7 Fragen an Barbara Müller

Geboren 1933 in Marburg/Lahn als 3. von vier Geschwistern. In den 50er Jahren Romanistik- und Sportstudium für das Lehramt in Bonn. Bei Heirat 1959 Konversion zum Katholizismus. Mutter von drei erwachsenen Kindern. Seit 1992 verwitwet. 1999 Umzug von Krefeld ins oberbayerische Wolfratshausen. Seit 1975 Mitglied der GKP.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Schon seit Kindertagen war es mir ein Bedürfnis, mich in Gedichten, Geschichten, Tagebuch sowie der Fotografie auszudrücken. Eine zweijährige Ausbildung (1970-72) in der Hamburger Autorenschule wies dann - als die Kinder aus dem Gröbsten heraus waren - den Weg über den Journalismus zur Schriftstellerei. Kurse, privates Studium und professionelle Unterstützung halfen mir, mein fotografisches Können zu verbessern. Geprägt von meinen zunächst protestantischen, seit den 50er Jahren katholischen Theologen-Eltern, nahm ich 1973 (-1998) das Angebot der Aachener Kirchenzeitung an, für sie als ständige freie Mitarbeiterin tätig zu sein. Rasch erweiterte sich der Kreis der vorwiegend katholischen Printmedien, die meine Bildberichte aus dem Bistum Aachen und von meinen Dritte- Welt-Reisen, vor allem über soziale und religiöskirchliche Themen, veröffentlichten.

Ihre Vorbilder?

In der Jugend: mein Vater (Exeget), der schon früh meine Liebe zum "Wort" weckte; zwei ausgezeichnete Deutschlehrer; Schriftsteller wie Musil, Claudel, Sieburg, Bernanos..., die heute fast vergessen sind. In den Berufsjahren: jeder Schriftsteller und Journalist, der mich sprachlich/stilistisch, argumentativ und inhaltlich überzeugte.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Die Erfahrung, dass sich Leser durch mein Schreiben verstanden, zur Hilfe ermutigt, für neue Sichtweisen in fremde Lebenswirklichkeiten aufgeschlossen fühlen, ist für mich ebenso befriedigend wie Spendenerfolge, die als Echo auf meine Bildberichte sozialen Projekten, d.h. notleidenden Menschen, zu gute kamen.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Die professionelle Beherrschung seines Handwerks, ein mitfühlendes Interesse am Menschen, Wahrheitsliebe, Gründlichkeit, innere Unabhängigkeit.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Der Vorzug, nicht vom Journalismus leben zu müssen und freiberuflich arbeiten zu können, erlaubte mir eine große Flexibilität und Eigenständigkeit, zumal meine früh selbständigen Kinder und mein Mann meine journalistischen Ambitionen immer unterstützten.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Hineingebracht haben mich Michaela Pilters und Hans-Josef Theißen, der mit seinen MISSIO-Journalistenreisen meine Leidenschaft für fremde Völker und Kulturen förderte. Der GKP verdanke ich, neben beruflich nützlichen Kontakten, bereichernde Begegnungen mit - bei aller individuellen Unterschiedlichkeit - gleichgesinnten KollegInnen, von denen einige im Lauf der 28 Jahre zu Freunden wurden. Wichtig sind mir auch die anregenden und vielseitigen Aktivitäten der GKP und der Austausch mit unseren jungen Mitgliedern, deren Engagement und Frische mich für die Zukunft hoffen lassen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Ich vermisse die früheren deutsch-französischen Treffen. Von der GKP erwarte ich, dass sie sich weiterhin überall dort öffentlich zu Wort meldet, wo dies aus christlicher Verantwortung sinnvoll und notwendig erscheint.

 
Druckversion

AddThis

|||||