der katholischen.

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