GKP bei Landesbischof Cornelius-Bundschuh

Die GKP Region Südwest besuchte am 9. Juli 2014 den neuen badischen evangelischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh im Oberkirchenratsgebäude in Karlsruhe. Dabei konnten wir einen offenen Kirchenmann erleben, der auf unsere Fragen keine Antwort schuldig blieb. Es war die erste größere Begegnung mit kirchlichen Journalisten aus ganz Baden-Württemberg in seiner noch kurzen Amtszeit. Es war für die acht GKPler bei diesem „Antrittsgespräch“ spannend zu hören, wie er sein Amt versteht und welche Akzente er setzen will.  

So hat sich der Neue zum Beispiel vorgenommen, im Bereich konfessionsverschiedene Ehepaare hin zur katholischen Kirche Brücken zu bauen, erzählte er uns GKPlern.  „Ich will die Katholiken nicht gleich von vornherein unter Druck setzen, aber ich wünsche mir, dass wir zum Reformationsjubiläum 2017 hier in Baden einen gemeinsamen Punkt setzen“, sagte Cornelius-Bundschuh, der sein Amt am 1. Juni vom langjährigen Bischof Ulrich Fischer übernommen hat. Das Thema konfessionsverbindende Ehen beschäftige die Leute, deshalb wolle er da vorankommen: Nicht  als Drohung, „sondern indem ich das Thema öffentlich anspreche“.  Gelegenheit, das mit dem neuen Freiburger Erzbischof Stephan Burger zu besprechen, hatte er bis zum Zeitpunkt des GKP-Termins noch nicht. Bei dessen Weihe im Freiburger Münster war er dabei und staunte, wie er sagt, über die „Sinnlichkeit der Inszenierung“ und darüber, dass der Erzbischof viele Gaben bekommen habe, aber kein Kreuz.  
Cornelius-Bundschuh räumte in dem GKP-Gespräch ein, dass die zu Zeiten des EKD-Vorsitzenden Wolfgang Huber propagierte „Ökumene der Profile“ nicht mehr das Leitwort für die Zukunft sein solle. Das Reden von der Ökumene der Profile habe zu stark ausgegrenzt. Stattdessen spreche er lieber  von einer „Ökumene der Gaben“: „Was bringt jede Kirche als Gabe ein? Wichtig ist die Identität über Christus: Ich komme zum anderen über Christus“, erläuterte der gebürtige Hesse sein Konzept. Insgesamt sieht Cornelius-Bundschuh seine Kirche nicht in einer Abwärtsspirale. Gleichwohl gebe es auch in der evangelischen Kirche inzwischen einen Pfarrermangel. Als Gründe gab er unter anderem die hohen Anforderungen im Pfarrberuf an: „Es ist schwer: Jemand muss das wirklich wollen. Man muss als Pfarrer rund um die Uhr da sein. Man ist mit dem ganzen Leben gefragt.“  Statt der üblichen fünf Prozent seien von den 700 Pfarrstellen in der badischen Landeskirche derzeit zehn Prozent vakant. „Wir brauchen dringend mehr Theologiestudierende“, forderte er.  An der Ausbildung und am Profil will Cornelius-Bundschuh keine Abstriche machen. Die Kirche brauche gut ausgebildete Theologen, denn: „Kirche ist für mich eine öffentliche Kirche. Wir müssen inhaltlich gut sein.“

Dieter Klink

Druckversion

AddThis

|||||