Lebendige Gemeinde aus dem Orient in Berlin

Amill Gorgis zeigt eines der liturgischen Bücher. Sie leben längst zu Hunderttausenden in Deutschland und sind nur selten im Blick der etablierten Kirchen: Christen aus dem Nahen Osten. Die Berliner Regionalgruppe (die im vorigen Jahr bei der koptischen Gemeinde im Osten der Stadt zu Gast war) bekam bei einem Besuch der syrisch-orthodoxen St. Jacob einen Eindruck vom Gemeindeleben. Es ist eine von vier syrisch-orthodoxen Gemeinden in Berlin.  Bundesweit gibt es in rund 60 Gemeinden an die 130.000 syrisch-orthodoxe Christen in  Deutschland. Etwa zehn Prozent kamen in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge.

Der Ökumene-Beauftragte der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Berlin, Amill Gorgis, kam mit 18 Jahren 1970 nach Deutschland. Er stellte uns die Geschichte der 1974 gegründeten Gemeinde (in einer früher katholischen Kirche) vor. Gorgis schilderte auch das Engagement für die Flüchtlinge, von denen es "manche in den Heimen nicht so einfach" gehabt hätten. Zahlreiche katholische oder evangelische Gemeinden stellten einzelne Wohnungen zur Verfügung. Und über eine jüdische Stiftung, das betont Gorgis dankbar, kam man an 30 Wohnungen in Spandau. Nun läuft die Sorge um Ausbildung und Gemeindeleben, aus der Gemeinde sind, so Gorgis, viele als Patenpersonen engagiert. Auch zur gut 60 Mitglieder zählenden Pfadfindergruppe der Gemeinde zählten Geflüchtete. Gorgis zeigt sich auch frustriert, weil immer wieder Geflüchtete mit ihrem Antrag auf Asyl abgelehnt werden, trotz guter Vorbildung.

Ein eindrücklicher Besuch, der auch nachdenklich machte. Und diesmal gelang es tatsächlich, sich im Anschluss in einer nahen Gaststätte noch bei einem GKP-Bier auszutauschen.

Christoph Strack

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