7 Fragen an Bernhard Fluck

Geb. 1935 in Remscheid. Lebensmittelpunkt Düssel - dorf. 1955-61 Studium der Geschichte, Germanistik und Politischen Wissenschaft in Köln, Tübingen und Bonn. Seit 1962 höherer Schuldienst. Ab 1966 redak - tionelle Gestaltung von pädagogischen und bildungs - politischen Zeitschriften („Freundliches Begegnen“, Rechtsverlag Düsseldorf; „Bildung aktuell“, „Die höhere Schule“, Schwann-Verlag Düsseldorf). 1972- 99 Oberstudiendirektor in Düsseldorf. 1970-80 Mit - glied der Kommission für polit. Bildung des KM in NRW. 1971-89 Mitglied im Kuratorium des Päd. Insti - tuts Düsseldorf. 1971-80 Pressereferent und stv. Bun - desvorsitzender des Dt. Philologenverbandes (DPhV). 1980-92 Bundesvorsitzender des DPhV. 1980-92 Vor - standsmitglied des Dt. Beamtenbundes (DBB). 1981- 92 Vors. der Expertenkommission Schule, Bildung und Wissenschaft im DBB. 1981-89 Mitglied des Bundes - fachausschusses Kulturpolitik der CDU. 1987-91 Mit - glied der Dt. UNESCO-Kommission. Ab 1992 Ehren - vorsitzender des Dt. Philologenverbandes. Seit 1999 Freier Journalist für Bildungs- und Kulturpolitik (Mit - arbeit in der Zeitschrift „Profil“, Päd. & Hochschul - verlag und Vereinte Verlagsanstalten Düsseldorf).

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Die bildungs- und kulturpolitischen Streitfragen der letzten 40 Jahre haben meine Schreiblust seit dem Berufseintritt gereizt und gefördert. Ich konnte mich daher mit einem beschaulichen Gelehrtendasein nie anfreunden und musste immer auf mehreren Bühnen agieren. Geschrieben habe ich in Zeitschriften und Büchern über fast alle brisanten bildungspolitischen Fragen, über Mitbestimmung, Vorschulerziehung, Obrigkeitsstaat, Demokratisierung, soziokulturelle Bedingungen der Jugend, Emanzipation, Unterricht, Bildungssysteme anderer Länder, Herausforderungen der Informationsgesellschaft, Friedenserziehung, Allgemeinbildung, Rechtschreibung, Pisa usw. Hinzu kommen über 20 Jahre Presseverlautbarungen und Pressekonferenzen (meist in Bonn), Fernseh-, Rundfunkund Zeitungskommentare. Wenn allerdings auf Journalisten angewandt wird, was für Künstler gilt, dass nämlich nur der ein echter ist, der mit dem Künstlersein den Unterhalt verdient, dann bin ich keiner – oder nur ein halber – oder was auch sonst. Jedenfalls eins ist sicher, ich gehörte ein Leben lang zur schreibenden Zunft und habe eine Zeit lang in der Bildungspolitik für Furore gesorgt.

Ihre Vorbilder?

Wenn ich Goethe oder Schiller sage, glaubt mir das keiner, bei Heinrich Heine schon eher, aber vielleicht waren es doch eher Walther Kampe, Clemens Christians und Hanna- Renate Laurien, die mir die Startbahn freigeräumt haben.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Schwer zu sagen! Sicher war meine Begegnung mit Nelson Mandela und seiner damaligen Frau Winnie im Juli 1991 in Madrid sehr beeindruckend. Mein kuriosestes Erlebnis ereignete sich im Juni 1974, als ich den Kultusminister von Zaire, Professor Dr. Ekanga Botombele Bokonga, während der Fußballweltmeisterschaft betreuen sollte. Nachdem ich ihn am Flughafen Düsseldorf abgeholt hatte, entschwand er auf dem Weg nach Gelsenkirchen. Wie ich erfuhr, hatte er sich stillschweigend in die Schweiz abgesetzt, da ihn offenbar der Auftritt seiner Fußballnationalmannschaft nicht interessierte. Zur allgemeinen Überraschung erschien er 14 Tage später zu Vorträgen in Düsseldorf, Berlin, München und Stuttgart wieder pünktlich, und ich konnte den Rest meines Jobs noch erledigen. Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten? Kesse Schreibe, klare Aussage, Hintergrundwissen, Realitätssinn, Mut und psychologisches Einfühlungsvermögen, damit man seine Leser auch wirklich erreicht. Mich stören eine bestimmte Art der „Political Correctness“ und ein journalistisches Verhalten, das nur noch die eigene Klientel bedienen will.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Mein Beruf ist mein Hobby, mein Hobby ist mein Beruf.

Warum sind sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht und was hält Sie?

Walther Kampe hat mir zu meinem Erstaunen gesagt: „Du gehörst in die GKP!“ Daraufhin bin ich am 1.1.1969 Mitglied geworden. Bereut habe ich es nie. Hier erlebe ich freundschaftliche und engagierte Gespräche. Mir hilft die Glaubens-Überzeugung der GKP-Mitglieder in unterschiedlichster Ausprägung, in einer unruhigen Welt den Standort für meine journalistische Arbeit zu bestimmen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Weiterhin aufschlussreiche Informationen, ein kollegiales Miteinander, christliches Engagement in einer säkularisierten Welt sowie nationale und internationale Begegnungen mit Spitzenthemen.

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