Jesuiten-Flüchtlingsdienst: „Spezialisiert auf Abschiebehaft und Härtefälle“

Berlin - „Wir sind spezialisiert auf Abschiebehaft und Härtefälle.“ Pater Frido Pflüger SJ zeigt gleich auf im Gespräch, wo die Grenzen des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes liegen, wo er aber auch seine Wurzeln hat. Traditionell engagiert sich der Dienst in Deutschland in einem Teilbereich der Asylarbeit und gehört damit auch im politischen Geschäft zu den respektierten Akteuren bei der Klärung von Härtefällen. „Auch europaweit“, sagt der Ordensmann. In einem Gespräch am 25. März 2015 mit einer Gruppe von GKP-Mitgliedern der Region Berlin erläuterte Pflüger, der die 1980 gegründete Einrichtung seit 2012 leitet, die Schwierigkeiten des Dienstes angesichts der steigenden Zahlen von Flüchtlingen und der strikten Abschiebung zum Beispiel von Roma-Flüchtlingen nach Südosteuropa. Aber zugleich lobte er das Engagement mancher Gemeinden oder kirchlicher Organisationen auch in ländlichen Regionen, die noch vor der Ankunft von Flüchtlingen sich um Hilfen bemühten. Dabei erinnerte Pflüger auch daran, dass der weitaus größte Teil der Arbeit des JRS (nach dem englischen Titel Jesuit Refugee Service) im Ausland geschieht. Weltweit hat der Dienst rund 1.500 Mitarbeiter, in Deutschland ist die Zahl dagegen gering. So sind es in Berlin fünf, (die sich unter anderem um den Abschiebehaft in Berlin und Eisenhüttenstadt, um Härtefälle und Kontakte zwischen Kirche und Politik kümmern). Bis heute, so Pflüger, ist der JRS mit lokalen Kräften auch in Syrien aktiv, sogar noch in Homs und Aleppo. Wenn man Bilder aus der dortigen Arbeit sieht, erklärt sich auch entschiedene Kritik an der strikten Abschottung der EU. Leider nahm nur eine kleine Gruppe an dem Gespräch teil. Es ermöglichte aber einen Einblick in jesuitische Basisarbeit, die sich durch den derzeitigen Papst durchaus ermutigt fühlen kann. (cs)  

Jesuiten-Flüchtlingsdienst

Ergänzender Hinweis zum Thema:

Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. hat einen Ratgeber zum Thema Asylrecht und Migrationsrecht veröffentlicht. Diesen finden Sie unter http://www.anwalt.org/asylrecht-migrationsrecht.

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