Abenteuer im Beruf: Einsatz für Frieden und Sicherheit

Marlene Beyel ist Referatsleiterin für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit beim Katholischen Militärbischofsamt in Berlin. Ihr berufliches Abenteuer ist die Arbeit für Frieden und Sicherheit:

In der Politik wird häufig über das  Rentenalter diskutiert. Man hat den Eindruck, dass alle schon mit spätestens 60 Jahren in den Ruhestand versetzt werden wollen. Es wird zu wenig beachtet, dass es Menschen gibt, die den Beruf als durchaus  sinnstiftend und lebenserfüllend empfinden. Dazu gehöre ich! Ich bin jetzt seit gut dreißig Jahren in der Presse- und  Öffentlichkeitsarbeit der Militärseelsorge tätig. Ich habe in diesen Jahren sehr intensiv die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen in unserem Land miterleben dürfen: die Deutsche Einigung, das Ende des Kalten Krieges, den Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der internationalen Verpflichtungen unseres Staates, das Zusammenwachsen Europas und jetzt leider auch die raue Wirklichkeit von Terror und Krieg und nationalem Egoismus.

Den Diskurs zur Friedens- und Sicherheitsethik haben wir  in einer breiten Öffentlichkeit und in den Medien thematisiert. Militärbischof                  Dr. Franz-Josef Overbeck führte schon einige Podiumsgespräche zum Thema „Krieg und Gewalt im Namen der Religionen“. Der Militärbischof besucht immer wieder die Soldaten im Einsatz und bekommt dabei  - als außerhalb der militärischen Hierarchie stehend – natürlich auch sehr viel zu hören, was die Soldaten und Soldatinnen bewegt, was ihnen Sorgen bereitet, was ihnen das Leben schwer macht, vieles eben auch, was für die Ohren von Vorgesetzten nicht geeignet ist. Hier objektiv zu bleiben, das „Gleichgewicht zu wahren“ ist manchmal nicht einfach, aber im positiven Sinn fordernd. Und ich bin stolz darauf, dass uns das in der Presseberichterstattung immer gelungen ist.
Die Berichte aus den Einsatzländern sind grundsätzlich positiv aufgenommen worden und fanden über unseren „Kompass“ auch Eingang in eine größere Öffentlichkeit. Ich durfte unseren Militärbischof beim Truppenbesuch nach Afghanistan begleiten. Ich denke auch  gerne an die  Reisen ins Baltikum und nach Russland, sowie in die USA  nach El Paso und Alamogordo und vor Jahren nach Bosnien. Ich weiß nicht mehr,  wie oft ich in Lourdes bei der Soldatenwallfahrt  dabei war. Obwohl Routine, ist es jedes  Jahr wieder aufregend. Wer fährt von den Medien mit? Wie viele Soldaten sind dabei? Was gibt es wieder Besonderes? Die Betreuung der mitgereisten Journalisten und Medienvertreter ist jedes Jahr eine Herausforderung – zu verschieden sind die Erwartungen und Ansprüche.
 Und dann wird es wieder interessant: Wer berichtet über die Wallfahrt, in welchen Medium und vor allem WIE? Denn im Letzten bin ich dann die, die verantwortlich ist. Ich habe ja schließlich eingeladen. Dieses Jahr war die Deutsche Welle mit dabei und hat einen sehr ansprechenden Film gedreht und veröffentlicht. Einer der Protagonisten war ein deutscher muslimischer Soldat, der sich durch seinen Kontakt zum katholischen Militärpfarramt für den christlichen Glauben interessiert. Uns war schon etwas bange zu Mute, wie er auf den Marienwallfahrtsort  reagiert. Bei aller Kritik dann doch so positiv, dass er nächstes Jahr wieder mitfahren will. So ein Echo ist dann sehr schön. All das macht meine Arbeit täglich neu spannend und immer wieder auch fordernd.

 

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