Haus der Zukunft? Der Zukünfte! Die Berliner Regionalgruppe unterwegs

Die Mitglieder der Berliner GKP-Regionalgruppe im Futurium.Volle Sicht voraus. Die Berliner Regionalgruppe besuchte am 28. November das "Futurium" am Kapelleufer. Das Haus soll nach seiner Eröffnung im Frühjahr 2019 ein Highlight zwischen Hauptbahnhof und Kanzleramt werden. Und ist es, davon konnten wir uns bei der informativen Führung überzeugen, architektonisch und konzeptionell schon jetzt. 2009 wurde das Projekt vom Bundeskabinett beschlossen, ab 2010 begann die Planung, 2013 der Architektenwettbewerb, aus dem die Berliner Architekten Richter und Musikowski auf Platz eins hervorgingen und das Haus bis zum Sommer 2017 errichteten.

Dr. Stefan Brandt, Direktor des Hauses, schilderte uns Zukunftsvorstellungen und –konzepte des Hauses, das Schwerpunkte auf das Verhältnis zur Technik, zur Nachhaltigkeit und zum Menschen legt. Ein Zentralthema sei die große Beschleunigung (während schon heute laut einer Umfrage in 23 Ländern weltweit 80 Prozent der Menschen sagten, ihnen gehe alles zu schnell). Zudem soll es immer um den Beitrag der Künste als Übersetzung gehen. Dabei sprach Brandt betont von "Zukünften", nicht nur von Zukunft. Der beeindruckende Bau ist derzeit weithin leer und wird allmählich bestückt. Als erstes Objekt ist heute schon ein "Wünschespeicher" zu sehen, in dem Besucher ihre Wünsche hinterlassen können und der sie sammelt und sortiert ("Wünsche haben ja per se kein Verfallsdatum.") Demnächst gibt es dann auch die Möglichkeit, zu bewundern, wie Geräusche in Gedanken übersetzt werden. Für die nähere Zukunft des Hauses ab der Eröffnung sagt Brandt: "Wir möchten mit dem Besuch dieses Hauses bei den Menschen auch etwas auslösen. Bei dem der ein oder andere auch sagt: Ja ich möchte in meinem Leben etwas ändern." Dafür wolle das Haus Handlungsempfehlungen anbieten.

Die sieben GKP-Mitglieder, die der Einladung gefolgt waren, bekamen einen phantastischen Einblick. Und ebenso, wie das Jüdische Museum Berlin vor seiner Eröffnung 2001 als komplett leeres Gebäude seine Besucher beeindruckte, so zeigten auch wir uns mehr als beeindruckt. Manchmal reicht gute Architektur, um Staunen und Nachdenklichkeit anzustoßen. Die nächsten öffentlichen Gelegenheiten, das Haus zu erleben, bestehen erst wieder im Mai 2018. Es würde sich lohnen.

Christoph Strack

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