7 Fragen an Alfons Harms

1940 in Gelsenkirchen-Buer geboren, verheiratet, drei Kinder, drei Enkel. Zuletzt CvD und Volontärs-/Praktikantinnenvater bei JOURNAL für die Frau, seit 1985 in der GKP

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Der liebe Gott hat meine Äuglein - ich lag nach einer Mandel-OP im Krankenhausbett - auf die kleine Anzeige in einer Lokalzeitung gelenkt. Die (katholische) "Bayerische Journalistenschulung e.V." warb für den ersten Jahrgang. Ich war schon 25, hatte nach Betriebsschlosserlehre, Meister- und Technikerbrief, Maschinenbaustudium einen guten Job bei Siemens in Augsburg. Jetzt noch beruflich umsteigen? Aber die Anzeige! - in mir hat´s geklingelt. 0pBeratung mit der Familie (wir hatten ja schon ein Baby), ich bewarb mich. Es folgte ein hochspannendes Volontariat - je acht Monate Kirchenzeitung (damals "Ulrichsblatt") in Augsburg unter dem Klasse-Chefredakteur Dr. Albert Reichert, Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariates München unter dem Super-Pressestellenaufbauer Dr. Hans Wagner, "Tages-Anzeiger" in Regensburg. Vier Monate Lokalredaktion, dann strafversetzt nach Furth im Wald wegen Aufmüpfigkeit gegen den Chefredakteur. Hier - noch als Volontär - mit Hilfe einer Sekretärin gegen zwei technisch drastisch besser ausgerüstete Redaktionen von Konkurrenzblättern geboxt. Täglich allein die Lokalseiten mit Text und Bild gefüllt - und in dem kleinen Nest eine mich damals stolz machende Auflagensteigerung von 80 Exemplaren geschafft. Eine herrliche Ausbildung... Direkt nach dem Volontariat kurz Redakteur bei der Werkszeitschrift der Firma Henkel in Düsseldorf, dann Doppelverträge mit BILD und BamS in Essen/Hamburg, später mit ELTERN und "Schule" in München ("Schule" gibt es leider nicht mehr), anschließend bei der Verbraucherzeitschrift "DM" in Frankfurt und "JOURNAL für die Frau" in Hamburg.

Ihre Vorbilder?

Vor-bilder? Begeistern konnte ich mich journalistisch für den Peter Bönisch - von damals. Er hatte ein phänomenales Gespür für journalistische Themen, erzwang und honorierte (tatsächlich auch mit Geld aus seiner "Kriegskasse") harte Recherche und pfiffige Texte. Heute? Da fällt mir zwingend der Papst ein: Er ist demütig, berührt die Menschen, hat Humor, gibt nicht auf, lässt sich nicht populistisch beirren.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Eine Kleinigkeit. Nein, etwas Riesiges: Ein Kind hatte mit Buntstiften eine Briefmarke auf ein Kuvert gemalt, no Absender, einfach "an die BILDzeitung" adressiert und in einen Briefkasten geworfen. Im Kuvert steckte ein Zettel. Der Schrift nach musste es wohl ein Zweitklässler sein, der hier seine Furcht vor einer Trennung seiner sich ständig mit körperlicher Gewalt streitenden Eltern ausdrückte. Die Tränen des leidenden Jungen waren in den krummen Buchstaben lesbar...Die Redaktion wollte helfen. Aber wo und wie? Nur der Poststempel (!) über der gemalten Briefmarke gab einen Hinweis: Bielefeld. Briefträger, Polizei, Ämter, das Bundes-Postministerium, die Lehrer...alle suchten. Sehr behutsam, sehr vorsichtig. Kurz: Wir fanden den Jungen und die (hilflose) kaputte Ehe. Therapeuten kümmerten sich - und schafften eine heile Familie.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Immer für s e i n Publikum arbeiten - was auf dem Titel steht, muss auch im Blatt sein. Die Kirchenzeitung sollte zum Beispiel keiner "Emma" Konkurrenz machen wollen. Und: unbestechlich sein. Stets rund recherchieren, erst dann informieren. Ab und zu demütig daran denken: Oberlehrer ist ein anderer Beruf.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Ganz einfach: In der Familie wird stets alles besprochen (nicht diktiert!), dann spielt die Uhr- oder Tageszeit keine Rolle.

Warum sind Sie in der GKP?

Noch in der tiefsten Diaspora wohnend ist mir das "K" besonders wichtig. Nicht in irgendeinem Journalisten- Club will ich sein, sondern in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten verschiedener Organe und aus allen Himmelsrichtungen.

Was erwarten Sie von der GKP?

Intern muss kollegiale Meinungsvielfalt normal sein, nach außen sollte die GKP mit mächtiger Stimme grundkatholische Positionen vertreten. 

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